Aschermittwoch

[802] Aschermittwoch (Caput jejunii), die Mittwoche nach Estomihi, der 1. Tag der 40tägigen Fasten, weil man in der älteren christlichen Kirche, mit Nachahmung jüdischer Sitte, in Asche Buße that, u. weil später, etwa seit Ende des 6. Jahrh., die Weihe dieser Bußasche an diesem Tage gewöhnlich wurde. Aber erst vom Papst Cölestin III., 1191, wurde sie allgemein eingeführt u. dazu die Asche von den, im vorhergehenden Jahre geweihten Palm- od. anderen Zweigen vom Priester auf den Kopf der Anwesenden mit den Worten gestreut: Bedenke, Mensch, daß du Asche bist u. zu Staub werden wirst. Man nennt dies die Einäscherung, u. dieselbe wird noch jetzt in der Katholischen Kirche mit besonderen Feierlichkeiten vollzogen. In der Protestantischen Kirche sine et keine kirchliche Feier der A. Statt, nur die Volkssitte u. Belustigung des Aschabkehrens mit grünen Ruthen hat sich noch hier u. da erhalten.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 1. Altenburg 1857, S. 802.
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