Guatemala

[179] Guatemala, Staat in Centralamerika zwischen Honduras, Nicaragua, San Salvador, dem stillen Ocean, dem mexikan. Staat Chiapa und der Hondurasbai, hat auf 3900 QM. etwa 1/2 Mill. E., von denen 3/4 Indianer und Mischlinge sind. Das Land ist gebirgig, hat 14 thätige Vulcane, leidet viel durch Erdbeben, ist aber sehr fruchtbar. Politisch ist es in 7 Departements, kirchlich in 3 Bisthümer unter 1 Erzbischofe eingetheilt. Vor Columbus gehörte G. größtentheils zum Reiche der Azteken, 1527 ließ es Cortez durch Alvarado erobern und es blieb spanisch bis 1821, wo es ohne Krieg seine Unabhängigkeit erlangte, weil die span. Macht in Mexiko u. Venezuela gebrochen war. Es vereinigte sich 1823 mit den Republiken Centralamerikas, trennte sich aber 1847 wieder von denselben, schlug sich mit San Salvador u. Honduras einige Zeit herum u. gab sich 1851 eine neue Verfassung nach dem üblichen amerikan. Zuschnitte. Der Präsident Carrera, ein Indianer oder sehr dunkler Mischling, hat aber mit Hilfe der Farbigen und der Geistlichkeit die Dictatur errungen und führt sie mit Kraft. – G. Nueva, Hauptstadt, 15 Leguas vom stillen Ocean, wo der Hafen Puerto Libertad, ist regelmäßig und schön gebaut, Sitz des Erzbischofs u. der Regierungsbehörden mit Universität, schönen Kirchen u. Klöstern, 50000 E., ziemlich lebhafter Industrie und bedeutendem Handel. G. steht bereits am 3. Platze; das alte von Alvarado gegründete wurde 1541 durch einen Wasserausbruch des Vulcans Agua zerstört, das andere 2 St. nordöstlich gegründete 1773 bei einem Erdbeben verschlungen; unweit desselben erhob sich wieder ein Alt-G., 5 St. östlicher das jetzige Neu-G., 1776 im Thale von Mixco ein anderes Neu-G. Andere Städte: Chiquimula, Quesaltenango, Coban, Totonicapan, Quiche.

Quelle:
Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1855, Band 3, S. 179.
Lizenz:
Faksimiles:
Kategorien: