Modena [1]

[207] Modena, Herzogthum in Oberitalien zwischen Parma, dem lombard.-venet. Königreiche, Kirchenstaat, Piemont, dem Mittelmeer und Lucca, ist in die Provinzen M., Reggio, Guastalla, Frignano, Garfagna, Massa-Carrara u. Lunigiana eingetheilt, im Süden gebirgig, im Norden eben und fruchtbar, reich an schönem Marmor. Die Größe beträgt 110 QM. mit 586000 E., das Militär zählt 3500 Mann, das Budget der Staatseinkünfte beläuft sich auf 8413622, der Ausgaben auf 8728133 Lire. – M. theilte seit der Römerzeit die Schicksale Oberitaliens, gehörte im 11. Jahrh. zu Toscana und erhielt im 13. die Herzoge von Este zu Gebietern, die 1582 auch Ferrara beherrschten. Das Herzogthum vergrößerte sich 1633 mit Correggio, 1710 mit Mirandola, 1737 mit Novellara, 1741 mit Massa-Carrara. Der letzte Herzog aus dem Hause Este, Herkules III. (gest. 1803), erhielt im Luneviller Frieden für M. den Breisgau. den er seinem Schwiegersohne, dem Erzherzog Ferdinand (gest. 1806) überließ. Des Letztern Sohn, Franz IV. (gest. 1846), erhielt 1814 M. zurück; der jetzt regierende Herzog bekam 1847 nach dem Tode der Erzherzogin Marie Louise von Parma gemäß den Stipulationen des Wienercongresses Guastalla und einige Gebietstheile von Toscana. M. war an den italien. Unruhen 1831 sowie 1848 stark betheiligt, wurde aber jedesmal durch die Intervention Oesterreichs beruhigt.

Quelle:
Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1856, Band 4, S. 207.
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