ontologischer Beweis

[408] ontologischer Beweis heißt der Beweis, der Gottes Dasein aus dem Begriff Gottes nachzuweisen versucht. Er ist zuerst von Anselm von Canterbury (1033-1109) gebraucht, dann von Cartesius (1596-1650) und Spinoza (1632-1677). Kant (1724-1804) hat dagegen seine Unzulässigkeit nachgewiesen (Kr. d. r. V. S. 592-602), s. Gott. Ihm entfließt nach Kant die Ontotheologie, die er als diejenige transscendentale Theologie definiert, welche glaubt durch bloße Begriffe ohne Beihilfe der mindesten Erfahrung das Dasein des Urwesens zu erkennen.

Quelle:
Kirchner, Friedrich / Michaëlis, Carl: Wörterbuch der Philosophischen Grundbegriffe. Leipzig 51907, S. 408.
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