Von Sanct. Kilian

[1.]

Sanct. Kilian ein edler Schott/

Der Francken Apostolisch Bott/

Auß Rom vom Bapst in Franckenland.

Der erste Bischoff ward gesandt.

Der ist O Würtzburg Edle Statt/

Der dir gebracht den Glauben hatt/

Die Sonn hat dir das Licht gebracht/

das Liecht gebracht/

Das Liecht hat dir ein Schein gemacht.


2.

Daß du jetzt bist ein Paradeiß/

Sanct. Kilian sag danck vnd Preiß/

Er hat gemacht gantz Francken frey

Vom Vnkraut der Abgötterey.

Er hat gesäet von Ort zu Ort

Den guten Samen Gottes Wort/

Darauß alßbald gewachsen ist

gewachsen ist

Gosbert der Fürst ein newer Christ.
[81]

3.

Daß nun der Lustgart wüchse sehr/

Vnd daß der Blumen würden mehr.

Goß er darauff ein Regen gut/

Sein thewres vnd heyliges Blut.

Vnd daß der Lustgart sicher blieb/

Blieb er darinn auß lauter Lieb.

Zu Würtzburg ligt sein Leib im Grab/

sein Leib im Grab/

Vnd helt die Feind vom Garten ab.


4.

Sein Seel auch vber Sonn vnd Mon

Glantzt in dem Himmel Wunder schon/

Ein Sonnenschein vom Himmel send/

Vnd diesen Schein zum Garten wend.

Ein solche influentz vnd Krafft/

Sehr grossen Nutz im Garten schafft/

Der Gart dardurch wird Blumen vol/

wird Blumen vol.

Vnd alle Frücht gerathen wol.


5.

O Würtzgart! wegen deiner Frucht

Sanct. Kilian dich viel besucht:

Ein Kräntzle du jhm geben hast

Daß er noch trägt in Gold gefast.

Das hastu Geila zugericht/

Weil er dein Sünd wolt leiden nicht/

O Marter Kron! O thewrer Krantz!

O thewrer Krantz!

O Kron! O Krantz! O Zier! O Glantz.
[82]

6.

Wolan kom her du edler Franck/

Sanct. Kilian sag lob vnd danck.

Vnd du Apostolischer Mann/

Bischoff/ Marter/ Sanct. Kilian:

Laß dir die edle Francken dein/

Von Hertzen angelegen sein/

Den Garten fort beschützen thu/

beschützen thu:

Vnd laß kein wildes Thier hinzu.


Kilianvs.


Nobilis hibernus, etc. in Orientalem Franciam venit, etc. ibi in oppido Würtzburg moratur, pro gentis salute, & Christi gloria paratus mori. Cum Romam ijsset, inde à Pontifice creatus Episcopus Herbipolim remissus, Gosbertum Franconiæ Ducem conuertit ad Christum; quem à Geila fratris sui quondam vxore cum abstraheret, Geila re cognita, Duce absente, sanctum iussit mactari. Burgunda corpus sepelit piè. Geilam dæmon arripit, rapitq; in tartara, etc. Vide Lippeloo. 8. Iulij, ex Surio, & Baronio.

Quelle:
Friedrich Spee: Die anonymen geistlichen Lieder vor 1623, Berlin 1979, S. 79-83.
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