Glyzerinseifen

[582] Glyzerinseifen waren ursprünglich Toiletteseifen mit Zusatz von Glyzerin. Auch heute kommen noch solche Seifen, und zwar sowohl pikierte wie auf kaltem Wege hergestellte (s. Seife), unter dieser Bezeichnung im Handel vor. Hauptsächlich bezeichnet man aber mit dem Namen Glyzerinseifen transparente Seifen, die teils mit, teils ohne Zusatz von Glyzerin oder Sprit hergestellt werden.

Ein Rezept ist z.B.: 12 kg Kokosöl und 12 kg Talg werden geschmolzen, dann 3,75 kg Rizinusöl und 9,75 kg Glyzerin von 28° Bé zugesetzt und diese Masse auf 80° C. erwärmt. Hierauf gießt man 12 kg Natronlauge von 38° Bé, vorher erwärmt auf 62° C. und dann gemischt mit 7,2 kg 96 prozentigem Spiritus, unter tüchtigem Rühren zu der Fettmasse, worauf unter Aufkochen die vollständige Verseifung eintritt; eine erkaltete Probe wird sich fest und transparent zeigen. Nun gibt man der Seife 3,75 kg Zuckerlösung (2,25 kg Zucker gelöst in 11/2 kg Wasser) hinzu, parfümiert sie mit 165 g Geranium- und 35 g Bergamottöl und gießt sie dann in eine flache Zinkblechform. – Flüssige Glyzerinseife ist eine Auflösung von Kaliseife in Glyzerin.


Literatur: [1] Deite, Handb. der Seifenfabrikation, 2. Aufl., Bd. 2, Berlin 1903.

Deite.

Quelle:
Lueger, Otto: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, Bd. 4 Stuttgart, Leipzig 1906., S. 582.
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