Kalender [1]

[284] Kalender, das Verzeichnis der Jahrestage nach Monaten und Wochen, je nach Bedürfnis unter Angabe der Heiligen, denen die Tage geweiht sind, der kirchlichen Feste, der Mondwechsel, der Tageslängen, der Zeitgleichung, der Gezeiten u.s.w. oder auch unter Angabe von für besondere bürgerliche Berufe wichtigen Daten (Berufskalender). Vgl. a. Astronomische Jahrbücher.

Je nach den für die Kalenderordnung gültigen gesetzlichen Bestimmungen unterscheiden sich die verschiedenen Landeskalender. Insbesondere besteht im russischen Staate und in Griechenland noch der alte julianische Kalender zu Recht (vgl. den Art. Jahr), während die übrige christliche Welt sich des gregorianischen Kalenders bedient, der jenem seit dem Jahr 1900 um 13 Tage voraus ist. Der jüdische und der mohammedanische Kalender beruhen auf dem Mondjahr: Immerwährender Kalender heißt eine Tabelle, nach der die Wochentage und besonders die Zeit des Osterfestes späterer Jahre sich bestimmen lassen; hundertjähriger Kalender heißt ein altes, auf abergläubischen Vorstellungen über die Ursachen der Witterungserscheinungen beruhendes Volksbuch, welches das Wetter auf 100 Jahre vorausbestimmt.


Literatur: [1] Ideler, Handb. der mathemat. u. techn. Chronologie, Berlin 1825 u. 1826. – [2] Schmoeger, Grundriß der christlichen Zeit- und Festrechnung, Halle 1854. – [3] Knobloch, Die wichtigsten Kalender der Gegenwart, Wien 1885. – [4] Fleischhauer, Kalenderkompendium der christlichen Zeitrechnungsweise u.s.w., Gotha 1884. – [5] Wislicenus, Astronomische Chronologie, Leipzig 1895.

Aug. Schmidt.

Quelle:
Lueger, Otto: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, Bd. 5 Stuttgart, Leipzig 1907., S. 284.
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