Ammonĭos

[445] Ammonĭos, 1) A. Sakkas, alexandrin. Philosoph, Stifter des Neuplatonismus, lebte etwa von 175–242, wurde von seinen armen Eltern im Christentum erzogen, kehrte aber später zum Heidentum zurück. Anfangs erwarb er sich den Unterhalt als Sackträger zu Alexandria (daher sein Beiname). In der Philosophie zeichnete er sich so aus, daß er der »Gottbelehrte« genannt wurde. Er hat seine Lehre nur mündlich vorgetragen, und ihr Verhältnis zu der seines bedeutendsten Schülers, des Plotinos (s. d.), läßt sich im einzelnen nicht angeben.

2) Griech. Grammatiker, um 400 n. Chr., angeblicher Verfasser eines Lexikons griechischer Synonyma, der Überarbeitung eines ältern Werkes eines Herennius Philon (um 100 n. Chr.; hrsg. von Valckenaer, Leiden 1739, und Schäfer, Leipz. 1822).

3) Sohn des Hermias, neuplaton. Philosoph zu Ende des 5. Jahrh. n. Chr., Schüler des Proklos, lehrte zu Alexandria und machte sich als Erklärer des Platon und besonders des Aristoteles sowie als Mathematiker bekannt. Wir besitzen von ihm noch Kommentare zu logischen Schriften des Aristoteles und zu der »Isagoge« des Porphyrios (der letztere hrsg. von Busse, Berl. 1891).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 1. Leipzig 1905, S. 445.
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