Arĭer

[757] Arĭer (v. sanskrit. ârya, »der Arier, Vornehme«), früher vielfach als Bezeichnung der Indogermanen gebraucht, jetzt aber auf den asiatischen Zweig derselben, nämlich die Inder und Iranier, eingeschränkt. Die Annahme, daß der Volksname A. schon in der U-sprache der noch ungetrennten Indogermanen vorgekommen sei und im äußersten Westen in dem Namen der Insel Irland (Erin) sich erhalten habe, hat sich als irrig erwiesen. Dagegen ist der Name A. bei den alten Indern, Persern und Skythen mit Sicherheit nachgewiesen und hat sich bis auf den heutigen Tag in dem Ländernamen Iran und in dem Volksnamen Iron der Osseten im Kaukasus erhalten. Die Urarier, d.h. die Vorfahren der Inder und Iranier, mögen etwa an den Abhängen des Hindukusch, im Quellgebiete des Oxus, gewohnt und sich von da aus teils über Iran, teils über Kabul nach Indien ausgebreitet haben. Sowohl in der Sprache als in den Sitten, namentlich aber in den religiösen Vorstellungen und Geb-äuchen haben sich bei den Indern und Iraniern eine Menge gemeinsamer Züge erhalten. Vgl. Fick, Vergleichendes Wörterbuch der indogermanischen Sprachen, Bd. 1 (4. Aufl., Götting. 1890); Bartholomae, Arisch: Forschungen (Hall.: 1883–1887, 3 Hefte); Spiegel, Die arische Periode und ihre Zustände (Leipz. 1887).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 1. Leipzig 1905, S. 757.
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