Arazeen

[672] Arazeen (Aroideen, Arongewächse, arumartige Gewächse, Kolbenblütler, hierzu Tafel »Arazeen«), vielgestaltige monokotyle Pflanzenfamilie aus der Ordnung der Spathifloren, Stauden, z. T. mit Milchsaft, kriechendem oder knolligem Wurzelstock, oder strauchartige, ansehnliche Gewächse. Die wechselständigen Blätter sind selten lang und schmal schwertförmig (Kalmus), meist haben sie einen am Grunde scheidenförmigen Stiel und eine breite, meist sehr große, pfeil-, herz-, schildförmige, selten gefiederte Fläche mit hand- oder fußförmigen Nerven, zwischen denen bei einigen die Blattmasse durchbrochen ist. Die Blütenstände (s. Tafel »Blütenstände«, Fig. 1) bilden Kolben mit großem, oft eigentümlich gefärbtem Hüllblatt (Spatha). Die einzelnen Blüten sind unansehnlich, zwitterig oder eingeschlechtig. Die ca. 900 Arten der A. sind z. T. charakteristische Pflanzen der tropischen Urwälder Afrikas, Asiens, Amerikas; einige gehören Nordamerika und den Ländern des Mittelmeers, wenige dem übrigen Europa an. Einige haben eßbare Knollen (Colocasia antiquorum etc.). Kalmus (Acorus Calamus) wird arzneilich benutzt. Sehr viele Arten sind Zierpflanzen (Philodendron, Anthurium, [672] Caladium etc.). Die Tafel zeigt eine Anzahl charakteristischer Formen aus den wichtigsten Gruppen der Familie. Vgl. Schott, Genera Aroidearum (Wien 1858); Engler, Vergleichende Untersuchungen über die morphologischen Verhältnisse der A. (Leipz. 1877).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 1. Leipzig 1905, S. 672-673.
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