Avēna

[197] Avēna L. (Hafer), Gattung der Gramineen, ein- oder mehrjährige Gräser mit zwei- bis sechs-, ausnahmsweise einblütigen Grasährchen in Rispen; die Hüllspelzen sind häutig, ungleich, die Deckspelzen auf dem Rücken gerundet, oft zweizähnig, die Rückengranne ist gekniet, unten gedreht (bei Kulturformen bisweilen fehlend oder gerade). Über 50 Arten in den[197] gemäßigten Zonen der Alten, spärlich in der Neuen Welt. Weichhaariger Wiesenhafer (Rainhafer,A. pubescens L., s. Tafel »Gräser II«, Fig. 5), ausdauernd, 60 cm hoch, mit 1,3 cm langen Ährchen, dicht behaarten untern Blattscheiden und Blättern, wächst auf trocknem, aber nicht dürrem, sonnigem Land und auf bessern Wiesen und ist ein gutes Futtergras. Der ausdauernde Trifthafer (Berghafer, A. pratensis L., s. Tafel »Gräser II«, Fig. 3), 30–60 cm hoch, mit reichblütigern Ährchen und kahlen Blattscheiden, bildet kleine Stöcke mit breiten, kurzen Wurzelblättern, wächst auf Kalk- und Sandmergel, gibt keine reiche, aber sehr gute, nahrhafte Weide und eignet sich mit Klee zur Besämung von Triften. Mehrere andre Arten (Wildhafer) sind einjährige Ackerunkräuter. A. elatior (französisches Reigras), s. Arrhenaterum; A. flavescens (Goldhafer), s. Trisetum. A. sterilis (s. Tafel »Gräser VI«, Fig. 5) aus Südeuropa wird in der Trockenbinderei benutzt. Über Kulturhafer s. Hafer.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 2. Leipzig 1905, S. 197-198.
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197 | 198
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