Buxton [2]

[667] Buxton (spr. böckst'n), Sir Thomas Fowell, geb. 1. April 1786 in Essex, gest. 19. Febr. 1845, studierte und trat 1808 als Teilhaber in ein Londoner Brauereiqeschäft. Durch seine Schwägerin Elisabeth Fry (s.d.) auf das Los der Armen hingewiesen, gründete er für die Weber von Spitalfields einen Hilfsverein und regte durch seine Schrift »Enquiry, whether crime and misery are produced or prevented by our present system of prison discipline« (Lond. 1818) die Bildung der Gesellschaft für Verbesserung der Gefängniszucht und bedeutende Reformen im Gefängniswesen an. 1818 ins Parlament gewählt, ward er Wilberforces Nachfolger in der Agitation für die Freilassung der Neger, erwirkte 1823 den Beschluß, daß die Sklaverei allmählich abzuschaffen sei, und setzte endlich die Befreiung der Neger durch. 1837 schied B. aus dem Parlament, blieb aber der Sache der Neger getreu, obwohl er in seiner Schrift »The African slave trade and its remedy« (Lond. 1839; deutsch von Julius, Leipz. 1811) die Unmöglichkeit, dem Sklavenhandel durch Aussicht zur See zu steuern, einräumen mußte. Dagegen suchte er sein Ziel durch Förderung der Zivilisation Afrikas zu erreichen; dafür wirkte seine Zeitschrift »The African Coloniser«. Eine daraufhin gegründete Nigerexpedition schlug jedoch fehl. 1840 wurde B. zum Baronet ernannt. Vgl. »Memoirs and correspondence of Sir Thomas Fowell B.« (neue Ausg., Lond. 1872; deutsch, Berl. 1853).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 3. Leipzig 1905, S. 667.
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