Donātus

[107] Donātus, 1) Älius, röm. Grammatiker und Rhetor, lebte um die Mitte des 4. Jahrh. n. Chr. zu Rom. Von seinen Schriften besitzen wir einen wertvollen Kommentar zum Terenz, freilich nicht vollständig (der »Heautontimorumenos« fehlt) und auch nicht in seiner ursprünglichen Gestalt (erste kritische Ausgabe von Wessner, Leipz. 1901 ff.), Überreste eines Vergilkommentars, darunter eine wertvolle, meist aus Sueton geschöpfte »Vita Vergilii« (zuletzt hrsg. von Hagen in Fleckeisens »Jahrbüchern«, 4. Suppl.) und eine von Spätern, wie Servius, Pompejus, vielfach kommentierte »Ars grammatica« in drei Büchern nebst einer kürzern katechetischen Fassung der Lehre von den acht RedeteilenArs minor«), die im Mittelalter und später lange das Hauptlehrbuch beim Elementarunterricht bildete, so daß Donat typisch soviel wie lateinische Sprachlehre hieß (Hauptausgabe von Keil in den »Grammatici latini«, Bd. 4 u. 5, Leipz. 1864 u. 1865).

2) Tiberius Claudius, röm. Grammatiker, um 400 n. Chr., Verfasser eines rhetorisch-ästhetischen Kommentars zur »Äneide« (unter anderm abgedruckt in der Vergil-Ausgabe von Fabricius, Basel 1561).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 5. Leipzig 1906, S. 107.
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