Erotĭker

[73] Erotĭker, Schriftsteller, die sich mit poetischer Darstellung der Liebe beschäftigen, besonders aber die griechischen Autoren, die erdichtete Liebesgeschichten in Prosa geschrieben haben. Diese unsern Romanen und Novellen vergleichbaren Erzählungen stehen, weil in ihnen das sentimentale Moment zur Geltung kommt, im Gegensatz zu der klassischen Naivität, in gewisser Weise der modernen Empfindungs- und Anschauungsweise näher als die eigentlich antiken Dichter. Die vorhandenen Vertreter dieser Gattung, Chariton, Xenophon von Ephesos, Heliodoros, Longos, Achilleus Tatios und Eustathios, ziehen sich vom 1. Jahrh. n. Chr. bis in die byzantinische Zeit hin. Gesamtausgaben der E. von Passow (Leipz. 1824–34, 2 Bde.), Hirschig (Par. 1856) und Hercher (Leipz. 1858–59, 2 Bde.). Vgl. Rohde, Der griechische Roman und seine Vorläufer (2. Aufl., Leipz. 1900).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 6. Leipzig 1906, S. 73.
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