Fux

[243] Fux, Johann Joseph, Komponist und Musiktheoretiker, geb. 1660 in Hirtenfeld bei Marein in Obersteiermark, gest. 14. Febr. 1741 in Wien, wurde 1698 Organist am Schottenstift in Wien und gleichzeitig kaiserlicher Hofkomponist, 1705 zweiter Kapellmeister am Stephansdom, 1713 aber Vizehofkapellmeister und 1715 erster Hofkapellmeister. F. ist zwar heute am bekanntesten durch sein Lehrbuch des strengen [243] Stils der Komposition: »Gradus ad Parnassum« (1725; 1742 deutsch von Mitzler, 1761 ital. von Al. Manfredi, 1773 franz. von Denis, 1797 engl. von Preston), ein Werk, das die Lehre einer weit zurückliegenden Epoche (Palestrinastil) noch einmal in klassischer Form vortrug und noch heute geschätzt wird, obgleich seine Vorschriften nicht einmal mehr mit Stilen seiner Zeit in Einklang zu bringen sind. Aber F. war auch selbst ein ganz vortrefflicher Tonsetzer (18 Opern, 10 Oratorien, 50 Messen, viele Sonaten, Partituren etc.) und als solcher seinerzeit hochangesehen. Seine Werke, von denen 4 Messen und 27 Motetten und einige Instrumentalwerke in den »Denkmälern der Tonkunst in Österreich« (Jahrg. I, 1, II, 1 u. IX, 2) neuerdings veröffentlicht wurden, besitzt, meist in Originalhandschriften, die k. k. Hofbibliothek in Wien. Vgl. v. Köchel, Joh. Jos. F. (Wien 1872).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 7. Leipzig 1907, S. 243-244.
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