Geophysikalisches Institut

[602] Geophysikalisches Institut, ein 1900–02 auf dem Hainberge bei Göttingen errichtetes Institut zu, wissenschaftlichen geophysikalischen Untersuchungen. Es besteht aus einem Hauptgebäude und fünf Nebengebäuden; die vollständiqe innere Einrichtung ist aber zurzeit nach nicht beendet. Es werden in dem Geophysikalischen Institut insbes. ausgeführt. 1) meteorologische Beobachtungen über Temperatur, Luftdruck, Winde, Niederschläge und vor allem Wolkenbildungen, für deren photographische Aufnahme besondere Apparate vorhanden sind; 2) Messung der Luftelektrizität und der Elektrizität der Niederschläge; 3) Untersuchungen des Polarlichtes und überhaupt sowohl des sichtbaren als auch des durch das Auge nicht unmittelbar wahrnehmbaren Himmelslichtes; 4) seismologische Beobachtungen mittels verschiedener Instrumente, darunter das Wiechertsche astatische Horizontalpendel und ein großes Vertikalinstrument; 5) astronomische Zeitbestimmungen. Später sollen auch noch Apparate für drahtlose Telegraphie aufgestellt und genauere Untersuchungen über den Erdmagnetismus vorgenommen werden; auch Apparate zur Messung der Gravitation und zur physikalischen Untersuchung der Materialien, welche die Erdkruste zusammensetzen, fehlen noch. Das Geophysikalische Institut fungiert zugleich als königliche preußische Hauptstation für Erdbebenforschung und ressortiert vom preußischen Ministerium des Unterrichts.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 7. Leipzig 1907, S. 602.
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