Grotte [1]

[432] Grotte, gewölbte natürliche oder künstliche, nicht selten mit Nischen versehene Höhle von geringer Tiefe, im Altertum oft einzelnen Gottheiten und Nymphen geweiht, wie z. B. die G. der Sibyllen, der Egeria bei Rom etc. Wie im Altertum, so baut man auch[433] noch jetzt Grotten in Gartenanlagen als treue Nachbildungen natürlicher Höhlen, gewöhnlich mit Moos, Muscheln, Tropfsteingebilden und rinnendem oder springendem Wasser verziert. Derartiges Grottenwerk (franz. rocaille) war besonders im 18. Jahrh., auch als Dekoration eines Innenraumes, beliebt und gehört zu den charakteristischen Eigentümlichkeiten des Rokokostils, dessen Name von rocaille hergeleitet wird. Fälschlich bezeichnet man als G. kleine Steinhügel, une man sie für die Kultur von Felspflanzen errichtet. S. Tafel »Gartenkunst II«, Fig. 5.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 8. Leipzig 1907, S. 432-433.
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432 | 433
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