Hebler

[27] Hebler, 1) Karl, philosoph. Schriftsteller, geb. 1821 in Bern, gest. daselbst 4. Sept. 1898, studierte in Tübingen und Berlin, wurde 1854 Privatdozent und 1863 Professor an der Hochschule in Bern, wo er Philosophie vortrug mehr im Sinne Kants als seiner spekulativen Nachfolger. 1891 trat er in den Ruhestand. Er schrieb: »Spinozas Lehre über die Substanz« (Bern 1850); »Lessing-Studien« (das. 1861); »Aufsätze über Shakespeare« (das. 1865, 2. Ausg. 1874); »Die Philosophie gegenüber dem Leben und den Einzelwissenschaften« (Berl. 1868, 2. Aufl. 1874); »Philosophische Aufsätze« (Leipz. 1869); »Lessingiana« (Bern 1877) und »Elemente einer philosophischen Freiheitslehre« (Berl. 1887).

2) Wilhelm, Ingenieur, geb. 6. März 1844 in Rüschegg (Kanton Bern), besuchte das Polytechnikum in Zürich, wo er sich das Diplom als Maschineningenieur erwarb. Im Lehrfach tätig, beschäftigte er sich seit 1874 mit Schießversuchen, durch die er die von Militärtechnikern aufgestellte Behauptung, daß bei kleinerm Kaliber als 10 mm die Stabilität der Geschoßachse nicht zu erreichen sei, praktisch widerlegte. An Stelle des Kupfermantels wurden auf Vorschlag Heblers die Geschosse mit Stahlmantel versehen, er machte sich somit um die Einführung des kleinen Kalibers sehr verdient. Seit 1891 lebt H. in Küßnacht am Rigi. Er schrieb: »Das kleinste Kaliber oder das zukünftige Infanteriegewehr« (Zür. 1886–91, 2 Bde.; Anhang I, 1894).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 9. Leipzig 1907, S. 27.
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