Livĭus Andronīcus

[631] Livĭus Andronīcus, Lucius, latein. Dichter, um 284–204 v. Chr., ein unteritalischer Grieche, vielleicht aus Tarent, kam, in Kriegsgefangenschaft geraten, nach Rom als Sklave eines Livius, der ihn später frei ließ. Als Schulmeister verfaßte L. eine lateinische Bearbeitung der Odyssee im saturnischen Metrum, die noch in Horaz' Jugend beim Unterricht benutzt wurde (Überreste in Bährens' »Fragmenta poetarum romanorum«, Leipz. 1886). Dann brachte er seit 240 lateinische Bearbeitungen griechischer Tragödien und Komödien (Bruchstücke bei O. Ribbeck, Scaenicae poesis romanae fragmenta, 3. Aufl., Leipz. 1897) auf die Bühne und begründete damit das römische Kunstdrama.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 12. Leipzig 1908, S. 631.
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