Marīe [2]

[294] Marīe, Pierre Thomas Alexandre Amable M. de Saint-Georges, franz. Politiker, geb. 15. Febr. 1797 in Auxerre-sur-Yonne, gest. 27. April 1870, ließ sich 1819 in Paris als Advokat nieder und machte sich durch die Verteidigung mehrerer politischer Angeklagten bekannt. 1842 in die Deputiertenkammer gewählt, stand er hier auf der Seite der Radikalen. Im Februar 1848 war er einer der ersten, welche die Einladung zum Reformbankett unterzeichneten, und wurde zum Mitgliede der provisorischen Regierung gewählt; er erhielt 25. Febr. das Ministerium der öffentlichen Arbeiten und errichtete die Ateliers nationaux (s. d.). Vom 10. Mai bis 28. Juni war er Mitglied der vollziehenden Gewalt, 29. Juni wurde er Präsident der Nationalversammlung, vom 18. Juli bis 20. Dez. 1848 hatte er das Portefeuille der Justiz inne. Er zeigte sich gemäßigt-republikanisch. 1849 nicht wieder in die Legislative gewählt, kehrte M. zur advokatorischen Praxis zurück. 1863 im Departement der Rhonemündungen in den Gesetzgebenden Körper gewählt, gehörte er daselbst bis 1869 zur Opposition der Fünf. Er lebte in Armut, allgemein geachtet wegen seines reinen Charakters. Vgl. Cherest, La vie et les œuvres d'A. T. M. (Auxerre 1873).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 13. Leipzig 1908, S. 294.
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