Panófka

[363] Panófka, 1) Theodor, Altertumsforscher, geb. 25. Febr. 1800 in Breslau, gest. 20. Juni 1858 in Berlin, studierte in Breslau Philologie, bereiste seit 1822 Italien und Sizilien, ordnete und veröffentlichte später in Paris die Kunstschätze des Herzogs von Blacas und reiste mit diesem 1828 abermals nach Italien, wo er die Ausgrabungen von Nola leitete und sich an der Gründung des archäologischen Instituts (1829) beteiligte. Nach seiner Rückkehr nach Berlin (1836) wurde er zum ordentlichen Mitglied der Akademie der Wissenschaften und 1843 zum außerordentlichen Professor der Archäologie ernannt. Seine zahlreichen Schriften (»Museo Bartoldiano«, Berl. 1827; »Neapels Antiken«, Stuttg. 1828; »Musée Blacas«, Par. 1830–33; »Cabinet du com te de Pourtalès-Gorgier«, das. 1834; »Bilder antiken Lebens«, Berl. 1843; »Griechinnen und Griechen, nach Antiken skizziert«, das. 1844) haben heute nur noch durch ihre Abbildungen Wert.

2) Heinrich, Gesanglehrer, Bruder des vorigen, geb. 3. Okt. 1807 in Breslau, gest. 18. Nov. 1887 in Florenz, begann das juristische Studium, bildete sich dann in Wien unter Mayseder und Hoffmann zum Violinspieler aus, wendete sich aber 1834 in Paris dem Studium der Gesangsmethodik zu und begründete mit Bordogni eine Gesangschule. 1842–52 lebte er in London, war zeitweilig Mitdirektor der italienischen Oper, ging dann aber wieder nach Paris und 1866 nach Florenz. P. hat eine Anzahl brillanter Violinkompositionen veröffentlicht, insbes. aber durch seine Gesangunterrichtswerke: »L'art de chanter« (auch deutsch und italienisch in Leipzig und Mailand erschienen), »Vademecum du chanteur«, und viele Vokalisen das Gesangstudium gefördert.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 15. Leipzig 1908, S. 363.
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