Peterwardein

[658] Peterwardein (magyar. Pétervárad, spr. pĕterwārad, kroat. u. serb. Petrovaradin, im 12. Jahrh. Petricum), königl. Freistadt im kroatisch-slawon. Komitat Syrmien und berühmte alte Festung, Station der Staatsbahnlinie Budapest-Semlin, liegt am rechten Donauufer in sumpfiger Gegend, Neusatz gegenüber, mit dem sie durch eine Schiff- und eine Eisenbahnbrücke verbunden ist, und besteht aus der obern Festung, auf einem von drei Seiten isolierten Serpentinfelsen (einem Ausläufer der Fruska Gora, 49 m über der Donau), und der untern Festung am nördlichen Fuß des Felsens. Die Stadt (nur eine Hauptstraße mit zwei Vorstädten) wird zur Hälfte von der Donau umflossen, hat 4 römisch-kath. Kirchen, darunter die Pfarrkirche St. Georg mit Grabmälern berühmter Helden aus dem Türkenkrieg, ein Zeughaus mit vielen türkischen Trophäen, ein Militärspital und (1901) 5019 kroatisch-serbische und deutsche (meist römisch-kath.) Einwohner, die Getreide-, Wein- und Obstbau, Handel und Gewerbe betreiben. Hier stand in Römerzeiten die Ansiedelung Cusum. In der Nähe liegt der stark besuchte Wallfahrtsort Mariaschnee.-P., ein Vorort der österreichisch-ungarischen Militärgrenze, wurde 1526 von den Türken erobert, nach den Siegen der Kaiserlichen aber 1687 von ihnen wieder verlassen; ein Jahr später wurden die Festungswerke von den Kaiserlichen gesprengt, bald darauf aber die Stadt von den Türken verbrannt. Im Frieden zu [658] Poscharewatz (21. Juli 1718) verblieb die Stadt dem Kaiser. Berühmt ist P. durch den Sieg des Prinzen Eugen von Savoyen 5. Aug. 1716 über die Türken, an den ein 1902 auf dem Schlachtfeld errichtetes 6 m hohes Kreuz erinnert. Im Revolutionskrieg von 1848 und 1849 von den ungarischen Insurgenten besetzt, mußte sich die Festung 6. Sept. 1849 den Kaiserlichen ergeben.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 15. Leipzig 1908, S. 658-659.
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