Pinakothēk

[888] Pinakothēk (griech., »Bildersammlung«), im Altertum ein Raum, der den Hellenen als Aufbewahrungsort der den Göttern zum Weihgeschenk dargebrachten Bilder diente. Eine solche P. befand sich in Athen im linken Flügel der Propyläen. In andern Städten (Samos, Ephesos etc.) richtete man besondere Gebäude zur Aufbewahrung der Votivbilder her. Bei den Römern war es der mit Statuen, Gemälden und andern Kunstgegenständen geschmückte Ort am Eingang in das Atrium des Wohnhauses. Im Sinne von Gemäldesammlung ist das Wort gegenwärtig noch in München, wo es eine Alte und eine Neue P. gibt (s. München, S. 250), in vielen italienischen Städten (z. B. Bologna, Turin, Perugia) und für die Galerie des Vatikans im Gebrauch.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 15. Leipzig 1908, S. 888.
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