Provisorische Befestigung

[407] Provisorische Befestigung (auch Behelfsbefestigung), eine Geländeverstärkung in möglichst kurzer Zeit mit den gerade vorhandenen Mitteln, um taktisch oder strategisch wichtige Punkte, an denen permanente Anlagen fehlen, lange halten zu können, oder um permanente Anlagen zu verstärken (fortifikatorische Armierung, vgl. Festungskrieg, S. 484). Da für die p. B. weder die Zeit, noch die Mittel (Beton, Panzerungen) zur Verfügung stehen, deren sich die permanente Befestigung bedient, so kann sie weniger lange standhalten als eine permanente Anlage gleichen Umfanges und bedarf einer stärkern Besatzung als diese. Die umfangreichen Verstärkungsarbeiten im russisch-japanischen Krieg können wohl als provisorische Befestigungen bezeichnet werden. Durch Verwendung fahrbarer Panzer (s. Panzerungen) wird die Widerstandskraft der provisorischen Befestigung wesentlich erhöht. Vgl. Schröter, Die Festung in der heutigen Kriegsführung (Berl. 1897–98, 2 Tle.); Wagner, Über p. B. und Festungsimprovisationen (das. 1897); Stavenhagen, Grundriß der Befestigungslehre (3. Aufl., das. 1900).

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Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 16. Leipzig 1908, S. 407.
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