Rathenow

[614] Rathenow, Hauptstadt des Kreises Westhavelland, im preuß. Regbez. Potsdam, an der Havel, Knotenpunkt der Staatsbahnlinie Wustermark-Hannover-Hamm, der brandenburgischen Städtebahn und der Kleinbahnlinie R.-Paulinenaue, hat eine evang. Kirche aus dem 14. und 16. Jahrh., eine kath. Kirche, Synagoge, Denkmäler des Großen Kurfürsten, Kaiser Wilhelms I., Zietens, des Generals v. Rosenberg und des Predigers Duncker, des Begründers der optischen Glasindustrie in R., ein Realgymnasium mit Realschule, Lungenheilanstalt, Amtsgericht, bedeutende optische Industrieanstalten (2100 Arbeiter; vgl. Busch 1), Bau- und Möbeltischlerei, Eisengießerei und Maschinenbau, eine Asbestonitfabrik, Schiffbau, eine Dampfmahl- und Ölmühle, große Wassermühlen, ein Elektrizitätswerk, bedeutende Ziegel- und Kalkbrennerei (Rathenower Mauersteine), Leimsiederei, eine Klenganstalt und Forstbaumschule, Handelsgärtnerei und (1905) mit der Garnison (ein Husarenregiment Nr. 3) 23,095 Einw., davon 837 Katholiken und 51 Juden. Nahebei die Oberförsterei Grünaue.-R., zuerst 1217 urkundlich genannt, erhielt 1295 deutsches Stadtrecht. Hier wurden die Schweden unter Wangelin durch die Brandenburger unter Derfflinger 25. Juni 1675 überfallen. Vgl. Wagener, Denkwürdigkeiten der Stadt R. (Berl. 1903).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 16. Leipzig 1908, S. 614.
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