[130] Schweden (Sverige, hierzu zwei Karten: »Schweden und Norwegen«, Übersichtskarte, und Spezialkarte des südlichen Teiles), Königreich, das die größere Osthälfte der Skandinavischen Halbinsel umfaßt, liegt zwischen 55°20'69°3' nördl. Br. und 11°8'24°9' östl. L., wird westlich von Norwegen (die Grenze ist durch einen Vertrag von 1751 bestimmt), dem Skagerrak, Kattegat und Öresund, südlich und östlich von der Ostsee, dem Bottnischen Meerbusen und Finnland begrenzt, von dem letztern durch die Torneå und die Muonioelf geschieden.
[Bodengestaltung.] Während Norwegen, das die westliche Hälfte der Skandinavischen Halbinsel einnimmt, durchaus ein schroffes Gebirgsland ist, bildet S. (mit seinen drei großen historischen Landschaften: Gotland im Süden, Svealand in der Mitte und Norrland im N.) im großen und ganzen eine Ebene, die meistens nur unbedeutend über das Meer erhöht ist.
Etwa 98,753 qkm (22,05 Proz.) haben eine Höhe von über 400 m, wovon mehr als die Hälfte nördlich vom 65.° nördl. Br. und kein Teil südlich vom 60.° liegt, und nicht weniger als 136,600 qkm (30,45 Proz.) erreichen noch nicht 100 m Höhe. Der höchste Teil Schwedens ist das norrländische Gebirge, vom Eismeer im N. bis Dalarne im Süden reichend, früher Kjölen genannt. Es ist keine Bergkette, sondern ein Massiv, das große Gebiete des nördlichen S. erfüllt, von breiten Talfurchen durchschnitten ist und hier und da Bergkegel trägt. Dieses Hochland senkt sich allmählich zum Bottnischen Busen, doch tritt das Bergland nur an wenigen Stellen bis an das Meer; in der Regel liegt zwischen beiden eine Küstenebene. In den Lappmarken erheben sich die höchsten Bergspitzen Schwedens, vor allen der Kebnekaisse (2123 m), der Sarjektjåkko (2090 m), der Sulitjelma (1880 m) in Norrbotten, weiter südlich der Ăreskutan (1472 m) in Jemtland und der Städjan (1176 m) in Dalarne. In den schwedischen Hochgebirgen gibt es etwa 100 Gletscher, zusammen von ungefähr 400 qkm Umfang. Von einer die beiden Königreiche der Skandinavischen Halbinsel scheidenden Gebirgskette, wie sie in den ältern Landesbeschreibungen eine große Rolle spielt, kann keine Rede sein, obgleich im nördlichsten S. die höchsten Spitzen nahe der Grenze liegen. Im Süden vom norrländischen Hochlande liegt das mittelschwedische Flachland, das die großen Ebenen um die Seen Mälar, Hjelmar, Wener- und Wettersee umfaßt. In diesem Flachlande kommen noch isolierte Berge vor, wie in Westergötland die silurischen Berge Kinnekulle (279 m), Billingen (300 m), Halleberg (150 m) und Hunneberg (135 m), deren Gipfel aus Diabas bestehen. Südlicher breitet sich schildförmig das südschwedische Hochland aus, das in dem etwa 260 m hohen Bergplateau von Smăland kulminiert, dessen höchster Gipfel Tomtebacken (377 m) ist. Hier liegt auch der Eisenberg Taberg (343 ni). Diese småländischen Gebirge erfüllen auch das nördliche Schonen, das in seinem südlichen Teil eine Ebene ist. Die zu S. gehörige große Insel Gotland (s. d.) erreicht in ihrem höchsten Punkte 77 m.
Die Küstenbildung Schwedens ist viel einfacher als die Norwegens. Die Fjorde, welche dort der Landschaft ein besonderes Gepräge verleihen, kommen in S. nur spärlich vor. Von den Busen und Buchten am Kattegat sind nur die kleinen Gullmars- und Kongsbackafjorde sowie die Laholmsbucht und Skelderviken, an der Ostsee die Meerbusen Slätbaken und Bråviken sowie die buchtenreiche, von vielen vorgelagerten Inseln erfüllte Einfahrt in den Mälar (bei Stockholm) anzuführen. Dagegen besitzt S. vielleicht einen mehr ausgebildeten Skärgård (»Schärenhof«) als Norwegen. Diese zahllosen kleinen Inseln sind für die Küstenfahrt von äußerster Wichtigkeit, da sie gegen offene Stürme und Wellen Schutz verleihen. Im Skagerrak und Kattegat bemerken wir unter den größern Inseln des Skärgård die beiden Inseln Oroust und Tjörn, im Öresund die Insel Hven und in der Ostsee außer Gotland und Öland die zu den Stockholmer Schären gehörenden Inseln Utö (Eisengruben), Muskö, Ornö, Wermdö (die größte derselben), Ljusterö, Gräsö u. a. Am Eingang des Bottnischen Meerbusens sind die (russischen) Ålandsinseln, und wo der Bottnische Meerbusen am schmälsten ist (Ovarken), erstreckt sich zwischen Umeå und Wasa eine Gruppe kleiner Inseln über denselben.
[131] [Geologische Beschaffenheit.] Der größte Teil des Landes wird von archäischen Gesteinen (Granit, Syenit, Gabbro. Gneis, Glimmerschiefer etc.) eingenommen. Auf diesen lagern an verschiedenen Stellen in Dalekarlien, Jemtland, Ost- und Westgotland und Schonen versteinerungsarme Sandsteine und trilobitenreiche Schiefer der kambrischen Formation und silurische, oft mit Diabas, Porphyr etc. in Verbindung stehende Ablagerungen, alle mit horizontaler Schichtung. Bald bedecken sie große Flächen, bald treten sie als isolierte Denudationsreste nur in einzelnen Tafelbergen auf, wie in dem Kinnekulle am Wenersee, dessen Gipfel aus Diabas besteht. Untersilurische Orthocerenkalke und obersilurische Trilobitenschiefer sind besonders auf der Insel Öland, versteinerungsreiche obersilurische Kalke auf der Insel Gotland entwickelt. Jüngere Sedimente der obersten Trias, dem Jura (mit schwachen Steinkohlenflözen bei Höganäs) und der Kreide angehörig, sind auf das südliche S. beschränkt; sie haben ehedem mit ähnlichen Bildungen auf den dänischen Inseln, auf Rügen und in den Ostseeprovinzen in Zusammenhang gestanden. Sehr deutlich sind in S. die Spuren der diluvialen Eiszeit. Skandinavien war zu jener Zeit, wie aus der Verbreitung der geschliffenen und geschrammten Felsoberflächen, der Rundhöckerbildung, der Seen und der erratischen Blöcke sowie der besonders im südlichen S. massenhaft vorhandenen Moränenablagerungen (Geschiebelehm, Åsar etc.) hervorgeht, vom Nordkap bis zur Südspitze von einer zusammenhängenden Eisdecke bedeckt. An nutzbaren Mineralien ist S. sehr reich. Eisenerze, zumal Magneteisen, treten in ausgedehnten, bis 60 m mächtigen Lagern (bei Dannemora, Gellivara etc.) im Gneisgebiet auf; Kupfererze finden sich bei Tunaberg und Falun, Zinkerze am Wettersee und Blei- und Silbererze bei Sala.
[Gewässer.] Wie Norwegen, ist auch S. ein ungemein wasserreiches Land, das Abdachung nach der Ostsee, dem Kattegat und Skagerrak hat. Ein großer Fluß heißt im Schwedischen Elf (Plural Elfvar), ein kleiner Å (Plural Åar). In die Ostsee ergießen sich: die Torneå- (mit Muonio-), Kalix-, Råneå-, Luleå-, Piteå-, Skellefteå-, Umeå- (mit Vindels-), Ångerman-, Indals-, Ljusne- und Motalaelf; in das Kattegat: die Götaelf, der 82 km lange Abfluß des Wenersees, in den die Klarelf, das Filipstadsche und das Dalslandsche Wassersystem einmünden. Nur einige dieser Flüsse sind auf einen größern Teil ihres Laufes von Natur schiffbar, mehrere sind aber durch Kanalanlagen schiffbar gemacht. Von den Wasserfällen, die mehrere dieser Flüsse haben, sind die bemerkenswertesten: der Niaumelsaska (»Hasensprung«) in der Luleelf, 80 m, der Tännfors in Jemtland, 26 m, der Elfkarlebyfall an der Dalelf, 16 m, der Trollhätta in der Götaelf, 33 m hoch. Die wichtigsten Kanäle sind: Hjelmar-, Södertelge-, Kindakanal (in Ostgotland zur Verbindung mehrerer Landseen mit dem Roxen, durch den der Götakanal geht), der Götakanal (der bedeutendste von allen), der Trollhättakanal, der Seflekanal zwischen dem Wenersee und dem Glafsfjord (Arvika), ein Kanalsystem zur Verbindung der Seen in Dalsland untereinander und mit dem Wenersee. Ein besonderer Zug der schwedischen Landschaften ist die Menge der großen und kleinen Binnenseen, mit denen das ganze Land erfüllt ist. Sie nehmen im ganzen ein Areal von 37,370 qkm (678,6 QM.) ein, d. h. 8,8 Proz. des ganzen Areals. Nächst den russischen Landseen Ladoga und Onega ist der Wener in S. der größte See Europas (44 m ü. M., 5975 qkm); ihm zunächst folgen der Wetter (88 m ü. M.), der Mälar, der sich bei Stockholm fast unmittelbar mit dem Meere vereinigt, und der Hjelmar (23 m ü. M.). Unter den übrigen Seen nennen wir: Siljan in Dalarne, Storsjön in Jemtland (291 m ü. M.), Dellen in Helsingland, Hornafvan, Storafvan, Lulejavr, Torneåträsk in Lappland etc.
[Klima, Pflanzen- und Tierwelt.] S. gehört dem atlantischen Klimagebiet an, zeigt aber verschiedene Gegensätze gegen die durch eine Gebirgswand abgetrennte Westküste Norwegens. Die mittlern Jahresextreme betragen in Upsala 30° und -24° (dagegen Christiansund 22° und -9°), nach N. hin nimmt die Jahresschwankung zu; die absoluten Temperaturextreme sind zu Lund 33° und -24°, Stockholm 33° und -30°, Haparanda 32° und -40°. Die meisten Regen fallen im Sommer und Herbst. Mittlere Regenmenge in Gotenburg 77, Jönköping 49, Lund 53, Kalmar 36, Stockholm 44, Hernösand 55, Östersund 42, Haparanda 45. In Stockholm ist der Boden fast 100, in Lappland 190 Tage jährlich mit Schnee bedeckt.
Seiner Vegetation nach gehört S. in seinen nördlichen Teilen der europäischen Nadelholzzone, in seinen südlichen der Laubwaldzone an. In den nördlichsten Bezirken Lappmarkens überwiegt noch der arktische Charakter der Flora, die hier mit einer Reihe von Vertretern aus den norwegischen Fjelds herabsteigt; am Sulitjelma steigt die Waldregion mit Birken nur bis 350 m, die darüberliegende arktisch-alpine Region bis ca. 1000 m aufwärts. Die sanften, östlichen Abdachungen des skandinavischen Hochgebirges führen allmählich zum Tiefland hinunter, und so kann sich hier die Waldvegetation in viel zusammenhängendern Bezirken ausbreiten als in Norwegen. Von Småland südwärts beginnt die Buche aufzutreten; doch schneidet die eigentliche floristische Grenze zwischen der Nadelholzzone (dem subarktischen Koniferengebiet) und dem subatlantischen Gebiet erst die Provinz Blekinge im äußersten Süden Schwedens. Im N. des Landes sind vorzugsweise Birken, Fichten und Kiefern waldbildend; der Waldboden wird von Moosrasen (Hylocomium u. a.) überzogen; auf kahlen Stellen herrscht das Heidekraut (Calluna), in Talsenkungen Torfmoorpflanzen und Seggenbestände vor. Im Süden findet man dagegen Eichen- und Buchenwaldungen mit eingesprengten Hainbuchen, Eschen, Birken (Betula verrucosa) und einer Untervegetation von Stauden und Kräutern der mitteleuropäischen Waldflora. Heidestrecken mit Calluna treten vorzugsweise auf trockener Felsunterlage, Kiefernwälder auf Sand und Geröll, Fichten auf Ufermooren, Moorbirken (Betula odorata) auf Sphagnum-Mooren, Hainbestände von Alnus gluticosa, Salix aurita u. a. an Flußufern, Dorndickichte mit Prunus spinosa, Rubus- und Rosa-Arten, Berberis, Crataegus u. a. auf warmen, trockenen Hügeln auf. Die Vegetation der Moore wechselt je nach ihrem Alter und beginnt mit einer Randbildung von rhizomkräftigen Sumpfgewächsen, dann folgen vorherrschend Seggen (Carex), später siedeln sich auf der inzwischen befestigten Vegetationsdecke Fichten und zuletzt Birken an. Auf geneigter, nicht zu trockener Unterlage siegt zuletzt die Buche und dringt überall im südlichen S. vor.
Mit seiner Tierwelt gehört S. zum paläarktischen Faunengebiet, besitzt aber auch arktische Formen. Von den noch zahlreich vorhandenen Raubtieren kommen[132] Bär, Wolf, Luchs und Fuchs als Standwild vor. Der Vielfraß bewohnt besonders die höhern Gebirge und geht bis zum 60.° nördl. Br. nach Süden; der Eisfuchs findet sich in den öden, hoch gelegenen Strecken des innern Landes. Das Ren zieht, dem Gebirge folgend, bis zum 62.° nördl. Br. nach Süden und nördlich bis zum Nordrand des Bottnischen Meerbusens. Hirsche, Rehe und Elentiere sind sehr selten. Der Lemming geht bis zum 62.° nördl. Br. nach Süden. Die gewöhnlichen Insektenfresser und Nager der europäischen Subregion spielen im übrigen nebst weitverbreiteten Fledermäusen in der Säugetierfauna Schwedens die Hauptrolle, wobei natürlich ausgesprochen nordische Formen überwiegen. Die Vögel sind in S. im ganzen in 221 Arten Brutvögeln vertreten, von denen die Sperlingsvögel überwiegen. Zu den charakteristischen nordischen Singvögeln zählt die Singdrossel (Turdus musicus) und das bis Lappland gehende Blaukehlchen (Cyanecula suecica); die Nachtigall läßt sich nur im äußersten Süden hören. Zahlreich sind auch die Raubvögel (27 Arten Brutvögel). Auerwild, Birkwild, Schneehuhn, Haselhuhn werden in großen Massen erbeutet. Reptilien und Amphibien sind spärlich vertreten; von erstern finden sich Kreuzotter, Ringelnatter, österreichische Natter, Blindschleiche, Bergeidechse und Zauneidechse; die Kreuzotter allein überschreitet den Polarkreis. Von Amphibien finden sich die Frösche in S. mit 5 Gattungen und 8 Arten vertreten, die geschwänzten Amphibien dagegen nur mit der Gattung Wassersalamander (Triton). Von den Fischen der Flüsse Schwedens spielt besonders der Lachs eine Rolle; außerdem wird an den Küsten eifriger Fischfang betrieben; die Küstengewässer beherbergen infolge des geringern Salzgehalts der angrenzenden Meere vielfach auch Fische, die sich sonst nur in den Binnenseen finden. Die Insektenfauna Schwedens ist eine ausgesprochen paläarktische. Die Land- und Süßwassermollusken, die nach N. immer geringer werden, sind in den nördlichen Provinzen Schwedens noch mit ca. 16 Gattungen und mindestens 80 Arten vertreten. Nur wenige Arten überschreiten den Polarkreis. Die niedere Süßwasserfauna zeigt den ihr allgemein eignen kosmopolitischen Zug.
Der Flächeninhalt Schwedens beläuft sich nach Strelbitskys Berechnung auf 450,574,8 qkm (8183 QM.), offiziell nur auf 447,864 qkm (8133,7 QM.). Die Bevölkerung betrug nach der Volkszählung von 1900: 5,136,441 Seelen und wurde für Ende 1905 auf 5,293,851 Seelen berechnet. Sie betrug 1830 erst 2,888,032 Seelen, hat sich bis 1905 fast verdoppelt; die Zunahme belief sich im Zeitraum 187080 auf 9,5 Proz., 188090 auf 4,8 Proz., 18901900 auf 7,3 Proz. (351,460 Seelen). Die Auswanderung war nach einer plötzlichen Steigerung zu Ende der 1860er Jahre (1869: 39,064 Personen) bis 1877 allmählich auf 7610 Personen gesunken, erreichte dann nach manchen Schwankungen 1887 die höchste Ziffer mit 50,786 Personen und hat seitdem wieder erheblich abgenommen (1904: 22,300 Personen). Demgegenüber ist die Einwanderung unbedeutend, obwohl sie sich im Jahrzehnt 18841904 von 4911 auf 8900 Personen gehoben hat. Das Ziel der Auswanderer war überwiegend Amerika; Dänemark und Norwegen kommen erst in zweiter Reihe in Betracht. In betreff der Dichtigkeit der Bevölkerung nimmt S. mit 11 Einw. auf 1 qkm unter den Staaten Europas den vorletzten Platz ein. Die größte Dichtigkeit weisen die südlichen und südöstlichen Läns: Malmöhus, Gotenburg-Bohus und Blekinge, die niedrigste die nördlichen Läns: Westerbotten, Jemtland und Norrbotten, auf. Nach dem Geschlecht unterschied man 1900: 2,506,436 männliche und 2,630,005 weibliche Personen, so daß auf 1000 Männer etwa 1049 Frauen kamen. Die Zahl der Eheschließungen betrug 1903: 30,088 und ist seit 1885 bedeutend zurückgegangen. Lebend geboren wurden 1903: 133,896 Kinder, davon 15,649 uneheliche (10,8 Proz.). Die große Mehrzahl der Bevölkerung wohnt auf dem Lande, nur 22,6 Proz. in Städten, von denen 1905 nur 2 (Stockholm und Gotenburg) mehr als 100,000 Einw. haben. S. zählt jetzt 93 Städte außer 30 Flecken (Köpingar). Auf dem Lande bildet jedes Härad und jeder Gerichtssprengel, ja jedes Pastorat oder sogar Kirchspiel eine eigne Gemeinde. Areal und Bevölkerung der einzelnen Läns betragen:
Nach ihrer Nationalität sind die Einwohner mit wenigen Ausnahmen Schweden (in der Landessprache Svenskar, vormals Svear), die mit den Dänen und Norwegern (Isländern) einen Zweig des germanischen Volksstammes bilden. Die Sprache bietet auch mit denen der angrenzenden Völker so große Ähnlichkeiten, daß sie sich ohne Schwierigkeiten verstehen. Der Schwede hat in der Regel eine hohe, schlanke Gestalt, eine weiße Haut, braunes oder blondes Haar, ausdrucksvolle Gesichtszüge und blaue Augen. Beide Geschlechter zeichnet eine gewisse Leichtigkeit und Grazie in der Bewegung des Körpers aus, und man pflegt die Schweden deshalb wohl die Franzosen des Nordens zu nennen. Die Grundzüge des schwedischen Charakters sind Ernst, Liebe zu Religion, Vaterland, Gesetz und Freiheit, Ehrlichkeit und Uneigennützigkeit, Selbstgefühl, Gastfreundschaft, Mildtätigkeit, schnelle Fassungsgabe und scharfe Urteilskraft.[133] Naturfehler sind Phlegma, Neigung zum Genuß geistiger Getränke und Hang zu äußerlichem Prunk. Manches Eigentümliche haben die Dalekarlier (s. Dalarne) bewahrt. Die Wohnungen, in der B. mart je nach der Landschaft verschieden, sind nur in den größten Städten, Stockholm und Gotenburg, fast durchweg von Stein, in den kleinern aber größtenteils von Holz, daher die Feuersbrünste so verheerend wirken; doch sind die Häuser geräumig und bequem. Besonders zeichnen sich die Bauernhöfe in den Landschaften Ångermanland, Medelpad und Helsingland aus, die fast sämtlich großen Herrensitzen gleichen. Außer den Schweden wohnen auch Finnen an der Grenze von Finnland in Norbottenlän sowie in einigen innern waldigen Gebirgsgegenden des mittlern S. (1900 im ganzen 22,138). Die Lappen wohnen jetzt eigentlich nur in Lappland und vereinzelt in den übrigen Teilen von Norrland (1900: 6983). Die Anzahl der in S. befindlichen Israeliten ist sehr gering (1900: 3912). Auch haben sich eingewanderte Fremde im Lande niedergelassen, doch sie verschmelzen meist bald mit den Schweden. 1900 zählte man 35,627 Personen, die im Auslande geboren waren, vornehmlich Norweger, Dänen, Finnen und Deutsche (5107).
Die herrschende und Staatsreligion ist die evangelisch lutherische; doch besteht jetzt völlige Religionsfreiheit, und jedem ist die freie Ausübung seines Religionsbekenntnisses gestattet. Außer den schon erwähnten Israeliten waren indessen 1900 nur wenig Bekenner fremder christlicher Konfessionen vorhanden, nämlich 107 Reformierte, 2378 Römisch-, 44 Griechisch-Katholische, 41,530 Baptisten, 7041 Methodisten, 8750 andre Christen und 51 Mormonen. Die Landeskirche hat Bischöfe, an deren Spitze der Erzbischof von Upsala als Primas des Reiches steht. Die dreizehn Bischofsprengel oder Stifter sind: Upsala, Linköping, Skara, Strengnäs, Westerås, Wexiö, Lund, Goten burg, Kalmar, Karlstad, Hernösand, Luleå und Wisby. Jedes Stift hat einen Bischof und ein geistliches Konsistorium oder Domkapitel (außerdem sind in Stockholm noch ein Hof- und ein Stadtkonsistorium, beide unter dem Erzbischof in Upsala stehend). Mehrere Pastorate bilden eine Propstei, deren es 186 gibt.
[Unterricht.] Das schwedische Volk ist sehr gebildet und nimmt in dieser Beziehung einen hohen Rang ein. Im allgemeinen ist für den höhern und niedern Unterricht sehr gut gesorgt. Für den Volksunterricht sowohl in den Städten als auch auf dem Lande sorgen die Volksschulen, deren jedes Kirchspiel nach dem Gesetz vom 13. Juni 1842 wenigstens eine, womöglich feste Volksschule haben soll. In den Gegenden mit besonders dünner und armer Bevölkerung ist es gestattet, statt der festen eine fliegende (flyttande) Schule zu errichten. 1904 gab es 19 höhere, 4809 feste und 489 fliegende Volksschulen, 2127 Notschulen (mindre skolor) und 5334 Kleinschulen (småskolor), welch letztere zur Volksschule vorbereiten; ferner zählte man 31 Volkshochschulen (Fortbildungsschulen). Für die Bildung der Volksschullehrer bestehen 8, für Lehrerinnen 6 Seminare. Die höhern Lehranstalten sind durch die Schulordnung vom 18. Febr. 1905 reorganisiert und sind teils Realschulen (von 6 Klassen), teils höhere Schulen (högre allmänna läroverk), die außer der Realschule auch ein Gymnasium (von 4 Klassen) umfassen. Das Gymnasium geht von den in den 5 ersten Klassen der Realschule erworbenen Kenntnissen aus und endet mit einem Examen. Es teilt sich in eine klassische und eine reale Abteilung. Unter den 37 höhern Schulen haben 27 beide Abteilungen, 6 nur ein Realgymnasium und 4 nur ein klassisches Gymnasium. Realschulen gibt es 21 nur für Knaben und 19 für Knaben und Mädchen (Samskolor). Es gibt zwei Universitäten: Upsala (seit 1477) und Lund (seit 1668), außerdem in Stockholm das Karolinische Institut (für höhere medizinische Bildung). Dazu kommen die beiden privaten Hochschulen in Stockholm und Gotenburg, die akademische Grade austeilen. Es gibt ferner: 10 Navigationsschulen, eine Kriegsakademie und eine höhere Artillerie- und Ingenieurschule, eine Kriegs- und eine Marineschule, höhere Bergschulen in Filipstad und Falun, ein Forstinstitut, eine landwirtschaftliche Akademie, 2 höhere landwirtschaftliche Institute, landwirtschaftliche Schulen (je eine in jedem Län), eine Tierarzneischule, 3 Hebammenschulen, ein Blindeninstitut, 7 Taubstummenanstalten, eine Technische Hochschule (in Stockholm), die Chalmersche Gewerbeschule in Gotenburg sowie 4 Gewerbeschulen. Bibliotheken finden sich bei den beiden Universitäten, in Stockholm, Gotenburg und bei den höhern Schulen; jetzt gibt es auch überall Kirchspielsbibliotheken.
Die Hauptnahrungsquelle der Bevölkerung bildet der Ackerbau, mit dem sich 46,5 Proz. derselben beschäftigen. Offiziell wird der Flächeninhalt Schwedens nur auf 447,864 qkm angegeben, davon entfallen 8,19 Proz. auf Wasserflächen. Vom übrigbleibenden Land (41,101,193 Hektar) entfielen 1904: 3,581,183 Hektar (8,7 Proz.) auf Ackerland, 40,089 auf Gärten (0,1 Proz.), 1,409,744 Hektar auf natürliche Wiesen (3,4 Proz.) und 21,148,523 Hektar auf Waldungen (51,5 Proz.). Das Waldland überwiegt weitaus in den nördlich vom 60. Breitengrad liegenden Läns, von denen Gefleborg neben 81,5 Proz. Wald nur 9,8 Proz. Kulturland, Kopparberg 73,6, bez. 7,1, Westernorrland 83, bez. 5,2 zählt, und selbst im fruchtbarsten Teil von Svealand, im Län Upsala, finden sich neben 53,8 Proz. Wald nur 36,2 Proz. Äcker und Wiesen. Im südlichen S erscheinen nur die Läns Skaraborg und Christianstad mit 45,6, resp. 45,9 Proz. Kulturland für die Landwirtschaft günstiger, während das Län Malmöhus, dessen Kulturland man auf 79,9 Proz. des Areals schätzt, völlig isoliert dasteht.
Die Größe der Güter wird in S. nach Hufen (mantal, hemman) bestimmt; doch ist dieser Ausdruck sehr ungenau, indem das Areal einer Hufe sowohl in den verschiedenen Teilen des Landes als auch in ein und demselben Län außerordentlich verschieden ist. Die Gesamtzahl der Hufen betrug 1900: 67,245. Diese Hufen haben nach den darauf lastenden Abgaben eine verschiedene Natur und demnach auch verschiedenen Wert. Die kleinere Zahl, aber die größten Güter, nämlich die ursprünglich adligen (frälsehemman), umfassend, ist von vielen Lasten befreit, die auf den übrigen ruhen, die man unter den Benennungen »Steuerhufen« (skattehemman) und »Kronenhufen « (kronohemman) zusammenfaßt, obgleich noch viele andre Benennungen und Unterabteilungen vorkommen. 1900 gab es 5145 Kronohemman, 40,683 Skattehemman und 21,416 Frälsehemman. Neben dem Großgrundbesitz, der am ausgedehntesten in den Läns Södermanland, Malmöhus und Stockholm ist, gibt es einen selbständigen und freien Bauernstand. Im allgemeinen überwiegt der Kleinbesitz; 85 Proz. der landwirtschaftlichen Betriebe werden von Eigentümern, nur 15 Proz. von Pächtern bewirtschaftet. Der Ackerbau hat im Laufe des 19. Jahrh. große[134] Fortschritte gemacht. Der Wert des sämtlichen Landbesitzes ward 1905 auf 2601 Mill. Kr., der des übrigen versteuerten liegenden Besitzes auf 2975 Mill. Kr., der aller steuerfreien, dem Staate, den Kommunen etc. gehörenden Besitzungen auf 680 Mill. Kr. berechnet. Am weitesten nach N. verbreitet ist die Kultur der Gerste, die noch jenseit des 70.° in vertikaler Höhe bis 800 m unterhalb der Schneegrenze stattfindet und in den fünf nördlichen Läns das Hauptprodukt des Landbaues ist. Hafer wird in den drei nördlichsten Läns nur sehr wenig angebaut, er ist aber Hauptausfuhrartikel und geht besonders nach England. Roggen, das Brotkorn des Volkes und daher in geringerm Maße Gegenstand der Ausfuhr, wird in allen Läns angebaut, doch weniger stark in den 5 nördlichen und im Län Gotenburg als in den übrigen 18. Weizen wird in Norrland (außer Gefleborg) gar nicht, in den drei übrigen nördlichsten Läns sowie in den Läns Kronoberg, Jönköping, Blekinge, Gotenburg und Elfsborg nur wenig, in den übrigen aber ziemlich stark angebaut. Beinahe ebenso verhält es sich mit Mengkorn, Erbsen, Bohnen und Wicken, von denen Malmöhus und demnächst Ostgotland die größten Quantitäten erzeugen. Überall gedeiht die Kartoffel, und die allgemein gewordene Kultur dieses Knollengewächses läßt so leicht keine Hungersnot mehr eintreten. Der Ertrag der Ernte für 1904 wurde folgendermaßen angegeben: 1,809,558 hl Weizen, 7,297,283 hl Roggen, 4,740,616 hl Gerste, 18,175,812 hl Hafer, 3,634,759 hl Mengkorn, 338,353 hl Erbsen, 50,422 hl Bohnen, 183,168 hl Wicken, 18,082,998 hl Kartoffeln. Fast überall, jedoch weniger im N., werden auch noch andre Wurzelgewächse (Runkelrüben, Rüben etc.) angebaut, deren Ertrag auf mehr als 8,6 Mill. hl angegeben wird. Zuckerrüben baut man besonders in Malmöhuslän, aber auch in den Läns Christianstad und Gotland, insgesamt (1903) 7,5 Mill. dz. In einigen Läns, besonders Gefleborg, Kronoberg und Jönköping, baut man auch ziemlich viel Flachs und Hanf; doch reichen die Ernten ebensowenig wie die des Tabaks, Hopfens, Kümmels etc. zur Befriedigung des Bedürfnisses hin. Die Wiesenkultur hat erst in der neuern Zeit angefangen sich zu heben. Vernachlässigt ist der Obstbau und die Kultur der Gartengewächse, obgleich im südlichen S., ja an günstigen Örtlichkeiten bis über den 64.° hinaus, vortreffliches Obst, besonders Äpfel sowie auch Stachel- und Johannisbeeren, und feinere Gemüse gut gedeihen. Erheblich für den Haushalt sind die reichen Ernten an wilden Beeren (Eid-, Heidel-, Preisel-, Multe-, Himbeeren u. a.), welche die Wälder und Gebirge selbst in den nördlichsten Gegenden im größten Überfluß erzeugen.
Die Viehzucht wird jetzt durchgängig nach rationellern Grundsätzen betrieben durch bessere Pflege und Veredelung der Rassen, durch zweckmäßigere Benutzung der Produkte (z. B. bessere Bereitung der Butter und des Käses) etc. Die schwedischen Pferde- und Rinderrassen sind klein, aber kräftig; neuerdings hat man mehrere ausländische Rassen eingeführt. Die Schafe, deren Zahl seit 1886 erheblich abgenommen hat, liefern im allgemeinen nur grobe Wolle; doch gibt es auch veredelte Rassen, obgleich die klimatischen Verhältnisse der Schafveredelung große Schwierigkeiten in den Weg legen. Federvieh wird nicht viel gehalten; die Bienenzucht ist erst in neuerer Zeit in den südlichern Landschaften ein Gegenstand der Aufmerksamkeit geworden. Für die Lappen im N. bieten die Renntiere (etwa 100,000 Stück) den ganzen Reichtum. 1904 zählte man im ganzen: 546,943 Pferde, 2,545,583 Stuck Hornvieh, 1,105,903 Schafe, 66,223 Ziegen und 796,572 Schweine.
Von ganz besonderer Wichtigkeit sind die Waldungen, die 211,485 qkm bedecken; davon liegen 120,200 qkm in Norrland. Aber auch in den Läns des mittlern S. nimmt das Waldland, außer in Södermanland, mehr als die Hälfte des Areals ein, während im Süden nur das Län Ostgotland dies Verhältnis zeigt. 31,5 Proz. sind Kronparke oder gehören den Kommunen etc., während 68,5 Proz. in Privatbesitz sind. Die Bewirtschaftung der Privatwälder ist bis vor kurzem gänzlich frei gewesen; jetzt muß der Besitzer für die Aufforstung sorgen; die übrigen Waldungen stehen unter der Aussicht der Forstdirektion (domæenstyrelsen). Die Wälder liefern den größten Teil des den Berg- und Hüttenwerken nötigen Brennmaterials. Die Abtreibung der schwedischen Wälder veranschlagt man alljährlich auf 30 Mill. cbm, wovon ca. 7 Mill. cbm ausgeführt werden. Über die Hälfte der von S. ausgeführten Holzwaren geht nach England, das übrige nach Frankreich, Belgien, Spanien, Dänemark und Deutschland. Die »pit-props« (Stützen, die in den Gruben angewandt werden) gehen fast ausschließlich nach England, nur ausnahmsweise nach Frankreich. Für den Transport des Holzes vom Innern des Landes nach der Küste zu werden noch vorzugsweise die Flüsse benutzt, insbes. die, welche nach dem Bottnischen Busen strömen, an dem auch die wichtigsten Ausfuhrhäfen gelegen sind. Daneben werden jedoch auch die Eisenbahnen benutzt. 1905 betrug die Ausfuhr 500,000 cbm Balken und Sparren, 707,500 cbm Grubenstützen, 4,545,000 cbm Bretter und Planken, 191,000 cbm Bauholz und Masten etc.
Die Jagd, überall frei und früher ergiebig, ist jetzt von untergeordneter Bedeutung; doch werden in den waldreichern Gegenden des Innern, besonders im N., immer noch Auer-, Birk-, Ha sel- und Schneehühner sowie auch Hafen (die im Winter weiß sind) in ziemlicher Anzahl erlegt. An den Küsten lohnt sich die Jagd auf Seevögel sowie der Robbenschlag. Die Raubtiere sind durch die unablässige Verfolgung in bedeutender Abnahme begriffen; doch wurden 1903 noch für 12 als erlegt angemeldete Bären, 19 Wölfe, 8 Luchse und 73 Vielfraße Prämien ausgezahlt. Ferner wurden 21,485 Füchse und 13,303 Raubvögel (Adler, Uhus, Habichte) erlegt. Das Hochwild (Hirsche, Rehe und Elentiere) ist selten.
Ein wichtiger Erwerbszweig ist die Fischerei, mit der sich 1900: 13,571 Personen (nebst 413 Dienstleuten) beschäftigten, vornehmlich in den Landschaften Bohuslän, Blekinge und Schonen und auf der Insel Gotland. Hier gibt es ganze Dörfer, welche ausschließlich von Seefischerei leben, während an den Küsten des mittlern und nördlichen S. die Fischerei nur von Bauern und den Bewohnern der Küstenstädte betrieben wird. Für die Fischerei gibt es keine allgemeine Statistik, aber ihr Wert ist für 1904 amtlich zu 991/4 Mill. Kr. berechnet worden. Davon kommen auf Gotenburg und Bohuslän 4,7 Mill. Kr. Die Ausfuhr betrug 1904: 18 Mill. kg. Es entfallen etwa 4 Mill. Kr. auf die Küstenfischerei, 1,5 Mill. auf die Hochseefischerei und 35 Mill. auf die Süßwasserfischerei (einschließlich Lachs- und Aalfang). Im Kattegat (besonders bei Bohuslän und Halland) und an der Ostseeküste wird lebhafte Heringsfischerei (seit 1896 jedoch mit abnehmendem Ertrage) betrieben,[135] ferner werden Strömlinge, Dorsche, Flundern, Makrelen, Lachse und Aale (an der Küste wie in den Flüssen), endlich Hummern und Austern im Kattegat bei Marstrand gefangen. Von Bohuslän aus wird im Kattegat, an der Westküste Norwegens und bis nach Island Fischerei auf Kabeljaus betrieben.
Der Bergbau, besonders auf Eisen, demnächst auf Kupfer und auch andre Produkte des Mineralreiches, gehört zu den wichtigsten Nahrungsquellen in S. Vortreffliches Eisenerz wird mit wenigen Ausnahmen überall von Lappland bis Schonen angetroffen. Durch die Läns Kopparberg, Wermland, Örebro, Westmanland und Upsala breiten sich die vornehmsten Eisenerzlager aus, von denen sich die vorzüglichsten, z. B. Dannem ora, Bispberget u. a., in dem im Gebiet der Gneisformation vorkommenden Hornstein finden. Außerdem erheben sich in S. ganze Berge von Eisenerz, z. B. der Taberg am Südende des Wettersees, eine von magnetischem Eisenerz geschwängerte Serpentinmasse, und in den Lappmarken (wo überhaupt eine große Menge noch gar nicht genau erforschter reicher Lager von Eisen-, Kupfer-, Silbererz etc. vorhanden ist) unter 67° nördl. Br. der Gellivara, durchweg aus reinem magnetischen Eisenstein von 6075 Proz. Metallgehalt von vorzüglicher Güte bestehend, der noch viel größere Luossavara, der Kirunavara u. a. Sogar die schwedischen Gewässer sind mit Eisen imprägniert, doch ist der Ertrag von Sumpfeisen unbedeutend. 1905 wurden in ganz S. 4,364,833 T. Eisenerze gebrochen, davon die Hälfte (2,3 Mill. T.) aus den lappländischen Gebirgen. In 129 Hochöfen gewann man 539,437 T. Roheisen, ferner 186,640 T. Luppen und Rohschienen, 78,204 T. Bessemer, 288,675 T. Martin- und 1319 T. Tiegelgußstücke, 390,447 T. Stangen- und Bandeisen etc. Die in vielen Gegenden über 9 Proz. des Areals bedeckenden Torfmoore werden erst neuerdings in Schonen, um das immer seltener werdende Holz zu ersetzen, in größerm Umfang ausgebeutet. Außerdem wurden 1902 gewonnen: 30,095 T. Kupfererz (besonders in Ostgotland und Kopparberg), 9378 T. Silver- und Bleierz, 48,788 T. Zinkerz, 2850 T. Manganerz, endlich 304,733 T. Steinkohlen (in Malmöhus) etc. Die Hüttenindustrie lieferte 1900: 88,48 kg Gold, 1927 kg Silber, 14,239 dz Blockblei und Glätte, 1360 dz Kupfer, ferner 700 dz Schwefel, 12,649 dz Kupfervitriol, 1830 dz Eisenvitriol, 1672 dz Alaun etc.
Die schwedische Industrie hat sich in den letzten Dezennien außerordentlich kräftig entwickelt. 1892 betrug die Zahl der Fabriken aller Art 4471, der Gesamtwert ihrer Produktion 331,6 Mill. Kr., 1904 war ihre Zahl 11962 und die Produktion wertete 1180,7 Mill. Kr. Davon kamen auf Malmöhus 17 Proz., auf die Stadt Stockholm 11,7 Proz., auf Gotenburg (Stadt und Län) 10,1 Proz. Die in den Fabriken verwandten Motoren hatten über 490,000 Pferdekräfte, die Zahl der Arbeiter war 277,853. Den ersten Rang nimmt die Holzindustrie ein, die etwa 67,000 Arbeiter beschäftigt. Dazu gehören 1370 Säge- und Hobelwerke (Produktionswert 153,2 Mill. Kr.), 135 Holzmassefabriken, 441 Möbelfabriken, 19 Zündhölzerfabriken etc. Die Eisenindustrie ist durch 636 Eisen- und Stahlwarenfabriken sowie Gießereien (61,7 Mill. Kr.) und 424 Maschinenfabriken (55,3 Mill. Kr.) vertreten. Der Textilindustrie gehören an: von Spinnereien 31 für Baumwolle, 143 für Wolle, 4 für Jute, 5 für Flachs und Hanf (zusammen 52,4 Mill. Kr.), von Webereien 43 für Baumwolle, 111 für Wolle, 1 für Seide, 7 für Jute, 9 für Flachs und Hanf (zusammen 64,8 Mill. Kr.). Zur Beschaffung von Nahrungsmitteln bestehen 1670 Mahlmühlen (100,4 Mill. Kr.), 17 Zuckerfabriken (39,5 Mill. Kr.), 9 Zuckerraffinerien (50 Mill. Kr.), 130 Brennereien (32,8 Mill. Kr.), 22 Likör- und Punschfabriken (35,8 Mill. Kr.), 735 Bierbrauereien (36,8 Mill. Kr.). Der Hausfleiß (s. d.) ist im ganzen nicht unbedeutend, und besonders tun sich gewisse Gegenden in dieser Hinsicht vor andern vorteilhaft hervor, so z. B. Elfsborglän, wo großartige Baumwollweberei als Hausindustrie betrieben wird, deren Ertragswert man zu 68 Mill. Kr. veranschlagt.
Von großer Wichtigkeit ist der Handel, der 1850 von 11,000, 1864 von 15,528, 1904 von 30,432 Personen (außer 926 Aktiengesellschaften) mit 37,343 Gehilfen betrieben wurde. Der innere Verkehr wird befördert durch eine lange Küste, schiffbare Landseen, Flüsse, Kanäle, Landstraßen und Eisenbahnen. Die Küste bietet überall in den Schären die vortrefflichsten Häfen dar. Von den Landseen des Innern werden viele mit Dampfschiffen befahren, stehen aber auch mit Landstraßen und Eisenbahnen in Verbindung. Die Landstraßen sind chausseeartig angelegt und werden auch gut unterhalten; ihre Gesamtlänge betrug 1900: 57,037 km; jährlich werden bei den Stationen, in denen Reisende Bewirtung, Obdach und Pferde erhalten können, ungefähr 1,6 Mill. Pferde geliefert, denn das Reisen mit Skjuts (spr. schuß), wie man diese Einrichtung nennt, ist bequem und nicht teuer. Die Eisenbahnen bilden im südlichen Teil bereits ein zusammenhängendes Netz und teilen sich in Stammbahnen und Privatbahnen, jene vom Staate, diese von Privatpersonen oder Kommunen, großenteils aber mit Unterstützung des Staates, angelegt und unterhalten. 1904 standen im Betrieb 12,362 km Eisenbahnen (davon 8156 km Privatbahnen). Die größten Staatsbahnlinien sind: die Westbahn (Stockholm-Gotenburg, 456 km), die Nordbahn (Stockholm-Auge, 484 km), die Südbahn (Falköping-Malmö, 380 km), die Nordwestbahn (Laxå bis zur norwegischen Grenze in der Richtung auf Kongsvinger, 210 km), die Ostbahn (Katrineholm-Nässjö, 216 km), die Linie Sundsvall-Torpshammar-Storlien (363 km), die Bahn durch das nördliche Norrland (Bräcke-Morjärv, 703 km) und die Linie von Luleå zur norwegischen Grenze (434 km). Unter den Privatbahnen ist am ausgedehntesten die Linie Falun-Kil-Gotenburg (486 km). Die Länge der Staatstelegraphenlinien betrug 1903: 9572 km, die der Drähte 29,023 km, außer 7091 km Linien und 21,487 km Drähten der Eisenbahnen. Die Länge der Staatstelephondrähte betrug 1904: 153,168 km, die der privaten Telephondrähte etwa 72,000 km, Staatstelephonstationen gab es 1471, die Zahl der Apparate war 74,512. Es gab 1904: 3419 Postanstalten; befördert wurden 108,4 Mill. Briefe, 48,5 Mill. Postkarten, 24,3 Mill. Drucksachen und Warenproben, ferner Wertbriefe und Postanweisungen im Werte von 768 Mul. Kronen.
Der Handel mit dem Ausland wird, außer zu Lande mit Norwegen und Finnland, vorzugsweise von den 51 Stapelstädten betrieben, in denen es Zollstationen gibt; doch besitzen auch andre See- und Landstädte, Flecken, ja das platte Land Schiffe, die daran teilnehmen. Die schwedische Kauffahrteiflotte zählte 1903: 1983 Segelschiffe von 271,852[136] Ton. und 987 Dampfschiffe von 375,999 T. Gehalt. Der ausländische Handel erstreckt sich über die ganze Erde und hat sich besonders in der neuesten Zeit sehr gehoben. Die Haupteinfuhrartikel sind: Mineralien (1904: 92,7 Mill. Kronen), Getreide und Mehl (70,7 Mill.), Gespinste (41,9 Mill.), Spinnstoffe (41,1 Mill.), Kolonialwaren (39,6 Mill.), Talg, Öl, Gummi (39,4 Mill.), Metallarbeiten (34,7 Mill.), Fahrzeuge und Maschinen (36,5 Mill.), Haare und Häute (27,7 Mill.), Pflanzenstoffe (27,6 Mill.), Metalle (24,9 Mill.), tierische Nahrungsmittel (22 Mill.), Zwirn (15,4 Mill.), Früchte und Gartenprodukte (13 Mill.). Zur Ausfuhr gelangen vornehmlich Holz (unverarbeitet 138 Mill., verarbeitet 61,7 Mill.), tierische Nahrungsmittel (44 Mill.), unverarbeitete Metalle (37,3 Mill.), Mineralien (37 Mill.), Papier (20,3 Mill.), Fahrzeuge und Maschinen (19,8 Mill.) und Metallarbeiten (14,6 Mill.). Der Wert der Einfuhr betrug 1904: 578,5 Mill., der der Ausfuhr 414,7 Mill. Kr. Aus- und Einfuhr verteilten sich auf die Hauptverkehrsländer wie folgt (in Tausenden Kronen):
Der Rest kam auf Spanien und Portugal, Italien, La Plata-Staaten, Brasilien, Westindien etc. Die Zahl der in die schwedischen Häfen vom Ausland eingelaufenen beladenen Fahrzeuge betrug 1903: 15,275 mit 4,010,324 Ton. (darunter schwedische mit 2,298,966 T.), die der ausgelaufenen 20,854 mit 5,879,659 T. (darunter schwedische mit 2,680,391 T.). Die wichtigsten Handelsplätze sind seit langer Zeit Stockholm und Gotenburg. An Bankinstituten bestehen (1905) die Reichsbank in Stockholm, die einzige, die Noten ausgibt, 22 »solidarische Banken« und 52 Kreditaktiengesellschaften, ferner eine allgemeine Hypothekenbank und 10 ländliche Hypothekenvereine. Die Zahl der Sparkassen betrug 1904: 409 mit 568,3 Mill. Kr. Einlagen; außerdem gab es 2981 Postsparkassen mit 54,7 Mill. Kr. Einlagen. 1903 empfingen 4,51 Proz. der Bevölkerung (in den Städten 6,59 Proz.) Armenunterstützung. Das 1879 eingeführte metrische Maßsystem wurde 1889 obligatorisch vorgeschrieben. Von ältern Größen sind die wichtigsten; der Fot = 29,6901 cm, die Mil von 360 Ref oder 6000 Famnar = 10,688,436 m, das Tunnland oder die Tonne Aussaat von 56 Kannland zu 250 Quadratellen = 4936,41 qm und ein Quadratref von 10,000 Quadratfuß = 881,502 qm, die Kanna zu 1/10 Kubikfot = 2,6172 Lit., das Skålpund (Viktualiengewicht) zu 100 Ort = 425,076 g. In Gemäßheit der Münzkonvention vom 18. Dez. 1872 mit Dänemark werden 2480 Kronor zu 100 Öre aus 1 kg sein Gold geschlagen, die Krona = 1,125 Mark. Goldmünzen zu 20 und 10 Kronor, 900 Tausendteil sein, dürfen in Feinheit um 11/2, im Gewicht um 11/2, bez. 2 Tausendteil abweichen. In Silber werden geprägt: 1 Krona 7,5 g schwer und 4/5 fein, entsprechend 2 Kronor, mit geringerer Feinheit die Stücke zu 50,25 und 10 Öre; Bronzemünzen zu 5,2 und 1 Öre. Die Konventionsmünzen sind in den drei skandinavischen Reichen gesetzliches Zahlungsmittel, bessere Silbermünzen jedoch nur bis 20, geringere bis 5 und Bronzemünzen bis 1 Krone. Bis Ende 1874 vertrat der frühere Riksdaler Riksmynt die Krone. Als hauptsächliches Umlaufsmittel dienen die Bancosedlar der staatlichen Reichsbank zu 51000 Kronen.
S. ist eine durch den Reichstag beschränkte selbständige Erbmonarchie, die von einem König nach den Reichsgrundgesetzen regiert wird. Diese Grundgesetze sind: 1) die Regierungsform vom 6. Juni 1809; 2) die Reichstagsordnung vom 22. Juni 1866; 3) das Erbfolgegesetz vom 26. Sept. 1810 (nach dem den männlichen Deszendenten Karls XIV. Johann die Thronfolge zugesichert ist; nach dem Aussterben seines Hauses tritt das Wahlrecht der Volksvertretung wieder ein) und 4) die Preßsreiheitsordnung vom 6. Juni 1812. Die Volljährigkeit des Königs tritt mit dem zurückgelegten 18. Jahr ein. Der König, jetzt Oskar II. Frederik (geb. 21. Jan. 1829, seit 18. Sept. 1872 Regent), muß sich zur lutherischen Religion bekennen, befehligt Land- und Seemacht, schließt Bündnisse und Frieden und übt das Begnadigungsrecht aus. Die von ihm ausgehenden Befehle müssen von dem vortragenden Mitglied des Staatsrats mit unterzeichnet sein. Die Zivilliste des Königs (1907: 1,581,000 Kronen) sowie die der übrigen zum königlichen Hause gehörenden Personen wird von dem Reichstag bestimmt. Der König residiert in dem Residenzschloß zu Stockholm. Die Volksvertretung bildet der Reichstag. Derselbe besteht aus zwei Kammern mit gleicher Machtvollkommenheit in allen Fragen. Der ordentliche Reichstag tritt alljährlich 15. Jan. zusammen und dauert je vier Monate. Die Mitglieder der Ersten Kammer, die keine Diäten erhalten, werden gewählt von den Landstingen oder den Bevollmächtigten der größern Städte (die je mindestens 1/150 der Bevölkerung des Reiches haben). Zu dieser Kammer, deren Mitglieder auf neun Jahre gewählt werden, ist nur wählbar, wer 35 Jahre alt ist und seit wenigstens drei Jahren Grundstücke besessen hat, deren Taxwert mindestens 80,000 Kr. beträgt, oder während dieser Zeit für ein jährliches Einkommen von wenigstens 4000 Kr. an den Staat gesteuert hat. Die Anzahl der Mitglieder ist (seit 1894) 150. Die Zweite Kammer besteht aus 230 Mitgliedern (150 für das Land, 80 für die Städte). Auf dem Lande wird für jeden Gerichtssprengel ein Bevollmächtigter gewählt; wenn die Sprengel (wie zurzeit) weniger sind als 150, so werden die volkreichsten je in zwei Wahlkreise geteilt, so daß die Gesamtzahl auf 150 steigt. Jede Stadt, deren Einwohnerzahl 1/80 oder mehr der gesamten städtischen Bevölkerung beträgt, wählt für sich einen Abgeordneten für jedes volle Achtzigstel. Die übrigen Städte werden in besondere Wahlkreise zusammengelegt, die je einen Abgeordneten wählen. Aktives Wahlrecht kommt in der Kommune jedem Manne zu, der in den allgemeinen Angelegenheiten der Kommune stimmberechtigt ist und Grundstücke zu einem Taxwert von wenigstens 1000 Kr. besitzt, oder der für seine Lebenszeit oder wenigstens auf fünf Jahre ein Grundstück pachtet, dessen Taxwert nicht unter 6000 Kr. ist, oder der für ein jährliches Einkommen von wenigstens 800 Kr. an den Staat steuert. Die Wahlen werden im September jedes dritten Jahres vollständig erneuert. Wählbar ist jeder unbescholtene Mann, der wenigstens 25 Jahre alt ist und in der Kommune Stimmrecht besitzt. Jedes Mitglied der Zweiten Kammer erhält für jeden Reichstag (von vier [137] Monaten) 1200 Kr. Diäten. Was beide Kammern übereinstimmend beschließen, wird als Reichstagsbeschluß dem König zur Sanktion vorgelegt und erhält Gesetzeskraft, wenn der König es annimmt. Jede Frage, über die beide Kammern sich nicht einigen, fällt für den bestehenden Reichstag aus, mit Ausnahme solcher, die Staatsausgaben oder Bewilligungen oder die Verwaltung, die Einnahmen und Ausgaben der Bank und des Reichsschuldenkontors betreffen. In diesen Fällen stimmt jede Kammer über die gefaßten abweichenden Beschlüsse ab, und die Meinung, die dann die meisten der in beiden Kammern zusammengezählten Stimmen erhält, gilt als Reichstagsbeschluß. Der Reichstag verwaltet allein die Reichsbank und das Reichsschuldenkontor; er kann die Ratgeber des Königs in den Anklagestand vor dem Reichsgericht versetzen. Er ernennt einen Justizsachwalter (justitie-ombudsman), der die Richter und Beamten überwacht und die Freiheit des Einzelnen schützt; ferner ernennt er für jedes Jahr Staatsrevisoren, welche die gesamte Staatsverwaltung revidieren und darüber dem Reichstag Bericht erstatten. Außer dieser Repräsentation wird jede Stadt durch eine Kommunalregierung sowie das Land jedes Läns laut Gesetz vom 21. März 1862 durch ein Landsting repräsentiert, zusammengesetzt aus den Städten von weniger als 1/150 der Bevölkerung des Reiches und den Häradern oder den Gerichtssprengeln des Läns. Das Landsting hat zu beraten und zu beschließen über Angelegenheiten des Läns, welche die allgemeine Haushaltung, die Entwickelung des Landbaues und der Gewerbe, die Anstalten zur Beförderung der Verkehrsmittel, Gesundheitspflege, Unterricht, allgemeine Sicherheit etc. betreffen. Das Landsting tritt alljährlich im September in der Hauptstadt des Läns zusammen und kann sechs Wochen tage versammelt sein. Den Sprecher ernennt jedesmal der König. Weiteres über die Wahlrechtsangelegenheiten s. unten: Geschichte (S. 146).
Die Staatsverwaltung hat ihren Mittelpunkt in dem nur aus Schweden lutherischen Glaubens gebildeten Staatsrat, der aus elf Mitgliedern (acht mit Portefeuilles für Justiz, Auswärtiges, Inneres, Ackerbau, Finanzen, Krieg, Marine, kirchliche Angelegenheiten und drei konsultative Staatsräte) besteht. Die alte Einteilung in Götarike (Gotland), Svearike und Norrland sowie in Landschaften oder Provinzen ist zwar jetzt amtlich nicht mehr im Gebrauch, wird aber in Schriften und im Munde des Volkes beibehalten (s. jene Artikel). In administrativer Hinsicht zerfällt S. in eine Oberstatthalterschaft (Stockholm) und 24 Läns (Regierungsbezirke), an deren Spitze je ein Landeshauptmann (landshöfding) steht. Jedes Län zerfällt wieder in Vogteien (fogderier, im ganzen 118) und Härader, die an der östlichen Küste Skeppslag (Schiffsgenossenschaften) genannt werden, während in den sechs nördlichsten Läns die Tingslag (Gerichtsgenossenschaften) an die Stelle der Härader treten. Die Verwaltung führt in den (93) Städten der Magistrat, an dessen Spitze ein Bürgermeister steht, in den ländlichen Ortschaften der Gemeindevorstand (kommunal-nämnd). Oberste Justizbehörde ist das Tribunal des Königs (konungens högsta domstol), das aus 18 vom König ernannten Gerichtsräten (justitieråd) besteht. Appellationsgerichte sind drei Hofgerichte: 1) Svea-Hofgericht in Stockholm für Svearike, Norrland und Gotland, 2) Göta- Hofgericht in Jönköping und 3) das Hofgericht für Schonen und Blekinge in Christianstad. In erster Instanz entscheiden in den Städten (mit Ausnahme von einigen kleinen, die noch unter dem Landgericht stehen) die Rathausgerichte, auf dem Land aber die (120) Häradsgerichte, von denen jeder Gerichtssprengel (domsaga) eins hat, das aus einem von dem König ernannten Richter (häradshöfding) und zwölf von den landbesitzenden