Telegraph

[382] Telegraph (griech., »Fernschreiber«; hierzu die Tafeln »Telegraphenapparate I u. II« und die »Karte des Welttelegraphennetzes« bei S. 386), jede zur Nachrichtenbeförderung dienende Vorrichtung, durch die der an einem Orte (Senderort) zum sinnlichen Ausdruck gebrachte Gedanke an einem entfernten Ort (Empfangsort) wahrnehmbar wiedererzeugt wird, ohne daß mit der Nachricht ein Gegenstand befördert wird. Zur Wahrnehmung der übermittelten Zeichen dienen Auge und Ohr. Die Zeichen sind entweder bloß hörbar, oder vorübergehend sichtbar, oder bleibend sichtbar. Die hörbaren Zeichen bestehen aus besonders vereinbarten Zeichen (Klopferapparat; Cambaryfu, s. d.) oder aus allgemeinverständlichen Sprachlauten (gallische Rufposten, Fernsprecher, s. d.). Die vorübergehend sichtbaren Zeichen sind aus Gegenständen gebildete Figuren (optische oder Zeichentelegraphen, Zeigerapparate mit umlaufendem Zeiger) oder Lichterscheinungen (Feuerzeichen, Lichtblitze). Die dauernd sichtbaren Zeichen bestehen aus vereinbarten Schriftzeichen (Morseapparat) oder aus allgemeinverständlichen Zeichen (Typendrucktelegraphen, Fernzeichner). Zur Erzeugung der Zeichen wird am Sendeort ein Bewegungszustund (Schall-, Licht- oder elektrische Schwingungen) erregt und nach dem Empfangsorte durch feste (Drähte), flüssige (Meerwasser) und gasförmige (Luft) Körper sowie insbes. nach den neuern Hypothesen durch den Weltäther fortgepflanzt (s. Drahtlose Telegraphie).

Optische Telegraphen waren schon im Altertum bekannt; nach Äschylos erfuhr Klytämnestra die Eroberung des 555 km entfernten Troja durch Feuerzeichen. Alarmfeuer waren bei den Feldzügen Hannibals, bei den Schotten, bei den germanischen Völkerschaften etc. zur Nachrichtenverbreitung gebräuchlich, worüber Thukydides, Polybios, J. Africanus und sonstige Schriftsteller berichten. Kleoxenos oder Demokleitos (450 v. Chr.) soll die Buchstaben des griechischen Alphabets auf fünf Tafeln verteilt und dann durch Erheben von Fackeln nach links oder rechts zuerst die Tafel, auf welcher der zu telegraphierende Buchstabe stand, darauf die Nummer des Buchstabens selbst bezeichnet haben. Nach Vegetius wurden an den Warttürmen befestigter Plätze Balken angebracht, durch deren senkrechte oder wagerechte Stellung Nachrichten nach außen gegeben werden konnten. Weitere Ausbildung erhielt der optische T. von 1789–92 durch die Gebrüder Chappe, die drei Balken an einem weithin sichtbaren Orte so an einem Gestell befestigten, daß sie in vielfachen Kombinationen eine große Zahl bestimmter Zeichen geben konnten; ein solches Zeichen gelangte 1794 von Paris nach Lille über 20 Stationen in 2 Minuten. Frankreich hatte 1844: 534 solcher Stationen. In Preußen bestand seit 1833 ein Chappescher T. lediglich für Staatszwecke zwischen Berlin, Köln und Trier. Der Zeichengebung durch bewegliche Arme (Semaphoren, s. d.) bedient man sich bisweilen[382] noch zum Verkehr zwischen Schiff und Küste, meist werden Flaggen angewandt (s. Seetelegraphenanstalten), welche Verkehrsform neuerdings durch die drahtlose Telegraphie verdrängt wird, ferner im Festungskrieg, auch auf den Schießplätzen der Artillerie etc. In ähnlicher Weise erfolgt die Zeichengebung durch zwei nebeneinander stehende Leute, die in jeder Hand eine Tafel mit kurzem Stiele halten; ihre senkrechte Stellung bedeutet Punkte, die wagerechte die Striche des Morsealphabets. Nachts werden die Striche und Punkte durch farbige Laternen dargestellt. Wegen der Flaggensignale s. Flagge, Geheimschrift und Signale. Nur auf kurze Entfernungen, z. B. zu Kommandozwecken auf einem Schiffe, wird die akustische Telegraphie angewendet, indem Schallwellen ohne Vermittelung von Elektrizität durch Rohrleitungen (Sprachrohre) oder durch einen gespannten Draht mit beiderseits angeschlossenen Schallbechern weitergeleitet werden; neuerdings wird der Stimmgabeltelegraph auch akustischer T. genannt. Wegen des pneumatischen Telegraphs (pneumatische Klingel) s. unter Haustelegraphie.

Als erster elektrischer T. gilt der allerdings nie praktisch verwertete chemische T. von Sömmerring; 1809 leitete dieser 35 Drähte nach ebenso vielen mit Buchstaben etc. bezeichneten Gefäßen mit angesäuertem Wasser und bezeichnete den zu telegraphierenden Buchstaben dadurch, daß er das Wasser durch den Strom einer Voltasäule zersetzte. Bei den spätern chemischen Telegraphen machte ein mit der Leitung verbundener Metallstift die ankommenden Stromwirkungen auf einem fortlaufenden, mit Jodkalium etc. getränkten Papierstreifen als Punkte und Striche sichtbar.

Der erste Abschnitt der praktischen elektromagnetischen Telegraphie begann 1820 mit Örsteds Entdeckung, daß eine in der Nähe des Schließungsdrahts einer Voltaschen Säule aufgestellte Magnetnadel je nach der Richtung des Stromes nach der einen oder der andern Seite hin abgelenkt wird. Da hierzu, wenn die Nadel von zahlreichen Drahtwindungen (Multiplikator) umgeben ist, ein schwacher Strom ausreicht, so war die Möglichkeit, auf große Entfernungen zu telegraphieren, gegeben. Jedoch weder das Telegraphenmodell von Ampère und Ritchie (1820) mit 30 Nadeln und 60 Leitungsdrähten, noch das von Fechner (1829) mit 24 Nadeln und 48 Drähten eignete sich zur Ausführung im großen. Erst 1832 versuchte P. v. Schilling-Cannstadt, eine Nadel mit nur zwei Leitungsdrähten anzuwenden und die verschiedenen Buchstaben durch Kombination mehrerer Ablenkungen nach rechts und links auszudrücken. Aber schon 1833 hatten Gauß und Weber in Göttingen zwischen der Sternwarte und dem physikalischen Kabinett einen auf derselben, von ihnen selbständig gefundenen Idee beruhenden T. hergestellt. Von ihnen angeregt, legte Steinheil 1837 zwischen München und Bogenhausen eine 3/4 Meile lange Telegraphenleitung an; er wandte, wie Gauß und Weber, statt der gewöhnlichen galvanischen Ströme die Magnetinduktionsströme an und fixierte die Zeichen in Form einer Schrift, indem seine zwei Magnetnadeln, wenn sie abgelenkt wurden, auf einen durch ein Uhrwerk vorübergeführten Papierstreifen Punkte zeichneten. In England wurde der Nadeltelegraph durch Cooke und Wheatstone eingeführt; Cooke hatte 1836 in Heidelberg ein Modell des Schillingschen Apparats gesehen und verband sich 1837 mit Wheatstone zur Verbesserung und praktischen Verwertung der Schillingschen Erfindung.

Der Nadeltelegraph von Wheatstone und Cooke enthält zwei auf gemeinschaftlicher horizontaler Achse befestigte, im Ruhestand vertikal stehende astatische Magnetnadeln, deren eine sich innerhalb einer Multiplikatorrolle, die andre als Zeiger auf der Vorderseite des Apparatgehäuses befindet. Zum Zeichengeben dient der Schlüssel, durch dessen Drehung die Nadeln sämtlicher in die Leitung eingeschalteter Apparate so abgelenkt werden, daß sie mit der Stellung, die man dem Handgriff jeweilig gegeben hat, parallel stehen. Durch Kombinationen von Ablenkungen nach rechts und links werden die Buchstaben ausgedrückt. Beim Zentraltelegraphenamt in London sind heute noch über 20 einfache Nadelapparate in Betrieb. Der Doppelnadeltelegraph derselben beiden Erfinder, eine Zusammensetzung zweier Nadelapparate der eben beschriebenen Art, erfordert eine doppelte Drahtleitung, gestattet aber raschere Korrespondenz. Zum Betriebe der Nadeltelegraphen genügen sehr schwache Ströme; sie eignen sich deshalb vorzugsweise für Kabellinien.

Der zweite Abschnitt der elektromagnetischen Telegraphie setzt mit der Anwendung des Elektromagnetismus ein. Wheatstone benutzte zuerst die Anziehungskraft des Elektromagneten zur Herstellung eines Läutwerkes, das seinem Nadeltelegraphen als Alarmvorrichtung beigegeben war, bald aber auch zur Konstruktion seines Zeigertelegraphen (1839), bei dem ein durch ein Uhrwerk getriebener Zeiger durch eine am Anker eines Elektromagnets angebrachte Hemmungsvorrichtung von der entfernten Abgangsstation aus nach Belieben vor jedem der am Rande des Zifferblattes verzeichneten Buchstaben angehalten werden kann. Einen für die allgemeine Telegraphie brauchbaren und entwickelungsfähigen elektromagnetischen Schreibtelegraphen stellte nach längern Versuchen 1836 Morse her. Bei diesem Schreibapparat wird durch kürzere und längere Stromwirkungen ein Anker kürzere oder längere Zeit angezogen, so daß ein am Ankerhebel sitzender Stift auf einem. Papierstreifen Punkte und Striche in Form von Eindrücken aufschreibt. Später wurde der Stift durch ein Farbrädchen ersetzt, weshalb der Morseapparat auch Farbschreiber oder Blauschreiber genannt wurde. Über den gebräuchlichen Normalfarbschreiber und die Anwendung des Prinzips des Morseapparats auf den Klopfer s. Tafel I. Die internationalen Morsezeichen sind:

Tabelle

Die gleichfalls nach dem Morseprinzip konstruierten, aber polarisierten Doppelschreiber für Ströme wechselnder Richtung haben für Punkt und Strich besondere Schreibvorrichtungen; der früher zum Mitlesen der Telegramme in Seekabeln benutzte polarisierte Doppelschreiber von Siemens liefert zweizeilige Schrift (oberer Punkt gleich Morsestrich, unterer Punkt gleich Morsepunkt) und der Estienneapparat zum Rande des Papierstreifens senkrecht gestellte Morseschrift. Die Drucktelegraphen für vereinbarte Schrift, zu denen auch der Estienneapparat gerechnet[383] werden kann, haben keine Bedeutung erlangt, während die Typendrucktelegraphen, z. B. der Hughesapparat, weit verbreitet sind. Zu den Hilfsapparaten der Telegraphie gehören: Galvanoskop und Blitzableiter, Umschalter verschiedener Art, künstliche Widerstände (Rheostaten) aus Manganindraht, Graphit etc., Kondensatoren, Grob- und Feinsicherungen gegen Hochspannungsgefahr, Eisendrähte enthaltende Induktanzrollen (Gegenstromrollen, Graduatoren), die beim Unterbrechen des Telegraphiestroms einen kräftigen Extrastrom zur Aufhebung des Entladungsstroms aussenden. Wo die Stärke des ankommenden Stromes zur Ingangsetzung der Apparate nicht ausreicht, schaltet man in die Leitung ein Relais (s. d.) ein. Dieses besteht aus einem Elektromagnet mit leicht beweglichem Ankerhebel, der durch den Strom von dem Ruhekontakt an den Arbeitskontakt gelegt wird und dadurch eine Ortsbatterie oder eine am Zwischenort aufgestellte Linienbatterie schließt. Die Konstruktion der Hebel und Elektromagnete ist sehr verschieden. Man unterscheidet: neutrale Relais, zu denen auch das Weckerrelais mit Tauchkern gehört, polarisierte Relais (z. B. solche mit drehbaren Kernen, mit Flügelanker) und Kabelrelais. Ein polarisiertes Relais ist neutral eingestellt, wenn der mit der Hand an einen der beiden Kontakte gelegte Anker daselbst liegen bleibt. Zum Anrufen einer beliebigen von mehreren in eine Ruhestromleitung eingeschalteten Anstalten dient der Pendelanrufer von Wetzer und Pforten. Das verstellbare Pendel der rufenden Anstalt wird auf die Schwingungszahl des elektromagnetisch betätigten Pendels der gerufenen Anstalt eingestellt, so daß ein Wecker ertönt. Aus den chemischen Telegraphen haben sich die Fernzeichner (Handschriften- oder autographische Telegraphen) entwickelt. Sie übertragen die mit der Hand ausgeführten Schriftzüge und Zeichen formgetreu in die Ferne, und zwar die ältern Apparate, nachdem das Schriftstück vorbereitet ist, nämlich der chemische Kopiertelegraph von Bakewell (1847), Pantelegraph von Caselli (erstes Patent 1855), elektromagnetischer Kopiertelegraph (Elektrograph) von Lenoir (1866), der diesem ähnliche amerikanische Telediagraph und der Kopiertelegraph von Carbonelle (1907). Einige Apparate übertragen die Schriftzüge etc. im Augenblick des Niederschreibens, nämlich die Telautographen von Gray (1888), Foster Ritchie und Cerebotani, (Tele-) Pantograph von Greville-Williams, Telautograph oder Telechirograph von Gruhn (1902) etc. Bei den Kopiertelegraphen müssen bestimmte Teile im Sender und Empfänger, z. B. die Schreibstifte oder die Schreibfläche, in Walzenform sich synchron bewegen, was schwer erreichbar ist.

Der Pantelegraph von Caselli war 1865 zwischen Paris und Lyon im Gebrauch. Ein innerhalb eines eisernen Rahmens befestigtes langes Pendel mit Eisenlinse schwingt unter Mitwirkung eines Chronometers und einer Batterie zwischen zwei Elektromagneten und überträgt durch eine Zugstange seine Bewegung auf die an einem Schlitten befestigten Schreibstifte. Letztere bewegen sich demnach hin und her über den auf gekrümmten Blechpulten aufliegenden, chemisch zubereiteten Papierblättern, auf denen sie farbige Linien erzeugen, und rücken zugleich bei jeder Schwingung um eine Linienbreite auf ihrer Achse vor. Der eine Stift arbeitet nur auf dem Hingang, der andre auf dem Rückgang; es können mithin zwei Telegramme zugleich abgegeben werden. Die Kopie besteht aus seinen, farbigen, parallelen Linien, die nur entstehen, wenn der Stift der mit einem gleichartigen Apparat ausgerüsteten Sendestation über die Schrift geht. Bei dem Grayschen Telautographen wird die Schreibfeder von zwei rechtwinkelig zueinander gespannten Fäden gehalten, die beim Schreiben zwei Stromstöße sendende Schaltwerke betätigen. Die in zwei Leitungen fortgepflanzten Stromstöße betätigen die Empfängerschaltwerke und damit zwei Zugstangen, an denen die Empfangsschreibfeder sitzt und die Bewegungen der sendenden Feder wiederholt. Bei dem Gruhnschen Apparat wird die Bewegung des sendenden Schreibstifts gleichfalls in zwei senkrecht auseinander stehende Komponenten zerlegt, denen zwei elektrische undulierende, in zwei Leitungen fortgepflanzte Ströme entsprechen. Die Ströme lenken am Empfangsort einen Konkavspiegel in zwei senkrecht auseinander stehenden Ebenen ab. Der vom Spiegel reflektierte Lichtstrahl einer Glühlampe schreibt dem Original entsprechende Zeichen auf lichtempfindliches Papier, das sofort durch ein Entwickelungsbad geht, so daß die photographische Schrift sichtbar wird. Wegen der elektrischen Übertragung von Bildern nach System Korn s. Fernphotograph. Korns System ist durch Hinzufügung eines Saitengalvanometers und eines Selenkompensators so verbessert, daß es auf 1200 km innerhalb 20 Minuten 13x18 cm große Bilder übertragen hat. Die Versuche werden zurzeit zwischen Berlin und München fortgesetzt. Die Apparate für »elektrisches Fernsehen« (s. d.) sind meist gleichzeitig Fernzeichner, z. B. die Telektroskope von Senlecq (1877) und von Szczepanik (1899) sowie das Telegraphoskop u. der Telestereograph von Belin (1907).

Bei der Bedienung der Schreib- und Typendrucktelegraphen mit der Hand läßt sich die Geschwindigkeit der Stromsendungen über eine gewisse Grenze nicht steigern, deshalb haben zahlreiche Erfinder zur bessern Ausnutzung der Leitungen die Entsendung der Telegraphierströme einer Maschine übertragen (automatische Telegraphie). Die bekanntesten Maschinentelegraphen, für welche die abzutelegraphierenden Telegramme stets in Form eines gelochten Streifens mit der Hand in Lochmaschinen vorbereitet werden müssen, sind von Wheatstone seit 1867, Creed seit 1902, Buckingham seit 1895, Donald Murray seit 1899, Pollak und Virág seit 1898 und von Siemens u. Halske seit 1902 konstruiert worden. Der Morseschrift liefernde Wheatstoneempfänger spricht auch auf den Synchronographen, einen automatischen Geber von Crehore und Squier, an. Der Creed- und der Murraytelegraph liefern im Empfangsort gelochte Streifen, deren Lochzeichen eine Übersetzungsmaschine in Typendruck auf Blättern umwandelt, oder die zum automatischen Weitertelegraphieren benutzt werden. Der Buckingham- und Siemens u. Halske-Telegraph liefern unmittelbar Typendruck, ersterer in Blattform, letzterer auf lichtempfindlichen Papierstreifen durch die photographische Wirkung eines elektrischen Funkens; die letzte Ausführung des Pollak u. Virágschen Apparats liefert eine Art lateinischer Kursivschrift; sie wird von einem Lichtstrahl, der durch zwei mit je einer Telephonmembran verbundene schwingende Spiegel geführt wird, auf lichtempfindliches Papier geschrieben, z. B.

Tabelle

Wegen der Einzelheiten s. Kraatz, Maschinentelegraphen (Braunschw. 1906). Die Wheatstoneapparate[384] sind sehr verbreitet, in London allein über 100 in Betrieb; sie arbeiten auch zwischen London, Liverpool und Manchester einerseits und Teheran anderseits mit 10 zwischengeschalteten Übertragungen. Ein Murraysystem ist zwischen Berlin und Hamburg in Betrieb.

Einen weitern Weg zur bessern Ausnutzung der Telegraphenleitungen bietet die Mehrfach- (Multiplex- oder Vielfach-) Telegraphie, d. h. die wechselzeitige und die gleichzeitige Beförderung von zwei oder mehr Telegrammen auf einer Leitung. Bei dem wechselzeitigen T. wird die Zeit, welche die Mechanismen eines Gebers und seines zugehörigen Empfängers, außer zur Stromsendung und zum Stromempfang, zu ihrer sonstigen Betätigung brauchen und die im Verhältnis zur Stromdauer lang ist, dazu ausgenutzt, den zu andern Gebern gehörigen Empfängern Strom zuzusenden. Jede der beiden Telegraphenanstalten hat einen Verteiler, dieser besteht aus einer Scheibe mit gegenseitig isolierten Metallsektoren, deren jeder mit einem Apparatsystem verbunden ist, und aus einer über den Sektoren schleifen den, an der Scheibenachse befestigten Metallbürste, die an der Leitung liegt. Die zwei auf beiden Anstalten genau gleichgeschwind umlaufenden Bürsten verbinden in regelmäßiger Folge von den verschiedenen Paaren der miteinander arbeitenden Apparatsysteme immer ein Paar mit der Leitung. In dieser Weise arbeitet der namentlich in Frankreich verbreitete und im internationalen Dienst Italiens, Deutschlands etc. benutzte Typendrucker von Baudot für 2-, 3-, 4- oder 6fache Telegraphie. Durch die fünf Tasten der Baudotklaviatur lassen sich, in Verbindung mit dem Verteiler, fünf zeitlich verschiedene Ströme hervorbringen. deren jeder sein ihm zugeordnetes Empfangsrelais betätigt. Je nachdem nun ein, mehrere oder alle fünf Relaishebel in Tätigkeit treten, wird die Druckvorrichtung zu einer andern Zeit gegen das rotierende Typenrad gedrückt, so daß einer bestimmten Tastenkombination auch ein entsprechendes Zeichen entspricht. Die Schrift erscheint wie beim Hughesapparat auf einem fortlaufenden Streifen. (Wegen der Einzelheiten s. »Elektrotechnische Zeitschrift«, Berl. 1901.) Wechselseitig arbeitet auch der 4- oder 6fache Rowlandtelegraph, dessen Sender wie eine Schreibmaschine bedient wird, und dessen Empfänger das Telegramm zeilenweise auf Rollenpapier druckt.

Delany treibt den Verteiler mittels des phonischen Rades. Die sehr zahlreichen Sektoren sind zu mehreren Stromkreisen verbunden. Dauert eine Stromsendung längere Zeit, so wird sie zwar vom Verteiler zerrissen; die Pausen sind jedoch so kurz, daß der zerrissene Strom im Empfänger, als welche Morse- und Typendruckapparate dienen, wie ein ununterbrochener wirkt. Bei 6 facher Morsetelegraphie leistet jeder Empfänger 40 Wörter, bei 72 facher Typendrucktelegraphie nur noch 3 Wörter in der Minute. Bei der gleichzeitigen Telegraphie steht die Leitung jedem mit ihr verbundenen Apparatsysteme dauernd zur Verfügung. Entweder werden zwei Telegramme in derselben Richtung befördert (Doppelsprechen, Diplextelegraphie, in der Praxis nicht angewendet) oder in entgegengesetzter Richtung (Gegensprechen, Duplextelegraphie). Aus der Verbindung beider Betriebsarten ergibt sich das Doppelgegensprechen (Quadruplextelegraphie), wobei gleichzeitig zwei Telegramme in der einen und zwei in der entgegengesetzten Richtung gegeben werden. Am häufigsten wird das Gegensprechen angewendet. Die Brückenschaltung für oberirdische und kurze unterirdische Leitungen sowie entsprechend abgeändert für lange Seekabel und die Differentialschaltung für längere unterirdische Linien. Alle gebräuchlichern Apparate können nach diesen Schaltungen betrieben werden. Eine besondere Art der Vielfachtelegraphie ist die harmonische (akustische) oder Stimmgabeltelegraphie. Sie beruht darauf, daß gleichzeitig mehrere, von je einem besondern Geber erzeugte Wechselströme verschiedener Frequenz ohne gegenseitige Störung eine Drahtleitung durchlaufen, und der mit dem betreffenden Geber in Resonanz stehende Empfänger nur auf den für ihn bestimmten Strom anspricht. Bei dem Vielfachtelegraph von Mercadier werden die Wechselströme mit dem von ihm 1873 erfundenen Stimmgabelunterbrecher (électro-diapason inductophone) erzeugt und durch Tasten als Morsezeichen den Empfängern, Monotelephonen, deren jedes ein auf eine bestimmte Wechselstromfrequenz abgestimmtes Telephon ist, zugeführt, wo die Zeichen wie beim Klopfer abgehört werden. Auf einem ähnlichen Prinzip der Resonanz beruht der Vielfachtelegraph von Pupin. S. auch Phantoplextelegraph und Phonoplex. Die Einrichtung des Simultanbetriebs (s. auch Fernsprecher), d. h. des gleichzeitigen Telegraphierens und Fernsprechens auf einer Doppelleitung (die ersten Schaltungen für den noch heute in Belgien üblichen Einzelleitungs-Simultanbetrieb rühren von Rysselberghe, 1882, her) erfolgt entweder nach Differentialschaltungen (Marche 1886, Picard 1891, Discher und Warmser etc.) oder nach Brückenschaltungen (Schaltung der deutschen Reichspost, Cailho etc.). Dejongh hat eine auch in Deutschland mit Erfolg benutzte Brückenschaltung (unzutreffend Diplexschaltung genannt) angegeben, bei der neben dem Fernsprechbetrieb auf jeder Seite zwei Hughesapparate so vollständig unabhängig arbeiten, als ob sie durch zwei besondere Leitungen verbunden wären.

Als Elektrizitätsquellen werden in der Telegraphie galvanische Elemente (s. Galvanisches Element) benutzt, die indessen in neuerer Zeit, namentlich auf größern Ämtern, mehr und mehr durch Akkumulatoren ersetzt werden. Die deutsche Reichspost berechnet für oberirdische Leitungen mit Arbeitsstrom oder Ruhestrom die Batterie so, daß sie einen Dauerstrom von 0,013 Ampere zu liefern vermag. Zum Bau der oberirdischen Telegraphenlinien bedient man sich imprägnierter und für die weniger wichtigen Linien roher Stangen von 7–10 m Länge und 12–15 cm Zopfstärke, an die Isolatoren von Porzellan an eisernen Stützen festgeschraubt werden. Zur Herstellung der Leitungen wird in der Regel verzinkter Eisendraht von 2–5 mm Durchmesser benutzt; in neuerer Zeit kommt auch Bronze zur Verwendung (vgl. Elektrische Leitung und Kabel). Die 1 m breiten Streifen an den Telegraphenstangen längs der Eisenbahnen sind Kennzeichen zur Verhütung von Waldbränden durch Funken aus den Lokomotiven. Näheres über die Konstruktion der Telegraphen s. beifolgende Tafeln.

Die Verwaltung des Telegraphenwesens ist, wie in Deutschland und in Österreich, in den meisten Staaten, die das Telegraphenregal (s. d.) haben, mit der Postverwaltung vereinigt; nur wenige Staaten, z. B. Schweden, haben getrennte Verwaltungen. Die Vereinigung erfolgte hauptsächlich aus Ersparnisrücksichten. Die Herstellung, Unterhaltung und der Betrieb von Telegraphenanlagen ist nur zwischen verkehrsreichen Orten gewinnbringend. Die Volkswohlfahrt verlangt jedoch ebenso wie bei der Post (s. Postregal)[385] tunlichst alle Orte an das Telegraphennetz anzuschließen. Hierdurch wird die Telegraphie unrentabel, setzte doch die deutsche Reichspost in den letzten Jahren rund 15 Mill. Mk. jährlich, die englische Verwaltung 20 Mill. Mk. bei der Telegraphie zu. Bei kleinern Betriebstellen wird dadurch gespart, daß die Postbeamten den Telegraphendienst nebenher mit besorgen. Infolge der Vereinigung ist die Verwaltung der Telegraphie ebenso wie die der Post gegliedert; nur für rein telegraphentechnische Angelegenheiten bestehen Sonderorganisationen, z. B. Telegraphenversuchsamt und Telegraphenapparatwerkstatt des Reichspostamts, Telegraphenbauamt der Oberpostdirektion in Berlin und Telegraphenbauführer in den übrigen Bezirken, Telegraphenzeugämter mit Mechanikerwerkstätten etc. In Bayern unterstehen dem Staatsministerium für Verkehrsangelegenheiten acht Oberpostdirektionen, denen die Post-, Telegraphen- und Telephonanstalten nachgeordnet sind. In München ist außerdem ein Postrevisionsamt, Personalamt und ein Telegraphenkonstruktionsamt.

Der Telegraphenbetrieb erstreckt sich auf die Annahme, Beförderung und Bestellung der Telegramme. Nach Orten, wohin vom Aufgabeort aus keine unmittelbare Leitung vorhanden ist, werden die Telegramme mit dem geringsten Aufwand an Zeit, Arbeitskraft und Betriebsmitteln über andre Anstalten (meist größere Ämter, Sammelämter) so geleitet (instradiert), daß möglichst wenig Umtelegraphierungen nötig sind. Die Leitungen sind in internationale und inländische, letztere in verschiedene Klassen geteilt, alle sind numeriert. Das Abtelegraphieren beginnt mit dem Anruf des fernen Amtes durch vorher verabredete Zeichen; jedes Amt quittiert sofort telegraphisch in vereinbarter abgekürzter Form über die erhaltenen Telegramme. Für den internationalen Verkehr ist das zu beobachtende Telegraphierverfahren durch die Ausführungsübereinkunft zum internationalen Telegraphenvertrag (s. Telegraphenverträge) bis ins einzelne geregelt, womit die inländischen Betriebsbestimmungen fast genau übereinstimmen. Die in den oberirdischen Leitungen auftretenden Störungen werden durch elektrische Prüfungen und fortgesetztes Halbieren der gestörten Leitung eingegrenzt (s. Telegraphenuntersuchungsstationen) und durch Leitungsaufseher beseitigt; Fehler in unterirdischen Leitungen lassen sich durch genaue elektrische Messungen auf eine Fehlerstrecke von wenigen Metern eingrenzen. Bei erdmagnetischen Stürmen (magnetischen Gewittern) treten in den Leitungen fremde, störende Ströme bis zu 140 Milliampere auf, die durch Zusammenschaltung zweier paralleler Leitungen zu einer Schleife unschädlich gemacht werden.

Die Wahl eines Telegraphenapparatsystems ist nicht nur von der Leistungsfähigkeit des Systems, d. h. von der Zahl der in der Stunde beförderten Wörter abhängig, sondern auch von den Anschaffungs- und Betriebs-, insbes. Personalkosten, die zu den Kosten für die Telegraphenleitung in richtigem Verhältnis stehen müssen, indem es unter Umständen zweckmäßiger ist, neue Leitungen herzustellen als kostspielige leistungsfähigere Apparate zu benutzen. Eine Vergleichung der Leistungsfähigkeit der Apparate wird dadurch erschwert, daß die Bedingungen, unter denen die Wortzahl ermittelt wird, bei den Versuchen und im wirklichen Betriebe sich nicht ganz gleich machen lassen. Das Ergebnis ändert sich mit der Beschaffenheit der Leitungen, der Geschicklichkeit der Beamten und beim wirklichen Betrieb durch die größere oder geringere Zahl von Rückfragen, Fehlerberichtigungen, Quittungsleistungen etc. Immerhin geben die folgenden Zahlen, bei denen das Wort zu 10 Buchstaben gerechnet ist, einigen Anhalt: Es lassen sich in einer Stunde übermitteln durch Morse 400–800 Wörter, Klopfer 480 (Höchstleistung 1588), Hughes 1200 (Höchstleistung 2400), Wheatstone einfach 12,000 (Höchstleistung 18,000), Wheatstone auf der Indolinie 1800, Baudot vierfach 4320, Schnelltelegraph Siemens u. Halske 12,000, Murray 2160, während dessen Lochmaschine 3000 und der Übersetzer 2880 leistet. Die Sprechgeschwindigkeit auf langen Seekabeln ist von der Kapazität und dem Widerstande des Kabels abhängig. Auf dem englischen Pacifickabel Vancouver-Insel Fanning werden mit der Kabeltaste 510, mit Automat 600, auf den deutsch-niederländischen Kabeln über 750 zehnbuchstabige Wörter in der Stunde telegraphiert. Macht man die Leitungen für einen bestimmten Zweck von allem übrigen Verkehr frei, so lassen sich erstaunliche Beförderungsgeschwindigkeiten erzielen. So erreichten in Washington (1905) automatisch abgegebene Signale Sydney (über 19,300 km Land- und Kabelleitungen) in 3 Sekunden. Das Ergebnis eines Cricketwettstreits in Australien gelangte über die Easternkabel in 15, über das Pacifickabel in 11 Minuten nach London. Beim Schachwettkampf Berlin-New York wurden die Schachzüge in 1–2 Minuten übermittelt. Im Februar 1905 erhielt die Zeitung »Daily Telegraph« in London, ohne daß besondere Vorkehrungen getroffen waren, von Vancouver über den amerikanischen Kontinent via Commercial Kabel 2000 Wörter fast fehlerfrei in 12 Stunden. Stark beeinflußt wird die Beförderungsdauer eines Telegramms durch das Vorliegen zahlreicher Telegramme, die auf derselben Leitung abtelegraphiert werden müssen (Anhäufung) oder durch lange mit Vorrang zu befördernde Staatstelegramme sowie durch mehrere Umtelegraphierungen. Durch die Duplex- und Quadruplexschaltungen wird die Leistungsfähigkeit der Apparate nur annähernd verdoppelt und vervierfacht.

Das Telegraphennetz ist in einer ununterbrochenen Erweiterung und Verdichtung begriffen. In der Karte des Welttelegraphennetzes (s. beifolgende Karte) sind hinsichtlich der Länder mit stark entwickeltem Verkehr (Europa, Vereinigte Staaten von Amerika, Britisch-Indien, Japan) nur einige wichtigste Landtelegraphenlinien angegeben, um den Zusammenhang mit dem Weltnetz anzudeuten; in diesen Ländern stehen alle Orte von Bedeutung telegraphisch miteinander in Verbindung. Die Ausläufer des Welttelegraphennetzes sind aus der Karte deutlich ersichtlich. Die erste praktisch benutzte Telegraphenlinie von 8,8 km Länge wurde 1844 längs der Taunusbahn von William Fardely aus Ripon in Yorkshire erbaut und mit Zeigerapparaten betrieben. In Preußen wurden 1848–49 die ersten fünf Telegraphenlinien von Berlin aus angelegt; in Preußen wurde der T. 1. Okt. 1849, in Österreich 15. Febr. 1850 öffentliches Verkehrsmittel.

Die Entwickelung des Telegraphenverkehrs von 1875–1905 ist aus der Tabelle (S. 387) ersichtlich.

Die Gesamtlänge des Welttelegraphennetzes wird auf 8 Mill. km geschätzt. In den Vereinigten Staaten von Amerika gibt es 25 Telegraphengesellschaften, die nach den staatlichen Erhebungen für 1902 auf 2,1 Mill. km Leitung 91,7 Mill. Telegramme beförderten, 172 Mill. Mk. einnahmen und nach Zahlung von 26,3 Mill. Mk. Dividende noch 15,6 Mill. Mk.[386] Überschuß hatten. Die bedeutendsten Gesellschaften sind die Western Union Telegraph Company in New York (1904: 23,120 Stationen) und die Postal Telegraph Cable Company (1904: 19,977 Stationen). In Europa kamen 1904 auf 1000 Einw. 738, in den Vereinigten Staaten 1125 Telegramme.

Tabelle

Besondere Gestaltung erfährt die Telegraphie für bestimmte Zwecke, namentlich im Eisenbahnwesen, für den Feuerwehr- und Polizeidienst, auf Schiffen, in Bergwerken, für Zeitübermittelung, Normaluhren, innerhalb von Gebäuden, für militärische Zwecke im Frieden und im Felde, für den Wetterdienst, Eisberichte und Hochwassernachrichtendienst.

[Literatur.] Schellen, Der elektromagnetische T. (6. Aufl. von Kareis, Braunschw. 1882–88); Zetzsche, Handbuch der elektrischen Telegraphie (Berl. u. Halle 1877–91, 4 Bde. u. Nachträge), Die Kopiertelegraphen, Typendrucktelegraphen und Doppeltelegraphie (Leipz. 1865) und Die Entwickelung der automatischen Telegraphie (Berl. 1875); Strecker, Die Telegraphentechnik (5. Aufl., das. 1907) und Hilfsbuch für die Elektrotechnik (7. Aufl., das. 1907); Blavier, Nouveau traité de télégraphie électrique (Par. 1867, 2 Bde.); Prescott, Electricity and the electric telegraph (New York 1877); Estaunié, Traité pratique de télécommunication (Par. 1904); »Telegraphenbauordnung« (für das Reichstelegraphengebiet) mit Nachträgen (Berl. 1902); »Telegraphen- und Fernsprechtechnik in Einzeldarstellungen« (hrsg. von Karraß, Braunschw. 1907 ff.); Noebels, Schluckebier und Jentsch, Telegraphie und Telephonie (2. Aufl., Leipz. 1907); Schmiedecke, Die Verkehrsmittel im Krieg (Berl. 1906); Chappe, Histoire de la telegraphie (Par. 1824); Poppe, Die Bedeutung und das Wesen der antiken Telegraphie (Frankf. a. M. 1867); »Funfzig Jahre elektrischer Telegraphie 1849–1899« (Berl. 1899); Internationales Telegraphenbureau, Carte des grandes communications télégraphique du Monde (Bern 1906) und Statistique télégraphique comparative (seit 1870). Zeitschriften: Brix, Zeitschrift des deutsch-österreichischen Telegraphenvereins (Berl. 1854–70); »Elektrotechnische Zeitschrift« (das., seit 1880); »Zeitschrift für Elektrotechnik« (Wien, seit 1883); »Electrician« (Lond.); Strecker, Fortschritte der Elektrotechnik (Telegraphie; Berl., seit 1888); »Archiv für Post und Telegraphie« (das., seit 1876); »Journal télégraphique« (Bern, seit 1869); »Annales télégraphiques« (Paris); »Journal of the Society of Telegraph Engineers« (Lond.); »Telegraphic Journal and Electrical Review« (das.).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 19. Leipzig 1909, S. 382-387.
Lizenz:
Faksimiles:
382 | 383 | 384 | 385 | 386 | 387
Kategorien:

Buchempfehlung

Wieland, Christoph Martin

Musarion. Ein Gedicht in drei Buechern

Musarion. Ein Gedicht in drei Buechern

Nachdem Musarion sich mit ihrem Freund Phanias gestrittet hat, flüchtet sich dieser in sinnenfeindliche Meditation und hängt zwei radikalen philosophischen Lehrern an. Musarion provoziert eine Diskussion zwischen den Philosophen, die in einer Prügelei mündet und Phanias erkennen lässt, dass die beiden »nicht ganz so weise als ihr System sind.«

52 Seiten, 4.80 Euro

Im Buch blättern
Ansehen bei Amazon

Buchempfehlung

Geschichten aus dem Sturm und Drang II. Sechs weitere Erzählungen

Geschichten aus dem Sturm und Drang II. Sechs weitere Erzählungen

Zwischen 1765 und 1785 geht ein Ruck durch die deutsche Literatur. Sehr junge Autoren lehnen sich auf gegen den belehrenden Charakter der - die damalige Geisteskultur beherrschenden - Aufklärung. Mit Fantasie und Gemütskraft stürmen und drängen sie gegen die Moralvorstellungen des Feudalsystems, setzen Gefühl vor Verstand und fordern die Selbstständigkeit des Originalgenies. Für den zweiten Band hat Michael Holzinger sechs weitere bewegende Erzählungen des Sturm und Drang ausgewählt.

424 Seiten, 19.80 Euro

Ansehen bei Amazon