Telegraph [3]

[611] Telegraph. Der Krieg hat einen erheblichen Einfluß auf die Entwicklung des telegraphischen Nachrichtenwesens ausgeübt. Die gesamte in Frage kommende Industrie mußte in erster Linie für Heereszwecke arbeiten; erschwert wurde ihr das dadurch, daß sie viele ihrer besten technischen Kräfte und Arbeiter für den Heeresdienst hatte abgeben müssen. Auch von der Reichstelegraphenverwaltung ist ein beträchtlicher Teil des Personals zum Heeresdienste eingezogen worden. Aufopfernde Arbeit und Pflichttreue der in den heimatlichen Dienst- und Arbeitsstellen Zurückgebliebenen und das sachverständige sowie einander entgegenkommende Zusammenarbeiten der Militärverwaltung mit der Reichstelegraphie und den Privatfirmen haben es aber ermöglicht, daß nicht nur der Kriegsbedarf reichlich und ohne Verzug gedeckt worden ist, sondern auch zahlreiche Verbesserungen der Apparate und Betriebsweisen in den Kriegsjahren eingeführt[611] werden konnten. Von den gewaltigen Kriegsleistungen der deutschen Telegraphenindustrie geben folgende Angaben über die allein durch Vermittlung der Reichstelegraphie an die Heeresverwaltung gelieferten Apparate ein Bild. Es wurden geliefert: rund 2000 Hughes-Apparate, 100 Siemens-Schnelltelegraphen, 86000 Sprechstellenapparate, 77000 Klappenschränke für Umschaltestellen von 3 bis 50 Leitungen und 31000 Streckenfernsprecher. Die von den Nachrichtentruppen selbständig beschafften Apparate sind in diesen Zahlen nicht enthalten. Rund 100 Siemens-Schnelltelegraphen sind auch von der Reichstelegraphie in Betrieb genommen worden. Die funkentelegraphische Industrie hat fast ausschließlich für das Heer gearbeitet. (Vgl. Kriegstelegraph.) Als besonderer Fortschritt ist die Einführung und ausgedehnte praktische Verwendung der Kathodenröhren in der Drahttelegraphie und Telephonie sowie in der drahtlosen Telegraphie und Telephonie zu erwähnen. Für die drahtlose Nachrichtenübermittlung leitet die Kathodenröhre als Schwingungserzeuger und Schwingungsverstärker einen neuen Entwicklungsabschnitt ein. Hervorragende Leitungen stellen noch die in die Kriegsjahre fallende Einrichtung und Inbetriebnahme des neuen Haupttelegraphenamtes in Berlin [1] und des neuen Telegraphenamtes in München [2] dar.

A. Drahttelegraphie.

I. Die Betriebskraft.

a) Primärelemente für Telegraphie. Bellini-Element: Bleiamalgan, Kohle und Salpeterschwefelsäure. – Steinbusch-Element: neue Form des Meidinger Elements. – Kupfervitriolelement mit Hilfselektroden für stärkere Ströme. – Pappelement von Siemens: Zink, Kupfer, Papiermasse und verdünnte Schwefelsäure. – Nitroinelement: abgeändertes Bunsen-Element. – Chromsäureelement von Benkö: Kohle, Zink, Schwefelsäure und Natriumbichromat. – Kupronelement von Umbreit & Matthes: Zink, Kupferoxyd und Natronlauge. – Heil-Element: Zink, Quecksilberoxyd und Natronlauge.

Trockenelemente als Telegraphierbatterien. Im Fernsprechbetrieb nicht mehr verwendbare Trockenelemente von noch 0,7 Volt Klemmenspannung können mit Nutzen noch längere Zeit für Telegraphenzwecke verwendet werden. Es reichen gewöhnlich 1–1,5 mal soviel Trockenelemente für die Stromerzeugung aus, als man Kupferelemente braucht. Bei stärkerer Beanspruchung benutzt man zwei Batterien in täglichem Wechsel. Elemente, deren Spannung unter 0,4 Volt gesunken ist, müssen ausgewechselt werden.

b) Sammlerelemente für Telegraphie. Wesentliche Aenderungen und Neuerungen an den Sammlern selbst sind in den Kriegsjahren nicht eingetreten. Für die Sicherung der Sammlerbatterien gegen Kurzschluß sind Signaleinrichtungen geschaffen worden, die das Durchbrennen der eingeschalteten Schmelzsicherungen beim Anwachsen des Entladestromes über eine bestimmte Höhe hinaus sofort sichtbar und hörbar anzeigen.

c) Die Batterieschaltung. Doppelstrom. Für den Doppelstrombetrieb (Fig. 1) hat man zwei Batterien nötig; die positive Batterie liegt in der Ruhe dauernd an der Leitung. Die Zeichen werden beim Morse-, Hughes-, und Wheatstone-Betrieb mit der negativen Stromrichtung gesandt (Zeichenstrom) und durch den positiven Strom (Trennstrom) getrennt. Beim Baudot- und Siemens-Betrieb sowie bei anderen Schnell- und Mehrfachtelegraphen dienen beide Vorrichtungen zur Zeichenbildung. Der Doppelstrombetrieb verbessert die Wirkung der polarisierten Relais und ersetzt bei diesen die Abreißkraft des Dauermagnetismus durch die Stromwirkung. Zu diesem Zwecke wird bei Doppelstrombetrieb die Relaiszunge so eingestellt, daß sie im stromlosen Zustande die mittlere oder neutrale Lage einnimmt. Der geringste Antrieb legt sie dann gegen einen der Anschlagkontakte. Kommt ein Zeichen an, so wird z.B. der eine Pol gestärkt und der andere geschwächt. Diese Stromrichtung nennt man den Zeichenstrom. Ist das Zeichen zu Ende, so wird ein Strom entgegengesetzter Richtung gesandt, der Trennstrom. Eine gleichmäßige geringe Schwankung des Stromes hat auf das Ansprechen keine Wirkung, weil beide Kräfte davon in gleichem Maße betroffen werden.

Simultanbetrieb. Beim gleichzeitigen Betrieb von Fernsprechleitungen mit Hughes- oder Klopferapparaten darf die Batteriespannung, um den Fernsprechbetrieb nicht zu stören, nur so hoch als unbedingt notwendig gewählt werden.

d) Stromverlauf in Telegraphen Leitungen. Stromstärke. Die zum glatten Betrieb von Telegraphenleitungen erforderliche Stromstärke beträgt für Morse-, Klopfer- und neutrale Relais 10–15 Milliampère, für Hughes-Apparate 3–8, für polarisierte Relais 2–8 und für Heberschreiber 0,02–0,05 Milliampère.

Erdströme. Sie werden vermutlich durch erdmagnetische Störungen verursacht, treten häufig zusammen mit den Sonnenflecken auf und stören den Betrieb in eindrähtigen Telegraphenleitungen. Durch besondere Erdstromschaltungen, für die Hin- und Rückleitung erforderlich ist, wird der Betrieb aufrecht erhalten.[612]

II. Die Telegraphenapparate.

1. Schreibtelegraphen. Beim Morseschreiber sind keine Neuerungen zu verzeichnen; er wird mehr und mehr durch den Klopfer und Fernsprecher ersetzt. Für den Heberschreiber hat G.O. Squier eine neue Betriebsweise angegeben, bei der sinusförmiger Wechselstrom von 4 bis 10 Perioden ohne Unterbrechung in den Kabeln fließt. Die Uebermittlung der telegraphischen Zeichen erfolgt in der Weise, daß für einen Punkt die Amplitude einer Halbperiode etwas vergrößert und für einen Strich die Amplitude noch mehr vergrößert wird. Eine wesentliche Verbesserung der Seekabeltelegraphie erzielt der Heberschreiberempfang in Verbindung mit Kathodenröhren unter Benutzung der sonst üblichen Harwoodschen Gegensprechschaltung. (Vgl. Bd. 8, S. 443.)

2. Drucktelegraphen. Der Hughes-Typendrucker (vgl. Bd. 8, S. 444) wird nur noch mit Motorbetrieb hergestellt. Neukonstruktionen sind der Morkrum Seitendrucktelegraph, der zur Uebermittlung der Zeichen dem Baudot-System (vgl. Bd. 8, S. 453) ähnliche Stromkombinationen benutzt und der Drucktelegraph der Western Electric Comp. [3], dessen Zeichen ebenfalls wie beim Baudot-System durch fünf Stromstöße dargestellt werden.

3. Sprechtelegraphen. In der Kabeltelegraphie kommt ein Tonempfänger zur Verwendung, wenn der zu schwache Betriebsstrom den Heberschreiber nicht mehr betätigt; er wird durch einen Tiller oder Audion in Verbindung mit einem Telephon in hörbare Zeichen umgesetzt.

4. Maschinentelegraphen. Für den automatischen Schnelltelegraphen von Wheatstone (vgl. Bd. 8, S. 447) hat Weyland an Stelle des schwerfälligen Handstanzapparates einen Lochapparat mit elektrischem Antrieb konstruiert. Die Lochzeichenschrift ist durch Lopez wesentlich vereinfacht worden. Der Schnelltelegraph von Pollak und Virág (vgl. Bd. 8, S. 449) ist von der französischen Gesellschaft »La Télégraphie Rapide« durch Einbau einer konvexzylindrischen Linse zwischen dem lichtempfindlichen Papierstreifen und dem schwingenden Spiegel verbessert worden.

Der Maschinentelegraph von Siemens & Halske (vgl. Ergbd. I, S. 765) ist nach den Erfahrungen im Weltkriege als der leistungsfähigste und zuverlässigste Apparat zu bezeichnen. Allein von Deutschland sind im Laufe des Krieges über 200 solcher Schnelltelegraphen beschafft worden, von denen rund 100 im Betriebe der Heeresverwaltung gearbeitet haben.

5. Mehrfachtelegraphen. Für das Gegensprechen (vgl. Bd. 8, S. 452) mit Hughes-Typendruckern und Schnelltelegraphen wird jetzt allgemein die Differentialschaltung mit Doppelstrom verwendet. Die Relais arbeiten bei der Verwendung von Doppelstrom günstiger als beim Einfachstrom; sie lassen sich leichter einstellen und werden durch Fremdströme weniger beeinflußt. Eine Mehrfachtelegraphie mit abgestimmten mittelfrequenten Wechselströmen hat Srnka eingeführt, die der harmonischen Telegraphie von Mercadier (vgl. Bd. 8, S. 452) ähnelt. Zur Einführung in die Praxis reif ist die Mehrfachtelegraphie von Faßbender und Habann, die mit hochfrequenten, durch Glühkathodenröhren erzeugten Wechselströmen arbeitet.

Bei dem Mehrfachtypendrucker von Baudot sind erfolgreiche Versuche gemacht worden, den Handbetrieb durch Lochstreifensender mit Maschinenbetrieb zu ersetzen.

6. Telautographen. Ein von A. Rappenecker konstruierter neuer Fernschreiber »Telepan« verwendet zwei bewegliche Spiegel wie der Telautograph von Gruhn-Grzanna (vgl. Bd. 8, S. 455). Den Telautographen von Gray (vgl. Bd. 8, S. 455) hat die Firma Mix & Genest den deutschen Verhältnissen angepaßt und in zahlreichen Betrieben eingeführt.

III. Der Telegraphenbau.

Während des Krieges mußten Metalle, Isoliermittel und andere Stoffe, die für die Herstellung der im Telegraphenbau benutzten Materalien in Frage kommen, für Heereszwecke beschlagnahmt werden. Deutscher Technik und Wissenschaft ist es gelungen, Ersatzstoffe herzustellen und zu verwenden, die in jeder Beziehung ihren Zweck erfüllt haben. Besonderer Mangel trat auf an Kupfer und seinen Legierungen, an Aluminium, Blei, Zinn und Nickel. Kupfer wurde meist durch Eisen ersetzt, und wo dies nicht angängig war, durch Zink oder Aluminium. Von Isolierstoffen wurden besonders knapp: Kautschuk, Guttapercha, Baumwolle, Jute und Leder. Kautschuk und Guttapercha wurden durch eine Gummimischung ersetzt, zu der ausschließlich regenerierter Kautschuk mit Zusatz geeigneter Füllstoffe verwendet wurde. Baumwolle, Jute und Leder wurden durch Papier ersetzt. Statt Isolierband wurde ebenfalls Papier verwendet und, wo dies nicht ausreichte, Kattunband mit Asphaltmasse getränkt. Als Ersatz für Hartgummi dienten Cellon und Faturan (s.d.). Als weitere ähnliche Hartgummistoffe sind zu nennen: Wenjacit, hergestellt von der Wenjacit-G. m. b. H. in Hamburg; Eswelit und Estralit, hergestellt von den Siemens-Schuckert-Werken, und Landol, hergestellt von der Firma Landsberg & Ollendorf in Frankfurt (Main). Als Ersatz für Glimmer wurden von der letzteren Firma hergestellt Megotali und für Micanit das Peralit. Die für die Zubereitung der Telegraphenstangen bisher benutzte Chemikalien: Kupfervitriol, Zinkchlorid, Quecksilbersublimat und kreosolhaltiges Teeröl waren so knapp geworden, daß zuletzt nur noch eine Zubereitung mit Dinitrophenol- oder Formaldehyd- oder kreosolhaltigen Salzgemischen erfolgen konnte.[613]

An Stelle von hölzernen Masten kommen jetzt auch Maste aus Glas mit Drahteinlage und Eisenbetonmaste zur Verwendung.

Telegraphenstangen. Während des Krieges sind drei Lösungen zur Imprägnierung benutzt worden:

1. Die Dinitrophenollösung: 10 Teile Dinitrophenol, 40 Teile Fluornatrium, 5 Teile Natriumbichromat. 2. Die Formaldehydlösung: 0,15 Teile Formaldehyd, 1,275 Teile Fluornatrium, 0,075 Teile Natriumbichromat. 3. Die Rohkresollösung: 10 Teile hochsiedende Rohkresolbestandteile, 100 Teile Fluornatrium, 15 Teile Natronlauge.

Eisenbetonmaste für Telegraphenzwecke werden aus Beton und Eisen unter Verwendung von Hohlformen aus Holz mittels eines Schleuderverfahrens hergestellt.

Isoliervorrichtungen. Doppelglocken II kommen jetzt auch mit doppelten seitlichen Drahtlagern und Doppelglocken III mit oberem und doppelten seitlichen Drahtlagern zur Verwendung.

Leitungsdrähte. Als Ersatz für Kupfer- und Bronzedrahtleitungen sind während des Krieges Zinkdrähte und verkupferte Drähte mit Eisenkern verwendet worden. An Stelle der Wickellötstellen für Eisendrahtleitungen sind Verbindungen mit Eisenhülsen entsprechend dem Arldschen Verfahren getreten.

B. Telegraphie ohne Draht.

Die Kriegsjahre haben die Einführung der Kathodenröhren in die Technik der drahtlosen Telegraphie und Telephonie gebracht und eine entscheidende Veränderung verursacht, die heute bei weitem noch nicht abgeschlossen ist. Die Kathodenröhren als Sender in der von A. Meißner angegebenen Rückkoppelung gibt die Möglichkeit, mit einem Bruchteile der früheren Senderenergie gleiche Reichweiten wie früher zu erzielen und dabei eine Störungsfreiheit zu erhalten, die bisher nicht zu erreichen war. Die mit den Kathodenröhrensendern erzeugten Wellen haben eine absolute Konstanz der Periode, und der Wellenbereich der Sender ist fast unbegrenzt. Es kann von den kürzesten Wellen von einigen Metern Länge jede Welle bis zu den niedrigen Frequenzen hergestellt werden, die in das Gebiet der physiologischen Tonskala und der technischen Wechselstromfrequenzen fallen. Gleiche Bedeutung hat die Kathodenröhre als Empfänger und als Verstärker elektrischer Schwingungen erlangt. Als Empfänger bildet die Röhre einen Wellenanzeiger, der absolut konstante Empfindlichkeit mit hoher Betriebssicherheit vereinigt. Mit den Kathodenröhren als Verstärker konnte bei Anwendung von einer Röhre eine achtfache und bei drei Röhren hintereinander eine über zweitausendfache Verstärkung erzielt werden. Bei einer Verstärkung von vier bis fünf Röhren können auch die schwächsten nicht mehr mit einem gewöhnlichen Detektor wahrnehmbaren Stationen gehört und die kleinsten Empfangsantennen verwendet werden.

Durch die Kathodenröhrensender und -empfänger ist endgültig der Kampf über die Vorherrschaft zwischen gedämpften und ungedämpften Schwingungen in der drahtlosen Technik zugunsten der ungedämpften Schwingungen entschieden worden. Zielbewußtes und erfolgreiches Weiterarbeiten ist auch für die bisherigen Systeme zu verzeichnen.

I. Drahtlose Telegraphie mit Kathodenstrahlröhren.

1. Theorie der Kathodenstrahlröhren. Die Kathodenstrahlröhren, abgekürzt Kathodenröhren, sind elektrische Relais ohne mechanischen Teil; ihre Wirkungen beruhen auf den Vorgängen, die beim Durchgange der Elektrizität durch Räume von starker Luftverdünnung auftreten. Im Gegensatz zu wenig evakuierten Röhren, bei denen unter dem Einfluß eines elektrischen Feldes die Ionisation der verdünnten Gase vor sich geht und dadurch ein Transport größerer Elektrizitätsmengen stattfindet, bedarf es bei den Hochvakuumröhren der Einbringung von Elektronen oder Elektrizitätsatomen. Man bringt hierzu in dem luftleeren Räume der Röhre Metallkörper, z.B. Wolfram, die auf eine hohe Glühwärme (etwa 2000°) gebracht werden und dann freie Elektronen ausstrahlen. – Die aus dem Glühkörper austretenden Elektronen bilden unmittelbar den zustandekommenden Strom, wenn man sie dem elektrischen Felde des positiven Poles der Anode A (Fig. 2) aussetzt. Der Glühkörper wird dadurch zur Glühkathode K, die mit der Heizbatterie B H im Heiz- oder Brennerstromkreise liegt. Die Röhren werden deshalb auch Glühkathodenröhren[614] genannt. Anode A, Kathode K und die Spannungsquelle der Anodenbatterie B A bilden den Anodenkreis, in dem der Anoden- und Elektronenstrom fließt. Außer Anode und Glühkathode enthält die Röhre noch eine dritte besonders wichtige Elektrode G, die in der Bahn der Elektronen zwischen der Kathode und der Anode liegt und nach ihrer Form als Gitter bezeichnet wird. Durch die Gitterelektrode müssen die Elektronen hindurchwandern. Die Batterie B G gibt im Gitterkreis der Gitterelektrode eine Spannung gegen die Kathode. Das Gitter hat die Eigenschaft, den Anodenstrom stark anwachsen zu lassen, wenn es hoch positiv geladen wird und ihn zu schwächen, wenn es negativ geladen wird. Der Anodenstrom ändert sich mit der Gitterspannung in gleicher Frequenz und Phase, aber mit verstärktem Energieinhalt. Er ist, solange das Gitter eine konstante Spannung führt, ein Gleichstrom. Sobald man an das Gitter, d.h. zwischen Gitter und Kathode Wechselspannungen legt, wird dem Gleichstrom ein Wechselstrom überlagert, dem man z.B. durch Transformatoren Energie entziehen kann. Die dem Gitterkreis zugeführte minimale Wechselstromenergie, die dort die Gitterwechselspannung hervorbringt, wird demnach in verstärktem Maße aus dem Anodenkreis wiedergewonnen. Diese Eigenschaft bildet die Grundlage zur Benutzung der Kathodenröhren für die verschiedenen Zwecke der drahtlosen Technik.

2. Der Kathodenröhrenfender. Die Schwingungserzeugung mit Kathodenstrahlröhren beruht (Fig. 3) darauf, daß ein schwingungsfähiger Kreis C L an die Anodenleitung der Kathodenröhre so angeschaltet wird, daß er für die Eigenfrequenz in der Leitung Anode-Kathode (A K) einen hohen Ohmschen Widerstand darstellt. Sobald die Anodenleitung eingeschaltet wird, gerät der Schwingungskreis C L durch den dabei auftretenden Gleichstromstoß in seine Eigenschwingung. Diese würde infolge der Eigendämpfung des Kreises bald abklingen, wenn nicht durch eine besondere Schaltungseinrichtung für Aufrechterhaltung der Schwingungen gesorgt würde. Diese Schaltungseinrichtung ist von A. Meißner zuerst angegeben und ihm unterm 9. April 1913 durch D.R.P. Nr. 291604 geschützt worden. Man bezeichnet die Anordnung als »Rückkoppelung«, durch sie wird die Kathodenröhre erst als Schwingungserzeuger brauchbar; sie ist heute Gemeingut der drahtlosen Technik der Welt. Die Erfindung steht dem Braunschen Schwingungskreise und der Wienschen Stoßerregung an Bedeutung nicht nach; es wird daher namentlich dem Auslande gegenüber durch stete Bezeichnung als »Meißnersche Rückkoppelung« darauf zu halten sein, daß hier eine Erfindung eines deutschen Gelehrten und Technikers vorliegt. Die Meißnersche Rückkoppelung besteht darin, daß zwar der größte Teil der im Kreise auftretenden Schwingungsleistung nach außerhalb geliefert und z.B. von einer Antenne ausgestrahlt wird, daß jedoch ein kleiner Teil durch eine Kopplungsvorrichtung nach dem Gitterkreis der Röhre zurückgelangt (Fig. 4). Es treten dann zwischen Kathode K und Gitter G Wechselspannungen in der Frequenz des Schwingungskreises auf. Hierdurch kommt die Verstärkereigenschaft der Röhre zur Wirkung. Sie liefert infolge der auf den Gitterkreis gegebenen Wechselspannung in ihrem Anodenkreis einen Wechselstrom gleicher Frequenz, der ein hohes Vielfaches der Leistung führt, die im Gitterkreis zu seiner Erzeugung verwendet wurde. Dem Schwingungskreis wird nun die Leistung aus dem Anodenkreise wieder zugeführt, so daß nicht nur seine Verluste ersetzt werden, sondern seine Amplitude darüber hinaus soweit anwächst, als die Leistungsfähigkeit der Röhre dies gestattet. In geringen Bruchteilen von Sekunden ist der Schwingungskreis bei seiner maximalen Amplitude angelangt und schwingt von da ab kontinuierlich in seiner Eigenfrequenz. Bedingung für zuverlässiges Arbeiten der Röhre ist, daß der Wechselstrom im Anodenkreise eine solche Phase hat, daß die neu gelieferte Energie sich zu der bereits im Kreise vorhandenen genau addiert. Dies geschieht, wenn an Gitter und Kathode eine Wechselspannung gelegt wird, die um 180° gegen die verschoben ist, welche an Anode und Kathode auftritt. Den Vorgang hierbei kann man mit einem Pendel vergleichen, das durch dauerndes Anstoßen mit der Hand in Schwingungen erhalten werden kann, wenn stets im richtigen Augenblicke angestoßen wird.

Die durch »Meißnersche Rückkoppelung« erzeugten Schwingungen sind von nahezu absolut konstanter Amplitude und Frequenz. Die Periode ist fast nur durch die elektrischen Konstanten des Schwingungskreises selbst bestimmt. Der Wellenbereich läßt sich von den üblichen niedrigen Schwingungszahlen der normalen Wechselstromtechnik ohne Unterbrechung über den Bereich der physiologisch hörbaren Schwingungen hinaus bis zu den Schwingungszahlen von mehreren Millionen in der Sekunde ausdehnen.

3. Die Telefunkenkathodenröhre. Sie ist aus der Liebenröhre und dem Hochvakuumgleichrichter von Langmuir nach mühevollen, bereits 1913 beginnenden Laboratoriumversuchen entstanden. Der Kathodenfaden wird aus einem schwer schmelzbaren Stoffe hergestellt, so daß die Röhren eine Lebensdauer von 1000 Stunden haben. Die Anode besteht aus Tantalblech. Die Luftverdünnung der Röhren ist so hoch und gleichmäßig, daß sie nach mehrstündigem Arbeiten elektrisch vollkommen unverändert bleiben. Die Telefunkengesellschaft baut zurzeit für den praktischen Betrieb Senderröhren von 10 Watt bis 1,5 kW. Durch Parallelschaltung gleicher Generatorröhren in einem gemeinschaftlichen Schwingungskreis ist die Möglichkeit gegeben, Schwingungsleistungen von 10 kW und mehr herzustellen.[615]

Eine Senderröhre von 10 Watt Leistung (Fig. 5) erfordert eine Anodenspannung von 400 Volt und eine Heizenergie von 30 Watt, eine Röhre von 1,5 kW Leistung braucht dagegen eine Anodenspannung von 5000 Volt und eine Heizenergie von 260 Watt.

Die für den Anodenkreis erforderliche Gleichstromhochspannung liefert für die Telefunkenröhren ein von der Akkumulatorenfabrik-A.-G. Berlin hierzu besonders konstruierter Hochspannungsgleichrichter für kleinere Energien (Fig. 6), der in einem Gefäß mit Gasfüllung eine selbstregenerierende Oxydkathode enthält. Mit diesem Gleichrichter gelang es, die Wechselstromenergie der bisher in der drahtlosen Technik allgemein benutzten 500-Periodenmaschine mit einem Verluste von weniger als 4% in Hochspannungsgleichstrom umzuformen. Für größere Energien bis zu 10 kW benutzt Telefunken die Quecksilberdampfgleichrichter der Allgemeinen Elektrizitäts-Gesellschaft in Berlin.

Senderschaltung. Telefunken verwendet seine Kathodenröhrensender in zwei Hauptschaltungen, von denen die eine als Schaltung mit Fremderregung und die andere als Schaltung mit Selbsterregung bezeichnet wird.

Schaltung mit Fremderregung (Fig. 7). Neben dem Hauptschwingungskreis mit dem Kondensator C und der Selbstinduktion L ist ein besonderer Hilfsgeneratorkreis vorhanden, welcher etwa 5% der Leistung der Hauptröhre als Erregerschwingung liefert.[616] Diese wird dem Gitter G der Hauptröhre zugeführt. Zwischen Kathode K und Anode A wird dann der eigentliche Schwingungskreis angelegt und sein Wechselstromwiderstand der Röhre angepaßt. Der Vorteil dieser Schaltung liegt in der großen Leichtigkeit, mit der eine bestimmte, und zwar in weiten Grenzen veränderliche Frequenz hergestellt werden kann. Der Hilfserregerkreis ist in Wellenlängen geeicht, während der Hauptschwingungskreis lediglich mittels seiner Abstimmorgane passend an die Hauptröhre gekoppelt wird.

Schaltung mit Selbsterregung. Sie hat den Vorteil, daß nur eine einzige Röhre benutzt und diese unter Umständen mit nur einem Schwingungskreise verbunden wird, der im einfachsten Fall die Antenne selbst ist. Als Nachteil ist aber die große Schwierigkeit vorhanden, bei Wellenvariationen stets das günstigste Verhältnis von Gitter- und Anodenspannung herzustellen, so daß eine neue Welleneinstellung sofort ausführbar ist. Telefunken wendet hierzu die Spannungsteilerschaltungen an, bei denen sowohl am Gitter, als auch an der Anode Wechselstromwiderstände gleicher Art – also nur Kapazitäten C oder nur Selbstinduktionen L – Verwendung finden. Eine solche besonders einfache Spannungsteilerschaltung mit zweimal galvanischer Koppelung zeigt Fig. 8. Andere Schaltungen verwenden eine kapazitivgalvanische oder eine kapazitivinduktive und galvanische Koppelung der Schwingungskreise; jede hat ihre besonderen Vorzüge.

4. Die Kathodenröhre in Empfangsanlagen. Sie findet Verwendung als Verstärker und als Empfänger elektrischer Schwingungen.

Verstärker. Die Röhren werden zur Niederfrequenz- und Hochfrequenzverstärkung benutzt. Niederfrequenzverstärkung findet z.B. statt, wenn die Fernsprechströme im Detektorkreise verstärkt werden, Hochfrequenzverstärkung, wenn die Empfangsschwingungen unmittelbar verstärkt werden.

a) Niederfrequenzverstärker. Telefunken stellt Verstärker mit einer, zwei, drei und vier Röhren her.

Dabei werden jetzt die Heizungen von je zwei Röhren in Reihe geschaltet, so daß zwei Röhren den gleichen Heizstrom brauchen wie bisher eine. Um mit ein oder zwei Röhren eine hohe Verstärkungsziffer zu erzielen, sind Röhren mit zwei oder drei Gittern hergestellt worden. So hat die Firma Siemens & Halske einen Zweifachverstärker mit besonderem zweiten Gitter – dem Schutzgitter – hergestellt, der dieselbe Verstärkungsziffer gibt wie ein Vierfachverstärker mit Einfachgitterröhren. Fig. 9 stellt einen Zweiröhren-Niederfrequenzverstärker dar und Fig. 10 sein Schaltbild. Die Glühkathode K wird durch eine 6-Voltbatterie über zwei Widerstände W und C gespeist, als Anodenbatterie dient eine Batterie von 100 Volt mit einer Lebensdauer von etwa 800 Betriebsstunden. Die von der Antenne aufgenommenen Wellen lösen im Schwingungskreise des Kontaktdetektors Gleichstromstöße aus, die ihren Weg über die Primärwickelung des Transformators Tr1 nehmen. Diese werden auf die Sekundärwickelung übertragen und bilden zwischen der Kathode K und der Gitterelektrode G ein elektrisches Feld von der Schwingungszahl des empfangenen Tones. Infolgedessen treten dann starke Schwankungen des Gleichstromes im Anodenkreise auf, die etwa 20- bis 25 mal größer sind[617] als die Schwankungen der am Gitter zur Wirkung kommenden Wechselstromenergie. Sie rufen im Anodenkreis einen dem Gleichstrom übergelagerten und verstärkten Wechselstrom gleicher. Schwingungszahl und Form hervor. Der verstärkte Strom im Anodenkreise der ersten Röhre wird über die Primärwickelung des Transformators Tr2 geführt, dessen Sekundärwickelung zwischen dem Gitter G und der Kathode K der zweiten Röhre liegt. Dabei wird wie bei der ersten Röhre ein Wechselfeld induziert, das bereits durch die Röhre auf das 20- bis 25 fache verstärkt worden ist. Der auf diese Weise noch einmal, und zwar etwa auf das 500 fache (20–25) · (20–25) verstärkte Niederfrequenzstrom wird durch den in den Anodenkreis der zweiten Röhre eingeschalteten Fernhörer abgehört. Die Transformatoren sind durch Panzerung gegen elektrische und magnetische Einflüsse geschützt. Da durch die Verstärkung auch Fremdströme mitverstärkt werden, so darf sie eine gewisse Grenze nicht überschreiten. In einzelnen Fällen ist es möglich, bis zu drei Röhren, in anderen bis zu vier Röhren zu verwenden. Bei noch höherer Verstärkungsziffer werden die lokalen und die Fernstörungen so verstärkt, daß kein Vorteil mehr erzielt wird. Ganz schwache Signale können mit dem Verstärker auch nicht wahrnehmbar gemacht werden, weil sie unterhalb der Reizschwelle des Detektors liegen. In solchen Fällen kommt der Hochfrequenzverstärker zur Anwendung.

b) Hochfrequenzverstärker. Bei ihnen kommt die Verbindung der Schwingungskreise durch Eisentransformatoren, wie sie bei dem Niederfrequenzverstärker besteht, in Wegfall. Es findet eine direkte Kaskadenschaltung und ein aperiodischer Zusammenschluß der Röhren statt, wodurch der Zusammenbau eng und wenig umfangreich wird. Die letzte Röhre wird als Gleichrichter oder Audion zur Betätigung des Fernhörers benutzt. Die Bauart der Hochfrequenzröhre entspricht der einer gewöhnlichen Niederfrequenzröhre. Fig. 11 gibt das Schaltbild eines einfachen Hochfrequenzverstärkers, der Schwingungen jeder Art und Tonhöhe mehr als tausendfach verstärkt. Das Heizen der Glühkathode erfolgt aus einer gemeinschaftlichen 6-Voltbatterie B H Der Anodenstromkreis besteht aus der Gasstrecke zwischen der Kathode K und der Anode A, aus der Drosselspule D und aus der gemeinschaftlichen Batterie B A von etwa 40–100 Volt. Die Drosselspule D hat den Zweck, die schnellen Schwingungen von der Batterie fernzuhalten. Im Anodenkreise der letzten Röhre liegt der Fernhörer F. Die Verbindung der Gitterstromkreise der zweiten, dritten und vierten Röhre mit den Anodenkreisen der ersten, zweiten und dritten Röhre erfolgt durch kleine Kondensatoren C. Die Gitterkreise geben die von der vorhergehenden Röhre verstärkte Energie an die nachfolgende weiter.

5. Die Kathodenröhre als Wellenanzeiger oder Audion für gedämpfte Schwingungen. Die Kathodenröhre kann als Gleichrichter benutzt werden und hierdurch den Kontaktdetektor als Wellenanzeiger ersetzen. Die Schaltung der Röhre erfolgt in diesem Falle nach Fig. 12. Der Anschluß des vom Elektronenstrom der Kathode K dauernd negativ geladenen Gitters G an den Empfänger – direkt an die Antenne oder durch einen Zwischenkreis – geschieht über einen kleinen Kondensator C. Der Gitterkreis hat einen Nebenschluß über den hohen Widerstand W, durch den das Abfließen der negativen Ladung am Gitter während der Pause zwischen zwei Wellenzügen ermöglicht und dadurch bewirkt wird, daß der Anodenstrom allmählich seinen gewöhnlichen Wert zurückerlangt. Der Anodenstrom erleidet Schwankungen im Rhythmus der Schwingungsfrequenz des Senders, und es werden die eintreffenden Schwingungen in gleicher Weise im Hörer vernehmbar gemacht wie bei Verwendung[618] eines Kontaktdetektors. Der Hörer gibt jedoch nur die ganzen Stöße wieder, nicht die für ihn zu schnell verlaufenden hochfrequenten Schwankungen des Anodenstromes. Sollen mit dem Audion ungedämpfte Wellen empfangen werden, so müssen diese, da sie oberhalb der Hörgrenze liegen und die träge Fernhörermembran ihrer Frequenz nicht folgen kann, durch den nachfolgend beschriebenen Ueberlagerer durch Schwebungen unterteilt werden.

6. Die Kathodenröhren als Ueberlagerer oder Wellenanzeiger für ungedämpfte Schwingungen. Der Ueberlagerungsempfang ist ein Hilfsmittel, um ungedämpfte Schwingungen als musikalische Töne hörbar zu machen; er kommt dadurch zustande, daß dem ungedämpften Empfange einer bestimmten Wellenlänge eine zweite ungedämpfte Welle überlagert wird, deren Frequenz von derjenigen der ersten um einige Hundert bis 1000 Schwingungen abweicht. Die infolgedessen auftretenden Schwebungen werden von einem Kontaktdetektor gleichgerichtet und geben im Hörer reine musikalische Töne. Die Konstruktion der Ueberlagerer entspricht derjenigen der gewöhnlichen Verstärkerröhren; ihr Wellenbereich erstreckt sich auf 150 bis 15000 m. Fig. 13 gibt das Schaltbild des Ueberlagerers. In der Antenne schwingt die Empfangswelle; ihr wird eine durch zwei nebeneinandergeschaltete Kathodenröhren erzeugte ungedämpfte Schwingung überlagert, deren Frequenz durch die Drehkondensatoren C1 und C2 sowie durch die regelbare Selbstinduktion L eingestellt wird. – Der Anodenkreis wird durch eine Batterie B A von 100 Volt, der Brennerkreis durch eine Heizbatterie B H von 6 Volt gespeist. Eine Hälfte der Spule L ist in den Gitterkreis der Röhre gelegt, um sie zur Schwingungserregung zu veranlassen. Der Kondensator C B schützt die Anodenbatterie B A gegen die Hochfrequenzschwingungen. Der Brennerkreis enthält zwei Vorschaltewiderstände W und E, von denen der eine E als Eisenwiderstand den Spannungsabfall der Heizbatterie selbsttätig ausgleicht. Der Detektorkreis, durch den die Interferenz der beiden ungedämpften Wellenzüge im Telephon F wahrnehmbar gemacht wird, ist durch die Spule K0 mit dem Röhrenkreise durch regelbare Drehkoppelung verbunden.

7. Röhrensender und -empfänger. Die C. Lorenz-A.-G. in Berlin baut Kathodenröhrenstationen in allen Stärken und für alle Verwendungsarten. Typisch ist die 1-kW-Station, deren Sender die Antenne durch einen Zwischenkreis oder unmittelbar in Schwingungen versetzt.

8. Röhrensender der G.m.b.H. Dr. E.F. Huth, Berlin. Die Gesellschaft baut Röhrensender unter Benutzung von vier hauptsächlich durchgebildeten und erprobten Röhrentypen in Größen von 5, 30, 250 und 2000 Watt in besonderer, patentgeschützter Senderschaltung.

9. Ausländische Röhrensender und -empfänger. Bemerkenswert ist das Ultra-Audion von De Forest, das als Verstärker dient und aus einer zur Abgabe andauernder Schwingungen besonders geeigneten Form seines Wellenanzeigers Audion (vgl. Ergbd. I, S. 782) besteht. Weiterhin sind zu nennen: die Glühkathodenröhre von Marconi, sowie das Dynatron und Pliodynatron der General Electric Comp. in Neuyork [4], ferner das Kenotron und Pliotron von Langmuir; sie sind in keiner Weise den deutschen Kathodenröhren überlegen.

II. Neue Funkentelegraphensysteme und Verbesserung begehender Systeme.

1. Das Telefunkensystem. Das tönende Löschfunkensystem ist durch Einführung der Kathodenverstärkerröhren für die Niederfrequenzverstärkung wesentlich verbessert worden. Es ist in seiner Entwicklung abgeschlossen und genügt allen Anforderungen. Die Hochfrequenzmaschine des Grafen Arco arbeitet auf der Großstation Nauen mit 400 kW Antennenenergie und erzielt eine Reichweite von 20000 km; durch Parallelschaltung von zwei Maschinen kann die Antennenleistung auf 800 kW gesteigert werden.

2. Die drahtlosen Telegraphensysteme der C. Lorenz-A.-G. Sie haben wesentliche Verbesserungen erfahren, die während des Krieges bei den Stationen der Heeresverwaltung und der Marine verwendet worden sind. Besonders zu erwähnen sind: der Empfangsteiler, der rotierende Tiller und die einstellbare Zelle (s. Kriegstelegraph). Die Goldschmidtsche Hochfrequenzmaschine arbeitet dauernd in der Großstation Eilvese mit Amerika.[619]

3. Das Marconisystem. Marconi verwendet mit Vorliebe zur Erzeugung ungedämpfter Wellen rotierende Funkenstrecken. Bei seinem neuesten »Taktfunkensysteme« folgen die elektrischen Funken in so kurzen Zeiträumen und in solchem Takte aufeinander, daß die durch die Dämpfung entgehenden Verluste und die damit eintretende Abnahme der Schwingungsweite durch Zufuhr neuer Energie ausgeglichen wird.

III. Wellenanzeiger.

Fritter und elektrolytische Zellen kommen für den Betrieb kaum noch in Frage; allgemeine Verwendung finden die Kontaktdetektoren mit Gleichrichterwirkung; neuerdings vorwiegend Glühkathodenröhren. Im Betrieb von Großstationen findet vereinzelt Tonendempfang statt. Besondere Erwähnung verdient der Telefunkenschleifdetektor; er besteht aus einem Kontakt, der durch die Berührung einer in Umdrehung versetzten gerauhten Messingscheibe mit einem feststehenden Platindrähte entsteht.

IV. Funkenstrecken.

Es ist eine Unsumme von Arbeit auf die Verbesserung der Funkenstrecke verwendet worden; sie zielen alle darauf ab, durch Konstanthaltung der Leistung einen reinen Ton zu erzielen. Als besonders typische Neuerungen sind zu nennen: Die Rostfunkenstrecke der Telefunkengesellschaft, die Löschfunkenstrecken von Scheller, Dr. Erich F. Huth, G.m.b.H. und von Mix & Genest.

V. Antennen.

Die Wirkungsweise der Antennen ist durch ausgedehnte und zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen wesentlich geklärt worden. Die von der Telefunkengesellschaft aufgestellten Grundsätze über den Einfluß der Antennenhöhe, der Länge und Form der Antenne, sowie des Gegengewichtes und der Erde genügen für die Praxis. Als Hauptsatz gilt: Die Senderwirkung ist proportional dem Quadrate der mittleren Höhe und fast unabhängig von Länge und Form der Antenne. Die Empfangswirkung ist ebenfalls proportional dem Quadrat der Höhe und außerdem proportional der Länge und Fläche.

Eine Umwälzung in der Ausführung der Antennenanlagen für den Empfang hat die Braunsche Rahmenantenne gebracht; in Verbindung mit dem Kathodenröhrenverstärker ermöglicht sie den wirksamsten Empfang.

Die Braunsche Rahmenantenne. Bereits 1913 hat Professor Braun gelegentlich von Versuchen zur Messung der Feldstärke der Eiffelturmantenne in Straßburg (Elsaß) geschlossene Kreise in Form von Drahtrahmen als Empfänger untersucht. Von einer Einführung in die Praxis der drahtlosen Telegraphie mußte zunächst abgesehen werden, weil die mit den Rahmen aufgenommenen Schwingungen zu schwach waren, um die damals vorhandenen Empfangsapparate zu betätigen. Die Einführung der Kathodenröhren als Hochfrequenzverstärker brachte den Drahtrahmen als Empfangsantenne wieder in Aufnahme. Die in den Rahmen hervorgerufenen Ströme können so erheblich verstärkt werden, daß sie in einem Fernhörer wahrnehmbar werden. Die Ströme im Fernhörer können dann nochmals durch Kathodenröhren als Niederfrequenzverstärker beliebig verstärkt werden. Am 15. April 1918 gelang es auf einem Versuchsgelände bei Naumburg a. d. S. mit einem Rahmen von 1 : 1,5 m Seitenlänge Zeichen der amerikanischen Station New Brunswick zu empfangen. Für Entfernungen von einigen tausend Kilometern genügen auch in den schlechten Empfangszeiten (im Sommer) für Hör- und Schreibempfang Rahmen von 4 : 4 m Seitenlänge. Mit Rahmen von 30 bis 60 m Seitenlängen sind Reichweiten von 10000 und 14000 km erzielt worden.

Für Sender und Empfänger benutzt man seit einigen Jahren getrennte Antennen: Die Senderantenne muß eine große Kapazität haben, um gewaltige Energiemengen ohne Sprühen in Schwingungen umsetzen und ausstrahlen zu können. Der Empfänger dagegen verlangt eine Antenne von möglichst geringer Kapazität. Hierzu eignet sich besonders gut die Rahmenantenne; sie läßt sich wegen ihres geringen Raumbedarfs leicht anbringen und hat viel weniger Dämpfung als der offene Schwingungskreis der gewöhnlichen Antenne, also auch eine größere Abstimmschärfe. Wegen ihres kleinen Streufeldes können mehrere Rahmenantennen in einem Räume nebeneinander angebracht werden, ohne daß der Empfang gegenseitig beeinträchtigt wird. Die Rahmenantenne eignet sich auch für den Duplexbetrieb (gleichzeitiges Senden und Empfangen) am besten als Empfangsantenne. Die hierzu benutzten Luftleiter müssen je nach der Größe der Senderstationen mehr oder weniger weit, z.B. 30–50 km voneinander entfernt sein. – Die Empfangswirkung der Rahmenantenne ist am größten, wenn die Rahmenfläche mit dem fernen Sender in derselben Ebene liegt. Steht der Rahmen senkrecht zu dieser Richtung, so erhält man die geringste oder gar keine Empfangswirkung.[620] Fremde Senderstellen, die sich innerhalb des Winkels von 90° zur Rahmenfläche befinden, beeinträchtigen also den Empfang mit Rahmenantennen weniger als den mit offener Antenne. Die Schaltung beim Rahmenantennenempfang stellt Fig. 14 dar. Unmittelbar an die Rahmenspule und ihre Abstimmeinrichtungen oder einem Teil davon sind das Gitter und die Kathoden der ersten Röhre eines Vierfach-Hochfrequenzverstärkers angeschlossen, an der letzten Röhre, die als Audion wirkt, liegt der Empfangshörer im Anodenkreise. Die Abstimmung wird durch den Drehkondensator und eine Verlängerungsspule bewirkt, die in verschiedener Weise an die Rahmenantenne angeschaltet werden können. Der Hilfskreis wird nur beim Empfang kleiner Wellen unter 2000 m benutzt. Zur Aufnahme ungedämpfter Wellen ist ein Ueberlagerer als Hilfsapparat erforderlich.

VI. Funkentelegraphische Weltnetze.

Deutschland besitzt zurzeit kein funkentelegraphisches Weltnetz mehr, nachdem die deutschen Kolonien in Feindeshand geraten sind. Es verfügt jetzt nur noch über die dem allgemeinen Verkehr dienenden Großstationen Nauen und Eilvese und über die militärische Großstation Königswusterhausen, die von der Reichstelegraphie übernommen wird. Die deutschen Stationen in Swakopmund, Windhuk, Lüderitzbucht, Bukoba, Muanza, Daressalam, Tabora, Kamina (Togo) Duala (Kamerun), Tsingtau, Rabaul, Samoa, Yap und Ponape sind dem Weltkriege zum Opfer gefallen.

Das britische Weltnetz umfaßt folgende Großstationen: Poldhu, Clifden, Glace Bay, Winnepeg (Kanada), Vancouver, Sandwichinseln, Ozeaninsel, Sydney, Singapore, Bangalore (Ostindien) und Port Said. Von Port Said zweigt eine Verbindung über Nairobi (Brit. Ostafrika) nach Prätoria ab. Die Großstation Sydney dient als Durchgangsstation für die Stationen Neuseelands in Wellington und Doubtless Bay und für Suava auf den Fidschiinseln. Eine zweite britische Linie nach Südafrika geht über Lissabon, die Kapverdischen Inseln, Sao Paulo (Portugiesisch Westafrika) nach Kapstadt. Eine Anzahl der Stationen sind noch im Bau.

Das französische Weltnetz geht von den Großstationen Eiffelturm, Brest, Lyon und Marseille aus. Es schließt einen Ring um die Erde durch folgende Großstationen: Paris oder Brest, St. Pierre (Neuschottland), Martinique, Marquesasinsel, Tahiti, Noumea (Neukaledonien), Saigon, Pondichery, Djibuti, Dahomey, Timbuktu, Tunis, Marseille. Durch Zweiglinien finden Cayenne, Madagaskar und Senegambien Anschluß an den Hauptweg, Die Mehrzahl der Stationen ist noch im Bau. Rußland besitzt die Großstation Petersburg, Japan besitzt die Großstation Funabashi bei Yokohama und hat auch die deutsche Station in Tsingtau wieder eingerichtet. Amerika ist im Begriffe ein eigenes funkentelegraphisches Weltnetz zu errichten. Es sind von der amerikanischen Marineverwaltung zunächst zwei Linien vorgesehen: 1. Arlington (Virginien)–Darien (Panama)–San Diego (Kalifornien)–Pearl-Harbour(Hawai)–Cavite (Philippinen). 2. Marshall-Bolinas bei San Franzisko–Kahuhu-Koko-Head auf Tahu (Hawai)–Funabashi bei Tokio. Kahuhu soll Vermittlungsstelle werden. Die Entfernung San Franzisko-Funabashi beträgt über 10000 km. – Auch in den übrigen Ländern ist man bestrebt, sich durch den Bau von Großstationen von den meist in englischem Besitz befindlichen Kabeln unabhängig zu machen.

VII. Neuregelung des deutschen Funkwesens.

Die Errichtung und der Betrieb von Funkentelegraphenanlagen steht nach § 1 des Gesetzes über das Telegraphenwesen des Deutschen Reiches vom 6. April 1892 ausschließlich dem Reiche zu, und nach § 1 der Novelle zu diesem Gesetz vom 7. März 1908 dürfen elektrische Telegraphenanlagen, welche ohne metallische Verbindungsleitungen Nachrichten vermitteln, nur mit Genehmigung des Reichs errichtet und betrieben werden. Solange die drahtlose Telegraphie sich noch wesentlich im Versuchsstadium befand, ist die Vermittlung des drahtlosen Nachrichtenverkehrs (Nauen, Eilvese) Privatgesellschaften von der Reichstelegraphie überlassen worden. Auf Grund der Kriegserfahrungen und unter teilweiser Benutzung des entbehrlich gewordenen Heeresfunkergeräts kann jetzt die drahtlose Telegraphie für den wirtschaftlichen Verkehr auch innerhalb der Grenzen des Reichs allgemein nutzbar gemacht werden. Im Reichspostministerium- der Zentralbehörde für das gesamte Funkwesen – ist eine Abteilung V für die Leitung des Funkwesens neu eingerichtet worden; sie wurde dem bekannten Funkenspezialisten Dr. Ing. Bredow, bisherigem Direktor der Gesellschaft für drahtlose Telegraphie, übertragen. Dem Reichspostministerium untersteht unmittelbar das Funkbetriebsamt, das die Bearbeitung der Fragen der reinen Technik und des Baus erledigt.

Nach dem heutigen Stande der drahtlosen Technik kommt die drahtlose Telegraphie hauptsächlich in Betracht:

1. Als Ersatzmittel für die Drahttelegraphie bei umfangreichen Störungen in oberirdischen und unterirdischen Leitungen,

2. zur Verbreitung gleichlautender Nachrichten, z.B. von Presse- und Börsennachrichten, Wettermeldungen u.s.w., an viele Empfänger.

Hierzu wird von der Reichstelegraphie ein zunächst das Reichspostgebiet umfassendes Verkehrsnetz für drahtlose Telegraphie hergestellt werden. Dieses Verkehrsnetz umfaßt größere Bezirke mit einer Funkleitstelle als Verkehrsmittelpunkt und eine Anzahl kleinerer Anstalten, den Funkstellen.

Die Funkleitstellen werden mit Sende- und Empfangsanlagen von solcher Stärke ausgerüstet, daß ein unmittelbarer Austausch drahtloser Nachrichten zwischen allen Funkleitstellen untereinander und mit einer in Berlin zur Einrichtung kommenden Funksammelstelle möglich ist. Die Funkstellen verkehren ausschließlich mit ihrer Funkleitstelle; sie werden deshalb auch mit schwächeren Anlagen ausgerüstet.

Zur Einrichtung für 1919 sind vorgesehen: a) Funkleitstellen in Berlin (gleichzeitig Sammelstelle), Breslau, Danzig, Dortmund, Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, Leipzig und Stuttgart.[621]

b) Funkstellen in Aachen, Beuthen (Oberschlesien), Bielefeld, Bochum, Braunschweig, Bremen, Bromberg, Chemnitz, Darmstadt, Dresden, Duisburg, Düsseldorf, Elberfeld, Emden, Erfurt, Essen, Frankfurt a. d. O., Freiburg i. Br., Gleiwitz, Halle a. d. S., Hannover, Karlsruhe (Baden), Kassel, Koblenz, Krefeld, Kiel, Königsberg (Pr.), Liegnitz, Magdeburg, Mannheim, Münster i. Westf., Stettin, Stralsund, Trier, Wiesbaden, Friedrichshafen, Heilbronn und Ulm.

Technische Einrichtung der Funkleitstellen. Die Sendeanlagen liegen von den Empfangsanlagen in der Luftlinie etwa 1 km entfernt; beide Anlagen sind unter sich durch besondere Drahtleitungen verbunden.

Jede Sendestelle ist mit 3 Hochantennen, jede Empfangstelle mit 3 Braunschen Rahmenantennen ausgerüstet. Bei der Sendestelle sind 4 Maschinenschnellsender, 4 Maschinenschnellocher, 4 Röhrensender und 4 Taster aufgestellt, 3 Sätze dienen zum Betrieb und 1 zur Reserve. 4 Schreibmaschinen dienen zum Abschreiben der Wheatstone-Lochstreifen. Die Betriebskraft für die Umformer des Senders wird aus dem allgemeinen Starkstromnetz, möglichst mit Gleichstrom von 220 Volt entnommen. Es sind 5 Umformer vorhanden, 3 zum Betriebe, 1 zur Reserve und 1 für getrennte Heizung der Glühkathoden. Auf der Empfangsstation werden voneinander getrennt in drei besonderen Räumen je eine Rahmenantenne mit zugehörigem Röhrenempfänger und Relaisapparat aufgestellt. Die Räume für den Empfang werden möglichst in einem oberen Stockwerk des Gebäudes eingerichtet; die Rahmenantennen müssen mindestens 6 m voneinander entfernt sein. Wird dieser Bedingung genügt, so können die Antennen auch in einem gemeinschaftlichen Saale aufgestellt werden. Die bei den Empfangsanlagen aufgenommenen Funksprüche werden automatisch durch Relais und Drahtleitungen nach dem Gebäude, in welchem die Sendeanlage untergebracht ist, übermittelt und hier in einem besonderen Raum für »Endempfang« mittels Kopffernhörers oder Morseapparates u.s.w. aufgenommen.

Technische Einrichtung der Funkstellen. Jede Funkstelle wird mit einem 20-Watt-Röhrensende- und Empfangsapparat und einer Hochantenne sowie den erforderlichen Umformern zum Anschluß an das allgemeine Starkstromnetz ausgerüstet.

Reichsfunkpressedienst. Es werden von der Großstation Königswusterhausen zunächst versuchsweise Nachrichten von Wolffs Telegraphischem Bureau (W.T. B.) und von dem Hollandsch Nieuwsbureau verbreitet. Die Nachrichten werden als Rundfunktelegramme bezeichnet, und zwar werden befördert vom W.T.B. 3 Telegramme von je 200–300 Wörtern und vom Hollandsch Nieuwsbureau 2 Telegramme von je 200–300 Wörtern. Die Telegramme werden drahtlos an die Funkstellen in Braunschweig, Dortmund, Dresden, Frankfurt a.M., Hamburg, Hannover, Königsberg (Pr.), Leipzig und Magdeburg befördert. Eine Erweiterung des Dienstes steht bevor.

Funkenempfangsanlagen für Private. Es wird beabsichtigt, Funkenempfangsanlagen an Private zu vermieten nach ähnlichen Grundsätzen, wie zurzeit Fernsprechanschlüsse vergeben werden. Diese Anlagen können nur ganz bestimmte Nachrichten aufnehmen, den übrigen Verkehr aber nicht, so daß für diesen das Telegraphengeheimnis gewahrt bleibt.


Literatur: [1] Archiv für Post und Telegraphie, Berlin 1915, 1917 und 1918. – [2] Telegraphen- und Fernsprechtechnik, Berlin 1915. – [3] Elektrotechn. Zeitschr., Berlin 1916. – [4] Jahrbuch der drahtlosen Telegraphie und Telephonie, Berlin 1919.

Otto Jentsch.

Fig. 1.
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Fig. 2.
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Fig. 3.
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Fig. 4.
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Fig. 5.
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Fig. 6.
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Fig. 7.
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Fig. 8.
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Fig. 9.
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Fig. 10.
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Fig. 11.
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Fig. 12.
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Fig. 13.
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Fig. 14.
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Quelle:
Lueger, Otto: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, Bd. 1 Stuttgart, Leipzig 1920., S. 611-622.
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