Schreibmaschine

[808] Schreibmaschine, mechanische Vorrichtung zur Erzeugung von Typenschrift, bei welcher zum Unterschied von Typendruckpressen die einzelnen Schriftzeichen nacheinander zum Abdruck gelangen.

Die ersten Versuche zur Herstellung von Schreibmaschinen gehen bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts zurück (Mill, England). Die erste fabrikmäßige Herstellung erfolgte 1841 durch Hansen (Dänemark), dessen Maschine jedoch keine Verbreitung erlangte. 1867 wurde die grundlegende Erfindung durch Latham Sholes in Milwaukee, Ver. Staaten, gemacht, welche unter Mitwirkung von Soulé und Glidden, später Densmore und Yost durch die Gewehrfabrik Remington Sons in Ilion im Staate New York zur fabrikmäßigen Ausführung gelangte. Die erste praktisch verwendbare und weit verbreitete Schreibmaschine erhielt nach den Fabrikanten den Namen Remington Typewriter oder Typenschreiber.

Die Handhabung sämtlicher zum praktischen Schnellschreiben geeigneter Schreibmaschinen geschieht durch Niederdrücken von Tastenknöpfen, welche, in bestimmter Reihenfolge angeordnet, die Klaviatur (Key board) bilden, mit den Fingern beider Hände. Von den Tasten wird die Bewegung auf die Typenträger übertragen. Das Papier wird über eine als Druckunterlage dienende Rolle gelegt, die, auf einem Schlitten gelagert und der Schreiblinie entlang in gleichen Abständen durch ein Schaltwerk fortbewegt, nach Beendigung jeder Zeile gedreht und auf den Anfang ihrer Bahn zurückgestellt wird, um die einzelnen Zeilen herzustellen.

Neben diesen vollkommenen Schreibmaschinen entstanden seit deren Verwendung auch einfachere Vorrichtungen, bei welchen die Bedienung nicht durch Niederdruck von Tasten, sondern durch Verschiebung eines sämtliche Typen enthaltenden Körpers und durch Abdruck der jeweils auf diese Weise in Druckstellung gebrachten Lettern geschieht. Während die ersteren (Tastenschreibmaschinen) Schreibschnelligkeiten bis zum Vierfachen der gewöhnlichen Schreibschnelligkeit der Feder ermöglichen, geht bei den letzteren (Zeigermaschinen) die Schreibschnelligkeit in der Regel nicht über die Schnelligkeit des Federschreibens hinaus.

Hinsichtlich der Bauart unterscheiden sich sowohl die Tastenschreibmaschinen als die Zeigerschreibmaschinen unter sich je nach der Art, wie die einzelnen Einrichtungen zur Erzeugung der Schrift ausgeführt und wie die arbeitenden Teile ausgebildet sind.

Tastenschreibmaschinen.

Die wesentlichen Unterscheidungsmerkmale der verschiedenen Tastenschreibmaschinen beziehen sich nicht bloß auf die Art, wie die Tastendrücke mechanisch in den Druck einer Letter auf die Schreibfläche übergeführt werden, sondern auch auf die Art, wie die Lettern geschwärzt werden, wie die Anbringung der nötigen Zahl der Tasten und Lettern vorgesehen ist und wo der Abdruck zustande kommt. Demgemäß unterscheidet man unter den Tastenmaschinen:

1. Typenhebelschreibmaschinen, bei welchen durch den Niederdruck jeder Taste ein Hebel zum Anschlag gebracht wird, welcher einen Typenstempel trägt.

2. Typenrad-(-zylinder, -schiffchen) – Maschinen, welche alle Typen in einem drehbaren Typenkörper vereinigen.

3. Bandmaschinen, bei welchen der Anschlag der Typen durch das Gewebe eines zwischen Letter und Papier eingeschobenen, mit Farbe getränkten Bandes hindurch den Abdruck der Schrift bewirkt.

4. Farbkissenmaschinen, d.h. solche, bei welchen jede Letter vor dem Auftreffen aufs Papier selbsttätig an einem Stempelkissen gefärbt wird und welche direkt, ohne Zwischenlage eines Bandes, abdrucken.

5. Volltastermaschinen, bei welchen durch den Niederdruck einer Taste jeweils nur eine Letter in schwingende Bewegung versetzt wird und nur diese eine Letter zum Abdruck kommen kann.

6. Umschaltemaschinen, welche mit einem Tastendruck zwei oder mehr Lettern in Bewegung setzen, von welchen eine bestimmte zum Abdruck gelangt, je nach der Stellung der Druckunterlage (Walze), die durch Niederdruck einer »Umschaltetaste« eingerückt wird.[808]

7. Verdeckt schreibende Maschinen, bei welchen der Abdruck an einer im Augenblick des Schreibens dem Auge unzugänglichen Stelle erfolgt.

8. Offen (sichtbar) schreibende Maschinen, bei welchen der Abdruck offen, d.h. an einer während des Schreibens den Blicken des Schreibers zugänglichen Stelle geschieht.

Außer den vorstehend aufgeführten Hauptunterschieden treten noch solche hinsichtlich der Führung des Papieres oder der Hebel und Typen, der Art der Zeilen und Buchstabenschaltung und andrer Verrichtungen hervor, welche jedoch hier übergangen werden können. – Die vorstehenden acht Hauptmerkmale, von denen je zwei sich gegenseitig ausschließen, lassen sechzehn verschiedene Variationen (Klassen) zu. Innerhalb einzelner dieser sechzehn Klassen sind noch besondere Eigentümlichkeiten in der Anordnung und Gestaltung der Typenhebel, der Tastatur und des Typenrades zu erwähnen, die bei Aufführung der einzelnen Maschinen im besondern erwähnt werden. – Von den ausgeführten Maschinen werden eine Reihe nicht mehr gebaut, haben also zurzeit nur noch historisches Interesse. Diese werden, sofern sie einmal eine nennenswerte Verwendung gefunden haben, in der Klasse, welcher sie angehören, kurz angeführt. Die namentlich in Deutschland im Verkehr befindlichen Maschinen sollen, soweit es der verfügbare Raum gestattet, nachstehend näher beschrieben werden. Der dabei gebrauchte Ausdruck »Universaltastatur« bezeichnet die bei der ersten Schreibmaschine (Remington) angewendete Ordnung der Tasten nach der Häufigkeit der Schriftzeichen und Zweckmäßigkeit der Lage. Die Universaltastatur ist fast bei sämtlichen Schreibmaschinen durchgeführt. Die bekanntesten und im Verkehr befindlichen Maschinen sind mit * gekennzeichnet. Abbildungen der Maschinen und ihrer Einzelteile zu bringen ist hier ohne vorzugsweises Eingehen auf bestimmte Systeme unmöglich; deshalb wurden überall die Vertriebsstellen angegeben, von welchen Näheres über Einzelheiten in Erfahrung gebracht werden kann.

A. Typenhebelschreibmaschinen.

Klasse 1. Typenhebel. Bandfärbung. Volltastatur. Verdeckte Schrift.

Caligraph-Schreibmaschine. Wird nicht mehr gebaut.

Cleveland-Maschine. Aehnlich wie New Century Caligraph, hat eine eigenartige Typenhebelführung. Universaltastatur. Fabrikation scheint aufgegeben.

Duplex-Schreibmaschine, ähnlich wie Jewett, jedoch mit vermehrter Hebelzahl und Tastenzahl, hat zwei kleine Alphabete in eigner Anordnung und ermöglicht zu gleicher Zeit zwei aufeinander folgende Buchstaben zu drucken. Wird nicht mehr gebaut.

*Frister & Roßmann-Schreibmaschine (von der Aktiengesellschaft vormals Frister & Roßmann, Berlin). Ist nach dem Modell der ursprünglichen Caligraph-Maschine gebaut, hat 78 Tasten, eigne Tastenordnung, Lagerung der Typenhebel im Vollkreis. Besondere Eigentümlichkeit: Drehachse der Tasthebel in einem Vorbau vor der Tastatur.

Germania-Schreibmaschine. Deutsche Nachbildung der Jewett-Maschine, fabriziert von Scheffer-Hoppenhöfer, Sundern (Westf.). Unbekannt, ob noch solche Maschinen hergestellt werden.

Hartford-Schreibmaschine. Dieselbe Ausführung und Bau wie Cleveland. Wird nicht mehr gebaut.

Jewett-Maschine. Aehnlich wie New Century Caligraph, besonders unterschieden von dieser durch eigenartige Anordnung der Verbindungen zwischen Tasthebel und Typenhebel. Wenig, mehr im Verkehr. Fabrikation scheint aufgegeben zu sein.

New Century Caligraph. Aehnlich wie Frister & Roßmann-Maschine, nur mit andrer Anordnung der Tasthebel und Tasten, ohne Vorbau. Wird nicht mehr gebaut.

*Smith-Premier-Schreibmaschine (ältere Bauart). Fabrikanten: Smith Premier Typewriter Co., Syracuse N.Y. (Amerika). Hat 84 Tasten und Hebel. Universaltastatur. Lagerung im Vollkreis. Besondere Eigentümlichkeit: Lange, unter schiefem Winkel zum Radius des Lagerkreises liegende Lagerachsen der Hebel. Antrieb der Zugstangen durch horizontale Wellen Vertrieb durch vorgehende Gesellschaft, Zweigstelle Berlin.

Klasse 2. Typenhebel. Bandfärbung. Volltastatur. Offene Schrift.

*Barlock-Schreibmaschine (auch Columbia Typewriter). Fabrik: Barlock Typewriter Manufacturing Co., New York. Hat 78 nach der Universaltastatur geordnete Tasten. Lagerung. der Hebel in horizontalem Halbkreis. Die in Ruhe aufrechtstehenden Hebel schlagen abwärts nach hinten. Eigentümlichkeit: Die Hebel schlagen der Treffsicherheit halber in der Nähe des Druckpunktes zwischen aufrechtstehende konische Zapfen.

*Smith-Premier-Schreibmaschine Modell 10. Fabrikanten: Smith Premier Typewriter Co., Syracuse N.Y. (Amerika). Hat 84 nach der Universaltastatur geordnete Tasten, wie die alte Smith-Premier, weicht jedoch hinsichtlich Bauart und Lagerung der Hebel von der alten Bauart ab. Die Hebel sind in zwei in senkrechter Ebene liegenden Kreissegmenten gelagert und schwingen in Kugellagern von unten nach oben, die oberhalb der Lagersegmente liegende Schreibwalze vorne treffend. Die Maschine wird mit oder ohne Kolonnenfinder und Dezimaltabulator ausgeführt. Vertrieb durch die Zweigstelle Berlin der fabrizierenden Firma.

Klasse 3. Typenhebel. Bandfärbung. Umschaltung. Verdeckte Schrift.

Densmore-Schreibmaschine. Aehnlich wie Remington Standard; unterscheidet sich von dieser durch gegliederten Hebel, dessen Hauptlager durch Kugeln hergestellt ist. Die Maschine wird nicht mehr gebaut.

Elliot-Fisher (ältere Bauart.) Die Maschine hat Aehnlichkeit mit einer Remington, deren Hebel statt nach oben nach unten schwingen. Die ganze Maschine bewegt sich während des Schreibens auf Schienen fort, unter welchen die ebene Schreibfläche liegt, sie ist daher als Buchschreibmaschine bekannt, scheint jedoch nicht mehr gebaut zu werden.[809]

Fox-Schreibmaschine (ältere Ausführung). Aehnlich wie Remington. Wird nicht mehr gebaut.

Manhattan-Schreibmaschine. Ist die Nachbildung des Modelles 2 der Remington-Maschine und wird nicht mehr gebaut.

National-Schreibmaschine. Aehnlich wie Remington, jedoch mit gekrümmter Tastatur, mit doppelter Umschaltung; wird nicht mehr gebaut.

*Remington-Standard-Schreibmaschine. Fabrikanten: Remington Typewriter Co., New York. Modelle 2 und 3, 5–9 haben einfache Umschaltung und Universaltastatur. Sie ist die älteste Schreibmaschinenmarke und typisch für alle Typenhebelschreibmaschinen mit wenigen Ausnahmen. Die Hebel der genannten Modelle sind in horizontalem Vollkreise gelagert und werden durch Zugstangen angetrieben, welche mit den horizontalen Tastenhebeln verbunden sind. Um die Lagerlänge zu vergrößern, wurden bei den späteren Modellen zwei Etagen von Lagern angeordnet. Vertrieb durch Glogowski & Co., Berlin.

Remington-Sholes-Schreibmaschine. Ist der Remington-Standard ähnlich gebaut, unterscheidet sich jedoch dadurch, daß bei ihr nicht die Walze, sondern der Typenhebelkorb umgeschaltet wird. Ob die Maschine weiter fabriziert wird, ist unbekannt.

Klasse 4. Typenhebel. Bandfärbung. Umschaltung. Offene Schrift.

*Adler-Schreibmaschine. Fabrik: Adlerwerke, vormals Heinrich Kleier, A.-G., Frankfurt a.M. Ist die Nachbildung der Empire-Schreibmaschine. Universaltastatur mit doppelter Umschaltung. Eigentümlichkeit der Bauart: die Hebel sind gegliedert. Der die drei in einem Stempel vereinigten Typen tragende Teil des Hebels ist mit dem eigentlichen Hebel nicht fest verbunden, sondern gleitet auf einer horizontalen Bahn nach dem Druckpunkt, nach welchem die Bahnen der dreißig Hebel radial zulaufen. Die Maschine wird mit und ohne Dezimaltabulator ausgeführt. Vertrieb durch die fabrizierende Firma.

Brooks-Schreibmaschine. Ist in ihrer Anordnung eine Umkehrung der Barlock-Maschine, indem die Hebel hinter der Walze stehen und nach vorne schlagen. Ob die Maschine noch gebaut wird, ist unbekannt.

*Continental-Schreibmaschine. Fabrik: Wanderer Fahrradwerke, vormals Winklhofer & Jaenicke, A.-G., Schönau bei Chemnitz. Einfache Umschaltung der Universaltastatur. Lagerung und Antriebe der Hebel ähnlich der Underwood. Besonderheit: Verschluß des Typenkorbs, Dezimaltabulator eigner Bauart. Vertrieb durch die fabrizierende Firma.

Daugherty-Schreibmaschine ist der frühere Name der Pittsburg Visible.

*Dictator-Schreibmaschine (auch Victorschreibmaschine). Fabrik in Amerika. Universaltastatur mit einfacher Umschaltung. Segmentlagerung der Typenhebel. Vorderanschlag. Eigentümlichkeit: Lager der Hebel in je zwei ca. 25 mm voneinander abstehenden Zapfen. Bandführung vertikal. Vertrieb durch Hammacher, Delius & Co., Hamburg.

*Elliott-(Buch-)Schreibmaschine. Ausführung im Prinzip dieselbe wie die ältere, gestattet jedoch durch geeignete Hebelanordnung das Geschriebene ohne Aufheben der Maschine zu sehen. Fabrik in Amerika. Vertrieb durch Schäfer & Clauß, Berlin W. 8.

*Emmerson-Schreibmaschine. Fabrik: Emmerson Typewriter Co., Chicago 111. Aehnliches Prinzip wie Oliver mit doppelter Umschaltung. Die Hebel schlagen von beiden Seiten nach rückwärts und treffen die vordere Walzenseite.

Empire-Schreibmaschine, Vorläuferin der Adler-Maschine, wie diese gebaut. In Amerika fabriziert. Ob sie dort noch hergestellt wird, ist unbekannt.

English-Schreibmaschine, in England fabriziert, ist eine Maschine nach dem Plan der Barlock, jedoch mit doppelter Umschaltung. Ob sie jetzt noch hergestellt wird, ist unbekannt.

Fitch Typewriter. Englisches Fabrikat. Schlägt die geradlinig gelagerten biegsamen Hebel von hinten nach vorne, einer schrägen Führungsschiene entlang. Ob noch gebaut, ist unbekannt.

*Folding Typewriter. Amerikanisches Fabrikat. Doppelt umschaltend. Kleine Maschine mit Segmentlagerung und der Eigentümlichkeit, daß der obere Teil mit der Schlittenführung nach vorne umgeklappt werden kann, wodurch die Maschine einen sehr kleinen Raum einnimmt und leicht mitgeführt werden kann.

*Fox-Visible-Schreibmaschine. Amerikanisches Fabrikat. Lagerung der vorne anschlagenden Hebel in zwei aufrechten Segmenten. Die Maschine wird mit Tabulator ausgestattet und hat einfache Umschaltung. Vertrieb: Visible-Schreibmaschinen-G. m. b. H., Berlin SW. 19.

Franklin-Schreibmaschine. Amerikanisches Fabrikat. Ist nach der Anlage der Barlock gebaut, mit zwei Umschaltungen und gekrümmter Tastatur. Ob sie jetzt noch hergestellt wird, ist unbekannt.

Granville-Schreibmaschine. Nach dem Plan der Empire oder Adler gebaut, nur mit dem Unterschiede, daß die die Typen tragenden Teile des gegliederten Hebels nicht auf einer horizontalen Fläche gleiten, sondern in Einzelführungen. Automatische Schlittenrückführung. Maschine scheint nicht mehr gebaut zu werden.

*Harris-Visible-Schreibmaschine. Fabrik: Keller Manufacturing Co., Philadelphia. Doppelte Umschaltung Universaltastatur. Segmentmaschine, nach Underwood-Anlage. Näheres unbekannt.

Jackson Visible Writing-Maschine. Fabrik: Jackson Typewriter Co., Boston, Mass. Einfache Umschaltung. Universaltastatur. Eigentümliche Hebellagerung. Horizontales Segment mit schiefer Hebelstellung. Näheres unbekannt.

*Ideal-Schreibmaschine. Fabrik: A.-G. für Feinmechanik. Seidel & Naumann, Dresden. Universaltastatur mit einer Umschaltung. Segmentlagerung. Das Segment ist nicht senkrecht,[810] sondern so geneigt, daß die Typen die Walze zwischen der vordersten und der obersten Mantellinie treffen. Die Maschine wird ohne oder mit einem eigenartig gebauten Tabulator ausgeführt. Vertrieb durch die fabrizierende Firma.

*Kanzler-Schreibmaschine. Fabrik: A.-G. für Schreibmaschinenindustrie, Berlin SW. 13. Gekrümmte Anlage der Universaltastatur. Mehrfach gegliederte, vorn anschlagende Hebel mit je acht Schriftzeichen, welche durch den, Anschlag der Taste bezw. durch die Umschaltung eingeteilt werden, indem der Typenträger durch ein verschiebbares Parallelogramm entsprechend einer der auf einem Hebelsystem angebrachten vier Tasten in vertikaler Richtung verschoben wird. Vertrieb durch die Fabrik.

*Mercedes-Schreibmaschine. Fabrik: Mercedes-Bureaumaschinen, G.m.b.H., Berlin SW. 68. Einfache Umschaltung mit Universaltastatur. Vorderanschlag. Segmentlagerung. Gesamtes Lagergestell mit Hebel, Korb und Tastatur auswechselbar. Automatischer Anzeiger für letzte Zeile. Vertrieb durch die fabrizierende Firma.

*Monarch-Schreibmaschine. Fabrik: The Monarch Typewriter Co., Syracuse N.Y. Universaltastatur mit einer Umschaltung. Segmentlagerung. Typen in Einzellagern nach Art der Remington schwingend. Vertrieb der fabrizierenden Firma in New York. Haupt Vertreter M. Römlinger, Berlin.

*Norica-Schreibmaschine. Fabrik: Nürnberger Schreibmaschinenwerke Kührt & Riegelmann, G.m.b.H. Einfach umschaltende Universaltastatur. Lagerung: Segment. Zwischenglied zwischen Barlock und Ideal. Vertrieb durch die Fabrikanten.

North-Schreibmaschine. North Typewriter Manufacturing Co., London. Aehnlich gebaut wie die Brooks-Maschine mit wenigen Unterschieden in der Lagerung der Tasthebel. Maschine wird nicht mehr gebaut.

*Oliver-Schreibmaschine. Amerikanisches Fabrikat. Doppelte Umschaltung. Universaltastatur. Die Lagerung der als U-förmige Bügel gestalteten 28 Typenhebel, die von beiden Seiten nach der Mitte schlagen, ist auf symmetrisch und horizontal gegen den Druckpunkt kleiner werdenden geraden Achsen angeordnet. Die äußersten Bügel umschließen die weiter innen liegenden, so daß der nächste immer kleiner als der vorhergehende ist. In Ruhe aufrechtstehend, schlagen die Bügel auf die darunter liegende Schreibwalze. Vertrieb durch die Oliver-Schreibmaschinen-Gesellschaft, Berlin SW. 68.

Pittsburg Visible. Fabrik: Pittsburg Writing Machine Co., Pittsburg Pa. (auch Daugherty genannt). Doppelte Umschaltung. Universaltastatur. Lagerung der Hebel in flachem Segment. Hebel- und Tastenmechanik in einem abnehmbar. Unbekannt, ob die Maschine noch gebaut wird.

Polygraph-Schreibmaschine. Fabrik: Polyphon-Musikwerke A.-G., Wahren-Leipzig. Aehnlich der Barlock angeordnet. Doppelte Umschaltung.

*Regina-Schreibmaschine. Fabrik: Schilling & Krämer, Suhl. Aehnlich der Continental mit geschlossener Vorderseite. Einfache Umschaltung.

*Remington Sholes Visible. Fabrik: Remington Sholes Co., Chicago 111. Einfache Umschaltung. Universaltastatur. Segmentlagerung. Schwingendes Band. Eigenheit: Nicht die Walze, sondern der Typenkorb wird durch die Umschaltung verstellt. Vertrieb durch die Berliner Geschäftsstelle der Fabrik.

*Remington Standard Visible, Modelle 10 und 11. Fabrik: Remington Typewriter Co., New York. Einfach umgeschaltete Universaltastatur. Lagerung in zwei in senkrechter Ebene liegenden segmentförmigen Wellen. Transportschaltung: ein Schaltzahn und zwei Schalträder. Nr. 10 enthält einen Kolonnenfinder ähnlich der neuen Smith-Premier, Nr. 11 einen eingebauten Dezimaltabulator. Vertrieb durch Glogowski & Co., Berlin W.

*Royal-Schreibmaschine. Fabrikanten: Royal Typewriter Co., New York. Einfache Umschaltung. Universaltastatur. Segmentlagerung. Zwei Ausführungen; die eine nach Art der Underwood, die andre, kleinere Form, mit tiefliegendem Segment und eigenartigem Hebelantrieb.

Salter-Schreibmaschine. Englisches Fabrikat nach Art der Barlock. Doppelte Umschaltung mit gekrümmter Tastatur. Unbekannt, ob die Maschine noch gebaut wird.

*Secor-Schreibmaschine. Fabrik in Derby Conn. Einfache Umschaltung, Universaltastatur. Segmentlagerung. Eigenheit der Buchstabenschaltung durch Ankerwerk. Eigenartige Papierhalter. Vertrieb unbekannt.

*L.C. Smith & Bros-Visible-Schreibmaschine. Fabrikanten: L.C. Smith & Bros, Typewriter Co., Syracuse N.Y. Einfache Umschaltung. Universaltastatur. Segmentlagerung. Vorderanschlag. Typenhebel in Kugeln gelagert. Umschaltung durch Heben des Hebelkorbs. Vertrieb durch L.C. Smith Visible, Basel.

*Stearns Visible-Schreibmaschine. Fabrik: E.C. Stearns & Co., Syracuse N.Y. Aehnlich wie Underwood. Einfache Umschaltung. Universaltastatur. Segmentlagerung. Eingebauter Dezimaltabulator. Vertrieb durch die Fabrikanten.

*Stöwer-Schreibmaschine. Fabrik: Bernhard Stöwer A.-G., Stettin. Einfache Umschaltung. Universaltastatur. Lagerung und Anlage nach Art der Underwood, jedoch vorne geschlossen. Vertrieb durch die Fabrik.

*Sun-Schreibmaschine. Fabrik: The Sun Typewriter Co., New York. Einfache Umschaltung. Universaltastatur. Segmentlagerung. Leichte Maschine. Eigenheit: Kann als Bandmaschine und mit Rollenfärbung benutzt werden. Vertrieb unbekannt.

*Torpedo-Schreibmaschine. Fabrik: Weilwerke, G.m.b.H., Rödelheim bei Frankfurt a.M. Universaltastatur mit einfacher Umschaltung. Segmentlagerung. Eigenheit: Verstellbarer Schlitten für Durchschläge. Vertrieb durch die Fabrik.[811]

*Underwood-Schreibmaschine. Fabrik: Underwood Typewriter Co., New York. Universaltastatur mit einfacher Umschaltung. Segmentlagerung. Kolonnensteller mit Bremse. Typische Marke für alle Steifhebelsegmentmaschinen. Vertrieb durch J. Muggli, Frankfurt a. M.

Waverley-Schreibmaschine. Aehnlich der Brooks-Maschine. Unbekannt, ob sie noch gebaut wird.

Wellington-Schreibmaschine. Aehnlich wie Empire und Adler. Näheres unbekannt.

Klasse 5. Typenhebel. Kissenfärbung. Volltastatur. Verdeckte Schrift.

Modelle 1–14.

*Yost-Schreibmaschine. Fabrik: Yost Writing Machine Co., Bridgeport Conn. Vollkreislagerung. Universaltastatur. Gelenkhebel. Typenschluß. Jede Type schlägt im Druckpunkt in eine Führungstülle und liegt im Ruhezustand auf einem mit Farbe getränkten Filzpolster auf. Die neuesten Ausführungen Modell 10–14 unterscheiden sich nur durch verschiedene Länge des Schlittens. Vertrieb durch A. Beyerlen & Co., Stuttgart, Berlin, Cöln, Karlsruhe.

Klasse 6. Typenhebel. Kissenfärbung. Volltastatur. Offene Schrift. Nicht ausgeführt.

Klasse 7. Typenhebel. Kissenfärbung. Umschaltung. Verdeckte Schrift. Nicht ausgeführt.

Klasse 8. Typenhebel. Kissenfärbung. Umschaltung. Offene Schrift.

Maskelyne-Schreibmaschine. Fabrikat englisch. Anlage nach Art der Williams-Schreibmaschine mit einem horizontalen Segment. Doppelte Umschaltung. Wird nicht mehr gebaut.

*Star-Schreibmaschine. Amerika. Aehnlich wie Sun. Doppelte Umschaltung. Segmentlagerung. Typen werden durch Anschlag an eine Farbrolle vor dem Anschlag gefärbt. Vertrieb: Visible-Schreibmaschinengesellschaft m. b. H., Berlin SW. 19.

Williams-Schreibmaschine. Williams Typewriter Co. Derby Co. Einfache Umschaltung. Universaltastatur. Gelenkhebel in zwei flachen horizontalen Segmenten gelagert, vor und hinter der Schreibwalze. Typen in Ruhelage auf zwei Farbpolstern schlagen von hinten und vorne oben auf die Schreibwalze. Unbekannt, ob noch fabriziert.

*Yost-Schreibmaschine, Modell 15. Yost Writing Machine Co., New York. Einfache Umschaltung. Universaltastatur. Flache vertikale Segmentlagerung. Gelenkhebel wie bei Yost Modell 1–14. Jeder Hebel gesondertes auswechselbares Lager. Typenschluß. Type schlägt am Druckpunkt in eine Führungstülle und trifft die Schreibwalze von vorne. Auswechselbarer Typenkorb samt Tastatur. Typen einzeln auswechselbar. Kolonnenfinder und Dezimaltabulator vereinigt, in beliebiger Stellenzahl lieferbar. Vertrieb: A. Beyerlen & Co., Stuttgart, Berlin, Cöln, Karlsruhe.

B. Typenradmaschinen.

Klasse 9. Typenrad. Bandfärbung. Volltastatur. Verdeckte Schrift (nicht ausgeführt).

Klasse 10. Typenrad. Bandfärbung. Volltastatur. Offene Schrift (nicht ausgeführt).

Klasse 11. Typenrad. Bandfärbung. Umschaltung. Verdeckte Schrift (nicht ausgeführt).

Klasse 12. Typenrad. Bandfärbung. Umschaltung. Offene Schrift.

Chicago-Schreibmaschine (früher Munson). Chicago Writing Machine Co., Chicago 111., Amerika. Doppelte Umschaltung. Um horizontale Achse drehbares Typenrad (Zylinder), enthält sämtliche Lettern. Das Band ist über den Zylinder geführt. Die gewünschte Letter wird durch Drehung und Verschiebung in der Achse des Zylinders infolge des Tastenniederdruckes eingestellt und durch einen gleichzeitig von hinten anschlagenden Hammer auf dem zwischen Zylinder und Hammer durchgeführten Papier abgedruckt. Ob diese Maschine noch hergestellt wird, ist unbekannt.

Crandall-Schreibmaschine. Crandall Machine Co., Groton N.Y. Doppelt umgeschaltete gekrümmte Klaviatur. Um vertikale Achse drehbarer Typenzylinder wird durch Tastenanschlag gedreht, in der Achse gehoben oder gesenkt und zugleich gegen die dahinter liegende Schreibwalze geschlagen. Das Band wird zwischen Zylinder und Walze durchgeführt. Maschine wird nicht mehr gebaut.

*Hammond-Schreibmaschine. Hammond Typewriter Co., New York. Doppelt umgeschaltetes gekrümmtes Griffbrett. Eigne Tastenanordnung (Ideal-Tastatur). Prinzip wie Chicago. Typenzylinder durch Tastenanschlag eingestellt und Abdruck durch Hammeranschlag von rückwärts. Doch dreht sich der Typenzylinder um eine vertikale Achse und statt des drehbaren Zylinders wurde später ein in kreisförmiger Führung gleitendes Typenschiffchen angeordnet. Vertrieb: Ferd. Schrey, Berlin SW. 19.

Keystone-Schreibmaschine. Keystone Typewriter Co., Harrisburg Pa., Amerika. Aehnlich wie Hammond, nur einfacher. Maschine wird nicht mehr fabriziert.

*Phönix-Volksschreibmaschine. Maschinenfabrik Merkur, G.m.b.H., Berlin SW. Doppelte Umschaltung. Typenrad schlägt gegen Schreibwalze. Eigenartiger Antrieb. Billige Maschine.

Klasse 13. Typenrad. Farbkissen. Volltastatur. Verdeckte Schrift (nicht ausgeführt).

Klasse 14. Typenrad. Farbkissen. Volltastatur. Offene Schrift (nicht ausgeführt).

Klasse 15. Typenrad. Farbkissen. Umschaltung. Verdeckte Schrift (nicht ausgeführt).

Klasse 16. Typenrad. Farbkissen. Umschaltung. Offene Schrift.

*Blickensderfer-Schreibmaschine. George C. Blickensderfer, Stamford, Amerika. Typenzylinder wird durch Tastenanschlag eingestellt und gegen die Schreibwalze geschlagen. Zylinder durch Farbfilzrolle gefärbt. Eigne Tastatur. Vertrieb: Groyen & Richtmann, Cöln.

*Thürey-Reformtastaturschreibmaschine Thürey Schreibmaschinengesellschaft, Cöln. Doppelte Umschaltung. Eigenartige Tastenanordnung. Typenzylinder gefärbt durch Farbwälzchen.

Victoria-Schreibmaschine. Gummitypenzylinder, gefärbt, eigne Tastatur. Wird nicht mehr hergestellt.[812]

C. Zeigermaschinen.

Hier könnten verschiedene Klassen unterschieden werden, je nach Form des Typenträgers, der Räder, Zylinder, Scheiben, Platten, Stäbe u.s.w. Da jedoch die meisten dieser Maschinen wegen ihrer geringen Leistungen aufgegeben sind und nicht mehr gebaut werden, sollen sie nur dem Namen nach erwähnt werden. Es sind: American (Globe), American (Doppelrad), Boston, Crown, Columbia, Essex, Hammonia, Hall, Graphic, Kneift, Kochendörfer, Kosmopolit, Pocket, Odell, Merritt, People, Wislon & Torrey, World, Westphalia, Dollartypewriter u.s.w. Neuerdings wurden zwei neue in Handel gebracht.

*Liliput-Schreibmaschine, hergestellt von den Deutschen Kleinmaschinenwerken in München. Eine um eine vertikale Achse mittels eines Knopfes gedrehte Typenplatte wird eingestellt und auf die Schreibwalze niedergedrückt.

*Mignon-Schreibmaschine. Union Schreibmaschinengesellschaft m. b. H., Berlin W. 8. Durch Einstellen eines Zeigers auf einer rechteckigen Indexplatte, welche sämtliche Schriftzeichen enthält, wird ein Typenzylinder auf die gewünschte Letter eingestellt, welche durch einen Druck auf eine Anschlagtafte zum Abdruck mittels Farbbands gebracht wird.

Eine Reihe von seither nicht erwähnten Schreibmaschinen eigenartiger, mit keiner der vorgehenden Klassen übereinstimmender Bauweise sind teils aufgegeben oder nur in wenigen Exemplaren ausgeführt worden.

Wenn die Entwicklung der Schreibmaschinenindustrie einerseits nach möglichster technischer Vervollkommnung strebte, so ist doch nicht zu verkennen, daß auch andre Einflüsse auf die Ausbildung der Schreibmaschinen einwirkten, welche der ersteren Absicht zum Teil entgegenarbeiteten und ihre Verfolgung verhinderten, zum minderten aber erschwerten. Diese schädlichen Einflüsse gingen von dem die Schreibmaschinen benutzenden Publikum aus, welches, zum großen Teil durch die Reklame verleitet, der Sichtbarkeit der Schrift beim Schreiben besonders großen Wert beilegte, während die Kenner des Wertes der bewährten verdeckt schreibenden Maschinen unentwegt bei diesen Maschinen blieben. Neue Unternehmungen legten sich daher vorzugsweise auf die Herstellung von Schreibmaschinen mit offener Schrift. Dies führte dahin, daß auch die bewährtesten Fabriken dazu übergingen, teils ihre seitherige Bauart zu verlassen und neue Maschinen mit offener Schrift und Umschaltung herauszugeben, teils aber neben ihren eingeführten Marken neue Modelle der bezeichneten Art auszuführen, so daß von allen Fabriken heute offen druckende Schreibmaschinen geliefert werden. – Die der vorteilhaften Lagerung halber fast ausschließlich Umschaltetastatur verlangende Segmentkonstruktion ist an und für sich technisch weniger vollkommen, weil stets die seitlich gelagerten Hebel einseitige Abnutzung aufweisen, welchem Uebel durch geeignete technische Mittel zu steuern heute die Hauptaufgabe der Schreibmaschinentechnik ist. Vgl. a. die Patentschriften Klasse 15 g.

Beyerlen.

Quelle:
Lueger, Otto: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, Bd. 7 Stuttgart, Leipzig 1909., S. 808-813.
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