Rosas [2]

[138] Rosas, Juan Manuel de, Diktator der Argentinischen Konföderation, geb. 30. März 1793 in Buenos Aires, gest. 14. März 1877, verlebte seine Jugend unter den Gauchos, mit denen er sich so befreundete, daß sie später seine Haupthelfer bei seinen herrschsüchtigen Bestrebungen wurden. Durch glückliche Feldzüge gegen die Wilden Patagoniens erlangte er Waffenübung und Volkstümlichkeit. Nachdem er sich 1828 als Haupt der Föderalisten im Kampf gegen die Unitarier hervorgetan, ward er 8. Dez. 1829 zum Generalkapitän von Buenos Aires ernannt und damit Oberhaupt der Argentinischen Konföderation. In dieser Stellung behauptete er sich 23 Jahre und erlangte nach und nach eine unumschränkte diktatorische Gewalt. Seine Gegner mordete er zu Tausenden, seine Anmaßung und Herrschsucht arteten bis zur Lächerlichkeit aus. Doch hielt er im Innern den Frieden aufrecht und ermöglichte die Entwickelung von Handel und Verkehr. Schließlich aber schwächte er sein Ansehen durch die Einmischung in den Parteistreit in Uruguay, die ihn in Konflikt mit Frankreich und England brachte. Bei Monte Caceros 3. Febr. 1852 wurde er von Urquiza mit Hilfe Brasiliens und Uruguays gestürzt. Er lebte seitdem als Landwirt bei Southampton. Sein ungeheures Vermögen ward durch die provisorische Regierung 1852 zum Besten des Staates eingezogen und er selbst 1861 zum Tode verurteilt; doch erhielt er später einen Teil seines Vermögens zurück. Vgl. Martens, Ein Caligula unsers Jahrhunderts (Berl. 1896).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 17. Leipzig 1909, S. 138.
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