Saisondimorphismus

[455] Saisondimorphismus, eine durch Klima und Jahreszeit bedingte Dimorphie, bei der Winter- und Sommerformen, auch Übergangsformen zu beobachten sind. über S. bei Tieren s. Text zur Tafel »Darwinismus«, S. I. Bei formenreichen Pflanzengattungen hat man beobachtet, daß nach morphologischen Merkmalen oft je zwei Arten zusammengehören, einander sehr ähnlich sind, von denen aber die eine früh, die andre spät im Jahre blüht. Bei fortgesetzter Kultur aus Samen sind sie konstant. Die Frühjahrsarten halten mit den Gräsern ihrer Nachbarschaft im Wachstum gleichen Schritt und suchen zu blühen, ehe sie von diesen überragt werden, die Herbstarten wachsen im Grase verborgen ganz langsam und kommen erst zur Blüte, wenn das Gras ringsum entweder abgemäht oder nach erfolgter Fruchtreife abgestorben ist. Ein solcher S. besteht bei Euphrasia, Gentiana, Alectorolophus, Melampyrum, Galium, Ononis, Campanula etc. Vgl. Wettstein, Deszendenztheoretische Untersuchungen (Wien 1900).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 17. Leipzig 1909, S. 455.
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