Sankt Pölten

[570] Sankt Pölten, Stadt in Niederösterreich, 274 m ü. M., am linken Ufer der Traisen, an den Staatsbahnlinien Wien-Salzburg, S.-Tulln und S.-Leobersdorf und an der Landesbahn S.-Mariazell gelegen, Sitz einer Bezirkshauptmannschaft, eines Kreisgerichts, einer Finanzbezirksdirektion, eines Revierbergamtes und eines Bischofs, hat eine 1030 gegründete, 1266 nach einem Brand im Übergangsstil erbaute und im 18. Jahrh. im Barockstil restaurierte Domkirche mit 86 m hohem Turm, eine bischöfliche Residenz (ehemaliges Chorherrenstift), ein Rathaus, einen Stadtpark mit Denkmal Josephs II., eine theologische Lehranstalt mit Alumnat, ein Franziskanerkloster, ein Landesreal- und Obergymnasium, eine Lehrerbildungsanstalt, eine Militär-Unterrealschule, eine Erziehungsanstalt der Englischen Fräulein, ein Taubstummeninstitut, ein allgemeines Krankenhaus, ein Theater, Fabriken für Waffen, Turbinen, landwirtschaftliche Maschinen, Kunstseide, Papier, Tischler- und Zementwaren, Kunstmühlen, Bierbrauerei, Gasanstalt, Elektrizitätswerk, Eisenbahnwerkstätte, Sparkasse, lebhaften Handel und (1900) 14,533 Einw. Die Stadt ist nach der Hauptkirche zum heil. Hippolytus benannt. Vgl. Kerschbaumer, Geschichte des Bistums S. (Wien 1875–76, 2 Bde.); »Urkundenbuch des Chorherrenstiftes S.« (bearbeitet von Lampel, das. 1891–1901, Bd. 1 u. 2).

Wappen von Sankt Pölten.
Wappen von Sankt Pölten.
Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 17. Leipzig 1909, S. 570.
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