Scorel

[228] Scorel (Schorel, Schoorle), Jan van, niederländ. Maler und Baumeister, geb. 1. Aug. 1495 in Schoorl (Scorel) bei Alkmaar, gest. 6. Dez. 1562 in Utrecht (?), war Schüler des Willem Cornelisz in Haarlem, des Jacob Cornelisz in Amsterdam und des Jan Mabuse in Utrecht, bildete sich dann in Nürnberg unter dem Einfluß Dürers, bereiste Steiermark, Kärnten und ging über Venedig nach Jerusalem, war 1522–23 in Rom und kehrte um 1524 nach den Niederlanden zurück, wo er hauptsächlich in Utrecht tätig war. Er starb daselbst als Kanonikus. S. wirkte für die Nachahmung der Italiener in Holland nicht nur bahnbrechend, sondern ist seinen Nachfolgern hierin auch weit überlegen. Seine Hauptwerke sind: ein Flügelaltar in der Kirche zu Ober-Vellach in Kärnten (1520, noch unter dem Einfluß Dürers), Temperabilder aus dem Alten Testament (Kirche in Warmenhuizen bei Alkmaar), Kreuzigung (1530, Provinzialmuseum in Bonn), reuige Magdalena und Bathseba im Bad (Amsterdam) und David, Goliath tötend (Dresden, Galerie). Die Berliner Galerie besitzt eine Maria mit dem Kind und eine Taufe Christi. Freier vom italienischen Einfluß sind seine Bildnisse (darunter die seiner Geliebten Agathe van Schoenhoven im Palazzo Doria zu Rom, des Delfter Stadtsekretärs van der Dussen in Berlin; viele in Utrecht). Vgl. Toman, Studien über Jan van S. (Leipz. 1889).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 18. Leipzig 1909, S. 228.
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