Sprott

[797] Sprott (Sprotte, Breitling, Brisling, Clupea sprattus L., s. Abbildung, S. 798), Fisch aus der Gattung Hering, 10–15 cm lang, dem gemeinen Hering ähnlich, aber gedrungener, mit spitzerm, kleinerm [798] Kopf und größern und schärfern Kielschuppen, auf dem Rücken dunkelblau mit grünem Schimmer, sonst silberweiß, mit dunkler Rücken- und Schwanzflosse und weißer Brust-, Bauch- und Afterflosse, findet sich in der Nordsee, von den Lofoten bis zum Englischen Kanal und in der Ostsee, gewöhnlich in bedeutender Tiefe, kommt zur Laichzeit (Mai und Juni, auch im Herbst) an die Küsten und wird besonders an den holsteinischen, französischen und englischen Küsten gefangen, teils geräuchert, teils gesalzen und gewürzt als Anschovis oder mit sehr scharfen Gewürzen eingemacht als Russische Sardine in den Handel gebracht.

Der Sprott.
Der Sprott.

Geschätzt sind in Deutschland besonders die geräucherten Kieler Sprotten. Fälschungen kommen vor mit Elbsprotten, die höher sind als die Ostseesprotten, deren Haut leichter abgeht und deren Fleisch schmierig ist. In Hamburg wird auch der Stint zu »Kieler Sprotten« verarbeitet.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 18. Leipzig 1909, S. 797-798.
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797 | 798
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