Attĭcus

[909] Attĭcus, 1) Titus Pomponius A., geb. 106 v. Chr., nach seiner Adoption von Q. Cäcilius Metellus, seinem mütterlichen Oheim, Q. Cäcilius Pomponianus A., erhielt den Beinamen A. von seiner Sprachfertigkeit u. Sittenfeinheit, die er sich zu Athen, wo er sich 87–64 v. Chr, aufhielt, erworben hatte. Hier u. zu Rom lebte er, durch sein Vermögen unabhängig, im Privatstande, übte aber dennoch durch seine Verbindung mit den angesehensten Staatsmännern von den verschiedenen Parteien Einfluß auf den Gang der Ereignisse; er st. 31 v. Chr. den freiwilligen Hungertod. Er war berühmt als Redner, in der Philosophie war er Epikureer. Schrieb: Annales (verl.); an ihn schrieb Cicero die 16 Bücher Epistolae ad Atticum; Lebensbeschreibung von Cornel. Nepos. 2) Numerius, bezahlter Schmeichler des römischen Hofes unter Tiberius, welch er schwor, daß er den Augustus hätte in den Himmel aufsteigen sehen, u. dafür von der Livia eine Million Sestertien erhielt. 3) Ti b. Claudius A. Herodes, s. Herodes. 4) A., Platonischer Philosoph um 179 n. Chr.; widersetzte sich dem damaligen Synkretismus in der Philosophie; seine Schriften verloren. 5) A. aus Sebaste, im Anfang des 5. Jahrh.; Gegner des Chrysostomos, Bischof zu Constantinopel; st. 427; er schrieb für die Töchter des Kaisers Arkadios: De fide et virginitate.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 1. Altenburg 1857, S. 909.
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