Farbendreieck

[115] Farbendreieck, eine Zusammenstellung der Farben nach mathenmatisch-physischem Princip u. zwar auf dem Grundsatz Tob. Mayers, daß aus Roth, Gelb u. Blau sich, durch Mischung in verschiedenen Verhältnissen, alle Farben in allen Nüancen darstellen lassen. Eine weiße Fläche, von Form eines gleichseitigen Dreieckes, wird in willkürlich viele einzelne gleiche Dreiecke getheilt. In die Dreiecke der 3 Winkel werden die 3 Hauptfarben, in jedes eine aufgetragen, in die übrigen in jedes eine Mischung jener Farben in einem Verhältniß, das nach Perpendikeln, die von den Spitzen eines jeden derselben auf die Seiten des großen Dreieckes fallen u. von dem Abstande der Endpunkte derselben von den Winkeldreiecken bestimmt wird. Man hat zu gleichem Zweck einer Farbensystematik, auch prismatische Vorkehrungen, od. pyramidale (Farbenpyramiden), wie auch bipyramidale aus 2 mit ihren Grundflächen zusammenstoßenden Pyramiden. Tob. Mayer u. Lichtenberg haben sich bes. in dieser Hinsicht verdient gemacht. Ähnlich ist die Farbenkugel, wo dasselbe an einer Kugel gezeigt wird, dargestellt in einer Eigenschrift von P. O. Runge, Hamb. 1810.[115]

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 6. Altenburg 1858, S. 115-116.
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