Kluft

[593] Kluft, 1) Spalte u. Riß im Gestein, mit Erz gefüllt edle K., mit trübem Gestein trübe, mit mürbem Bröckelgestein faule, mit Lehm, Schmerkluft, mit Wasser Wasserkluft (Gangkluft), od. die K. tragen Wasser; sind sie leer offene (dürre, trockene) K.; enthalten sie Erz, Erzkluft; durchkreuzen sie einen Gang, Kreuz- od. Querkluft; gehen sie zu Tage aus, Hängekluft, Tagekluft, Tagegehänge; 2) Abgrund, Zwischenraum zwischen zwei Gegenständen; 3) so v.w. Holzscheit; daher Kluftholz, so v.w. Scheitholz; 4) so v.w. Zangen, mehre Arten; 5) (Pferdew.), so v.w. Hornkluft; 6) so v.w. Schmiege; 7) das Lineal des Schiffszimmermanns, welches in der Mitte eine Scharnier hat, um zusammengelegt zu werden. Der Zollstock mit Zunge, der dazu gehört, um Winkel zu messen, heißt Schmiege od. Swei. 8) Die Verkerbung zweier Hölzer, wobei das eine mit einem spitzen Winkel in das andere gefügt wird. Der Achtersteven steht zuweilen mit einer K, im Kiel; gebrochene Masten werden mittelst K. angestückt.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 9. Altenburg 1860, S. 593.
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