Mohnöl

[351] Mohnöl, das aus den Mohnsamen gepreßte Öl. Es wird entweder auf einer besonderen Mohnmühle gewonnen, welche einer gewöhnlichen Ölmühle gleicht, od. auch geschlagen; in letzterem Fall müssen aber neue od. zu seinen Ölen bestimmte Tücher genommen werden. Kalt geschlagen, gibt der Mohnsamen Speiseöl, warm geschlagen, Brennöl. Der weiße Mohnsamen gibt das beste, dem Provenceröl an Güte fast gleichkommende Öl. Durch Zusatz von geröstetem Salz kann man es reinigen. Das M. ist blaßgelb, von angenehmem Geruch, leichtem Mandelgeschmack u. trocknet leicht. Die Mohnkuchen werden in Formen gedrückt u. im Backofen getrocknet; in warmem Wasser aufgelöst geben sie gutes Viehfutter. Das M. dient auch in Apotheken zu Emulsionen, Linimenten, zur Seifebereitung, bes. aber zu einem für Maler sehr brauchbaren Mohnfirniß; man nimmt 8 Theile M. u. 1 Theil sein gepulverter Silberglätte u. kocht dieselben auf mäßigem Feuer unter beständigem Umrühren mit einem eisernen Spatel bis zum Erscheinen weißgrauer Blasen, läßt dann die Masse in einem offenen Gefäß erkalten u. klärt sie vom Bodensatz ab. Durch Bleiglätte trocknender gemacht, wird das M. auch von Malern angewendet.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 11. Altenburg 1860, S. 351.
Lizenz:
Faksimiles:
Kategorien:
Ähnliche Einträge in anderen Lexika