Molch

[356] Molch (Röhrling, Triton Laur., Molge Merr.), Gattung der Molche; Schwanz seitlich zusammengedrückt mit flossenförmigem, beim Männchen sich auch über den Rücken hinziehenden, u. höheren, oft ausgezackten Hautkamme, welcher nach der Begattungszeit einschrumpft, keine Ohrdrüsen, Hautglatt, Leib schlank; sie leben Sommers im Wasser, Winters aber in Steinritzen verborgen, können unbeschädigt einfrieren u. wieder aufthauen, sind mit einer außerordentlichen Reproductionskraft begabt, daß abgenommene Füße, Schwanz, Kinnladen, sogar Augen, wieder wachsen. Das Männchen schüttet den Samen ins Wasser, den das Weibchen mit dem After aufzieht u. so die Eier befruchtet. Arten: Brunnenröhrling (Alpentriton, Tr. igneus, Tr. alpestris s. igneus), 4 Zoll lang, schwarz, Haut warzig, Bauch feuerfarbig, Seitenstreif hellblau, schwarz getäfelt, in stehendem kalten Wasser; Teichröhrling (Tr. taeniatus, Tr. palmatus), 2–3 Zoll, braun, Bauch ungefleckt, Seitenstreif gelb, Schwanz lang, zugespitzt, in stehendem, auch schmutzigem Wasser, auch in Gärten; Gefleckter M. (Tr. punctatus), hellbraun, unten orange, mit runden schwarzen Flecken, 31/2 Zoll; Sumpfröhrling (Großer Wassermolch, Tr. cristatus), 6 Zoll lang, braun, warzig, schwärzlich gefleckt, unten orange, wechselt mit der Paarungszeit die Farbe, in schlammigen Teichen vorzüglich reproductionsfähig, in einem Sommer wuchs der abgeschnittene Schwanz mit den Füßen sechs Mal (zusammen 687 Knochen) nach, u.a.; Scheuchzers Homo diluvii testis ist eine Versteinerung eines großen Wassermolchs.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 11. Altenburg 1860, S. 356.
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