Nikon

[958] Nikon, 1) St. N., aus Pontos in Asien, im 10. Jahrh., Mönch des Klosters zum goldnen Felsen, ward vom Volke mit der Bekehrung der Nachbarvölker beauftragt; bereiste Armenien, Kreta u. den Peloponnes, wo er in Lakedämon wohnte. 2) (eigentlich Nikita), russischer Patriarch, geb. 1605 in Weljemanow unweit Nowgorod, wurde Diakon u. Priester, dann Mönch auf einer Insel des Weißen Meeres, vom Czar Alexei Michailowitsch zum Archimandrit des Klosters Nowazaskoi, 1647 zum Metropolitan u. 1652 zum Patriarch von Rußland erhoben; er führte in der Russischen Kirche den Gesang ein, ließ die Verbesserung des Textes der Heiligen Schrift sich angelegen sein u. besorgte eine Ausgabe derselben in Slawonischer Sprache. Hierüber entstand jedoch ein Schisma; seine Anhänger heißen Nikonianer, welche die der herrschenden Kirche sind, ihre Gegner Roskolniken (s.d.). 1653 ward er in das Kloster Theropont verwiesen, 1658 in Ungnade gefallen, verließ er Moskau u. ging in das Kloster Woskresensk u. verlor 1666 seine Würde als Patriarch. 1681 wurde er nach Moskau zurückgerufen, starb aber 17. August auf dem Wege dahin in Jaroslaw. Die sogen. Nikonsche Chronik, eine Geschichte Rußlands, herausgeg. Petersb. 1767–1792, 8 Bde., ist nicht von ihm. Vgl. I. Backmeister, Beiträge zur Lebensgeschichte Nikons, Riga 1788.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 11. Altenburg 1860, S. 958.
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