Schwarzes Buch

[524] Schwarzes Buch, 1) eine sehr freimüthige Schrift gegen den preußischen Minister in Schlesien, Grafen von Hoym, u. den Minister von Goldberg. Sie erschien als: Die wahren Jakobiner im preußischen Staate, od. Actenmäßige Darstellung der bösen Ränke u. betrügerischen Dienstführung zweier preußischen Staatsbeamten, Nirgends u. Überall (1807), war von Hans Held (s.d. 3) verfaßt u. von Frölich in Berlin gedruckt u. in schwarzem Band u. mit schwarzem Schnitt (daher der Name) verschickt, jedoch als man den incriminirenden Inhalt erfuhr, vom Staat mit aller Kraft verfolgt u. fast sämmtliche Packete aufgefangen, weshalb Exemplare sehr selten geworden sind, Nur die königliche Bibliothek in Berlin besitzt zwei dergl.; 2) s.u. Römisch. Katholische Kirche S. 335; 3) ein zu Anfang des Jahres 1856 in Dresden unter dem Titel: Anzeiger für die politische Polizei Deutschlands auf die Zeit vom 1. Jan. 1848 bis zur Gegenwart, ein Buch für jeden deutschen Polizeibeamten, erschienenes Buch, welches in Form einer steckbrieflichen Charakteristik die Namen von mehr als 6000 durch ihre politische Meinung mißliebig gewordener Personen enthält.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 15. Altenburg 1862, S. 524.
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