Syra

[154] Syra, Insel im griechischen Archipelagus, schon im Alterthum S. od. Syros, zur Nomarchie der [154] Kykladen gehörig, früher durch ihren Reichthum an Getreide u. Wein, so wie an guten Weideplätzen, jetzt durch den Unternehmungsgeist, die Betriebsamkeit u. den Handel ihrer Bewohner ausgezeichnet. S. erzeugt noch guten Wein, ist aber im Übrigen ziemlich unfruchtbar, wenngleich Baumanpflanzungen sehr gut gedeihen. Am Hafen bricht weißer Marmor, doch von geringerer Qualität; Eisen soll über die ganze Insel verbreitet sein. Die Hauptstadt ist Syra, mit der neuen Stadt Hermupolis, welche einen sichern Hafen hat u. fast ganz europäisch gebaut ist. Die weißen Häuser derselben lehnen sich an den steil aufsteigenden hochröthlichen Felsen amphitheatralisch an; die Altstadt, Altsyra, auf hohem u. steilem Felsenhügel, die neue in der Nähe des Hafens. Sie ist ein Ort des lebhaftesten Verkehrs der Nationen, die blühendste Handelsstadt Griechenlands u. Stationsort für die Dampfschiffe zwischen Europa u. dem Orient, besitzt schöne Hafengebäude, mehre Kirchen, Gymnasien etc. Die Stadt Hermupolis hat über 12,000 Ew. u. entstand nach 1824 in Folge der Niederlassung eingewanderter Griechen von Psara (s. Ipsara), Chios u.a. Orten. Die Bewohner von Altsyra sind größtentheils Katholiken.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 17. Altenburg 1863, S. 154-155.
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