Tibell

[579] Tibell, Gustav Wilhelm Freiherr von T., geb. 1772 in Södermanland (Schweden), trat früh in schwedische Kriegsdienste, nahm Theil an den Feldzügen von 1788–90 u. wurde 1791 Offizier. Nachdem er bei den verschiedenen Befestigungsarbeiten verwendet worden war, wurde er 1792 Lehrer an der Kriegsakademie zu Karlsberg u. dann Hauptmann. Durch seine Bemühungen wurde 1796 die schwedische Gesellschaft der Kriegsmänner ins Leben gerufen, aus welcher später die Akademie der Kriegswissenschaften hervorging. 1798 trat er als Ingenieurhauptmann in französische Dienste, nahm im Generalstabe Theil an den nächsten Feldzügen, zeichnete sich bei Castel Nuovo, bei Rivoli u. Fossano aus u. wurde Major u. Generaladjutant. Nach dem Frieden trat er in Dienste der Italienischen Republik u. leitete als Chef des Ingenieurcorps u. Director des Kriegsarchivs die topographische Aufnahme der ganzen Republik u. schuf die Akademie der Kriegswissenschaften in Mailand. 1802 wurde er Brigadegeneral, trat 1803 als Major u. Oberadjutant in die schwedische Armee zurück, wurde zum Oberstlieutenant befördert, 1805 geadelt u. zum Vicepräsidenten des Kriegscollegiums, sowie zum Chef des topographischen Corpsernannt, begleitete den König als Generalquartiermeister auf dem Zuge nach Pommern, rückte 1808 zum Generalmajor auf u. erhielt die Function als Generaladjutant der Flotten. Bei dem 1809 stattfindenden Regierungswechsel legte T. seine Stelle nieder, wurde bald darauf zur Auswechselung der Gefangenen nach Frankreich geschickt u. 1811 zum Chef des Ingenieurcorps ernannt; 1812 aus dem Dienste entlassen, wurde T. 1814 wieder als Wortführer im Kriegsgericht angestellt u. 1815 zum Mitglied des Kriegscollegiums erwählt. 1824 avancirte er zum Generallieutenant, erhielt gleichzeitig das Präsidium im Kriegscollegium u. wurde 1827 in den Freiherrnstand erhoben. Er st. 1832 u. schr. mehres.[579]

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 17. Altenburg 1863, S. 579-580.
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