Zollmannsche Scheibe

[671] Zollmannsche Scheibe, ein ehemals oft statt der Boussole zum Aufnehmen einer Gegend angewandter Apparat, indem dieser entweder den Winkelmesser, od., sobald das Diopterlineal mit einer Magnetnadel versehen war, die Stelle einer Boussole vertrat. Die Winkel wurden aber blos durch Zeichnung angegeben, welche alsdann nach Belieben auf demselben Blatte od. auf einem anderen, je nachdem die Größe des verjüngten Maßstabes u.[671] der aufgenommenen Fläche es erforderte, so abgetragen wurden, daß die aufgenommene Fläche sich in einer ähnlichen Figur genau verzeichnen ließ. Der Erfinder Zollmann war der Meinung, daß für das Winkelmessen der Apparat eine Scheibe sein müßte. Den Rand der hölzernen Scheibe versah Zollmann noch mit einem Gradringe. Aber da ein gewöhnlicher, gut gearbeiteter Meßtisch die Z. S. vollkommen vertritt, so ist letztere außer Gebrauch gekommen.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 19. Altenburg 1865, S. 671-672.
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