Asterion

[75] Asterion (Gr. M.),

1) ein Held aus uraltem, berühmtem Geschlecht. Tectamus, Sohn des Dorus, Enkel des Hellen und Urenkel des Deucalion, kam mit einer äolischen und pelasgischen Colonie nach Creta, und ward Beherrscher dieser Insel; er vermählte sich mit der Tochter des Cretheus, und sie gebar ihm den A., welcher seinem Vater in der Herrschaft über Creta folgte. Während seiner Regierung brachte Jupiter die entführte Europa auf die Insel, und sie gebar von ihm die Söhne Minos, Rhadamanthus und Sarpedon (nach Einigen auch den Aeacus, der nach Anderen wieder ein Sohn des Jupiter und der Aegina ist). A. vermählte sich darauf mit Europa und nahm ihre Kinder als die seinigen auf.

2) A., Sohn des Minos, blieb im Kampfe gegen Theseus, als derselbe den Minotaurus besiegte.

3) A., ein Flussgott bei Mycenä. Juno ward von dessen Töchtern, Arcäa, Euböa und Prosymna erzogen.

4) A., Sohn des Cometes und der Antigone (der Tochter des Pheres, nicht mit der Antigone des Oedipus zu verwechseln), Genosse des Argonautenzuges.

Quelle:
Vollmer, Wilhelm: Wörterbuch der Mythologie. Stuttgart 1874, S. 75.
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