Donnern

[673] 1. Donner dir selbst, so schlegt dich der Hagel nicht.Petri, II, 154.


2. Donnert's im Mai viel, haben die Bauern gewonnen Spiel. (Luzern.)


3. Donnert's im März, so schneit's im Mai. (Luzern.)


4. Donnert's ins leere (blattlose) Holz, so schneit's ins Laub. (Luzern.)


5. Es donnert selten bei schönem Wetter.


6. Es donnert solange bis es regnet.Winckler, X, 75.


7. Wann 't dunnert up'en drügen Ast, dann gitt et en fruchtbôr Johr.Curtze, 313, 8.


8. Wenn 't donnert in 'en deuern1 Baum, dann häwwet2 dei Deiwe3 kein Glücke. (Bielefeld.) – Firmenich, I, 281, 11.

1) Dürren, unbelaubten, d.h. ehe der Baum sich im Frühjahr belaubt.

2) Haben.

3) Diebe.


9. Wenn's am stärksten donnert, fällt der schwächste Regen. (Serb.)

Auch in Illyrien heisst es: Je mehr es donnert, je weniger Regen fällt.

Frz.: Quand il a tonné et encore tonne la pluye approche et montre la corne. – Tant tonne qu'il pleust. (Leroux, I, 85.)


10. Wenn's donnert im Advent, der Raps danach verbrennt.Boebel, 65.


11. Wenn's donnert im April, so hat der Reif sein Ziel.

Frz.: En mars quand il tonne chacun s'en étonne; en avril s'il tonne c'est nouvelle bonne. (Leroux, I, 84.)


12. Wenn's donnert, muss man's donnern lassen.

Frz.: Quand il tonne il faut escouter tonner. (Leroux, I, 85.)


13. Wenn's donnert, regnet es gemeiniglich dazu.


14. Wenn's donnert überm kahlen Baum, wird wenig Obst man später schaun. (Eldena.) – Boebel, 137.


15. Wenn's donnert um Kunigund (3. März) und Cyprian (8. März), musst oft den Handschuh noch ziehen an. (Wohlau.) – Boebel, 15.


16. Wenn's donnert, wachen die Gebetbücher auf.


17. Wenn's dunderet in dürre Wald, so gönd selb Johr all Lüft gewiss chalt. (Schaffhausen.)


18. Wenn's viel donnert und blitzt, wenig Korn am Buchweizen sitzt. (Frankfurt a.O.) – Boebel, 121.


*19. Ehe es nicht donnert, betet er nicht.


[Zusätze und Ergänzungen]

20. Donnert et up 'n blâten Busch, sau gät de Gösseln dâd.Schambach, II, 629.

Donnert es auf den blossen (d.i. unbelaubten) Busch, so tritt gewöhnlich noch so kalte Witterung ein, dass die jungen Gänslein dabei ihren Tod finden.


21. Donnert's im Juni, so geräth das Getreide. Prager Kalender, 1877.


22. Donnert's in der Hopfenzeit, macht's für das keine Freud'; aber wie Pfropfen wird ein ander Jahr der Hopfen.Baier. Hauskalender.


23. Wenn's donnert, schiebt der Herrgott im Himmel Kegel. (Oberösterr.) – Baumgarten, 58.


*24. Êr et nich donnert werd nich ebäet.Schambach, II, 161.

Ehe es nicht donnert, wird nicht gebetet.


Quelle:
Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Band 1. Leipzig 1867.
Lizenz:
Kategorien:
Ähnliche Einträge in anderen Lexika

Buchempfehlung

Jean Paul

Vorschule der Ästhetik

Vorschule der Ästhetik

Jean Pauls - in der ihm eigenen Metaphorik verfasste - Poetologie widmet sich unter anderem seinen zwei Kernthemen, dem literarischen Humor und der Romantheorie. Der Autor betont den propädeutischen Charakter seines Textes, in dem er schreibt: »Wollte ich denn in der Vorschule etwas anderes sein als ein ästhetischer Vorschulmeister, welcher die Kunstjünger leidlich einübt und schulet für die eigentlichen Geschmacklehrer selber?«

418 Seiten, 19.80 Euro

Im Buch blättern
Ansehen bei Amazon