Jesuit

1. An einem Jesuiten bricht man kein Gesetz und an einem Fuchse keine Wildbahn.Opel, 384.


2. An Jesuiten ist nichts zu bessern.

»Sie müssen sein, wie sie sind, oder gar nicht sein, erklärte ihr Ordensgeneral Ricci dem Papste Ganganelli.« (Klosterspiegel, 54, 21.)


3. Der Jesuit ist dem Teufel aus der Bleiche gelaufen, eh' er fertig war.Klosterspiegel, 41, 17.


4. Der Jesuit spricht: Vergiss dich selber nicht.


5. Der Jesuiten Hand baut keine Kirch' auf dürres Land.Eiselein, 348.

Engl.: No suit took in hand to plant a church in barren land.


6. Die Jesuiten haben von den Aposteln nichts als den Beutel und den Kuss des Judas geerbt.Klosterspiegel, 50, 5.


7. Die Jesuiten sind des lieben Herrgotts Hofkomödianten.


8. Die Jesuiten sind Feuerwerker, die mit ihren eigenen Minen werden in die Luft gesprengt werden.Klosterspiegel, 40, 4.


9. Ein Jesuit ist mit dem Teufel in die Schule gegangen.Klosterspiegel, 17, 21.


10. Es wäre gut, die Jesuiten zu verjagen, wenn man nur den Teufel auch verjagen könnte.Opel, 383.


11. Für Jesuiten, Wanzen, Ratten und Zahnschmerzen gibt's hundert Mittel, die nichts helfen.


12. Jesuit ist der neue Name eines Verräthers. Opel, 383.


13. Jesuiten haben's wie Schlangen, sie schleichen und kriechen.Klosterspiegel, 16, 2.


14. Jesuiten sind des Teufels letzter Krach, mit dem er lange schwanger gaugen.Fischart; Klosterspiegel, 31, 10; Eiselein, 348.

»Die List vom Fuchs, vom Tigerthier die Tücke, vom Krokodil die Heuchelei, die weinen kann und würgt. Zeus schaudert bleich zurücke. ›Fort‹ rief er, ›fort aus Olymps Gebieten.‹ Da kroch's in Mönchsgewand und ward zum Jesuiten.« (Wilde Rosen, Philadelphia 1851, Nr. 27.)


15. Jesuiten sind Jebusiten.Fischart; Klosterspiegel, 30, 9; Eiselein, 348.


16. Jesuiten stützen den Himmel gern auf Säulen von edelm Metall.


17. Jesuiten und Artischocken hat man sonst nur hie und da in grosser Herren Häusern gefunden und sehr köstlich gehalten; jetzund kann man sie schier (umsonst) in jeder Bauernhütte haben.Opel, 380.


18. Jesuwiter – Jesuwider, Franciscaner – Ranciscaner, Karmeliter – Kameeliter, Augustiner – Fraugustiner.Klosterspiegel, 44, 19.


19. Man kann den Jesuiten nimmer so schwarz malen als er ist.


20. Man kann keinen Jesuiten so schwarz malen, als er ist; der Teufel dagegen ist nie so schwarz, als man ihn malt.Klosterspiegel, 17, 2.


21. Nicht alle Jesuiten wissen, wie's aussieht hinter den Coulissen.

Bezieht sich auf den Umstand, dass selbst kein Jesuit die innern Einrichtungen des Ordens erfuhr, der nicht das vierte Gelübde abgelegt hatte, und selbst diese waren nicht alle damit bekannt. Daher: Nemo scit, quid Jesuita sit, nisi Jesuita sit, et si Jesuita sit, etiam non scit.


22. Vor den Jesuiten ist Gott im Himmel nicht sicher.Klosterspiegel, 59, 3.


[1015] 23. Wo die Jesuiten Schule halten, da hat man schier keine Schweinehirten mehr.Klosterspiegel, 1, 4; Simrock, 12346.

Bezieht sich auf das reichlichere Besuchtwerden der von Jesuiten geleiteten Schulanstalten im Gegensatz anderer gelehrten Schulen. Es gereicht das Sprichwort, ans welcher Quelle es auch entsprungen sein mag, sowol den Jesuiten als tüchtigen Lehrern zur Ehre, als auch der Zeit, in der sich ein so lebendiges Streben nach geistiger Bildung kundgibt, wenn man vielleicht auch einiges als Wirkung unedler, von Jesuiten angewandter Mittel, Schüler zu bekommen, in Abzug bringen muss.


24. Wo zwei Jesuiten zusammenkommen, da gibt's eine Finsterniss im Lande.


[1016]

25. Die Jesuiten sind Dantzbrüder Jesu.Zinkgref, IV, 67.


26. Die Jesuiten sind viereckige halbe Narrenkappenträger.Zinkgref, IV, 67.


27. Ein Jesuit ist schlimmer als zehn Kriegsknechte.


28. Jesuiten heissen sie und Jesuwider sind sie.

Böhm.: Ne kaźdý knĕzem pro Ježíše: mnohý též k vůli dobré jíše. (Čelakovský, 335.)


29. Mit Jesuiten finge man den Teufel im freien Felde.Reichszeitung.

Quelle:
Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Band 5. Leipzig 1880, Sp. 1467.
Lizenz:
Faksimiles:
Kategorien:
Ähnliche Einträge in anderen Lexika

Buchempfehlung

Hoffmann von Fallersleben, August Heinrich

Deutsche Lieder aus der Schweiz

Deutsche Lieder aus der Schweiz

»In der jetzigen Zeit, nicht der Völkerwanderung nach Außen, sondern der Völkerregungen nach Innen, wo Welttheile einander bewegen und ein Land um das andre zum Vaterlande reift, wird auch der Dichter mit fortgezogen und wenigstens das Herz will mit schlagen helfen. Wahrlich! man kann nicht anders, und ich achte keinen Mann, der sich jetzo blos der Kunst zuwendet, ohne die Kunst selbst gegen die Zeit zu kehren.« schreibt Jean Paul in dem der Ausgabe vorangestellten Motto. Eines der rund einhundert Lieder, die Hoffmann von Fallersleben 1843 anonym herausgibt, wird zur deutschen Nationalhymne werden.

90 Seiten, 5.80 Euro

Im Buch blättern
Ansehen bei Amazon

Buchempfehlung

Geschichten aus dem Sturm und Drang II. Sechs weitere Erzählungen

Geschichten aus dem Sturm und Drang II. Sechs weitere Erzählungen

Zwischen 1765 und 1785 geht ein Ruck durch die deutsche Literatur. Sehr junge Autoren lehnen sich auf gegen den belehrenden Charakter der - die damalige Geisteskultur beherrschenden - Aufklärung. Mit Fantasie und Gemütskraft stürmen und drängen sie gegen die Moralvorstellungen des Feudalsystems, setzen Gefühl vor Verstand und fordern die Selbstständigkeit des Originalgenies. Für den zweiten Band hat Michael Holzinger sechs weitere bewegende Erzählungen des Sturm und Drang ausgewählt.

424 Seiten, 19.80 Euro

Ansehen bei Amazon