Bahama-Inseln

[77] Bahama-Inseln, auch Lucayische Inseln genannt, sind eine Menge großer und kleiner, jedoch meistens mit bloßen Klippen versehener, größtentheils unbewohnter Inseln – ihre Zahl wird über 300 angegeben – deren größte Bahama, aber unbewohnt, und die vornehmste Providence, auf der sich auch ein Fort, Nassau, befindet, Lucaya und S. Salvador ist. Ueberhaupt waren noch im Jahr 1773 nur sieben von diesen Inseln und zwar sehr mäßig bevölkert; allein durch die Loyalisten aus den nordamerikanischen Staaten hat sich der Anbau derselben sehr vermehrt. Ihre Hauptproducte, aus Salz, Brasilien- und Mahagonyholz bestehend, haben noch durch die Ausfuhr von Zucker, Kaffee, Indigo, Baumwolle einen Zuwachs erhalten. – Bekanntlich waren diese Inseln die erste Entdeckung des Columbus in Amerika. Die Spanier hielten sie nicht für wichtig genug, und 1672 ließen sich hier einige Engländer nieder; allein ihr dasiges Etablissement ging durch mehrere Angriffe der Spanier verloren. Seit 1708 waren diese Inseln mehrere Schlupfwinkel für Seeräuber, bis endlich die Engländer, unter König Georg I., im Jahr 1719 eine neue Colonie hieher brachten, jene Seeräuber vertrieben, und die Inseln nun förmlich anzubauen anfingen, so daß sie nun auch in den Händen der Britten geblieben sind.

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Brockhaus Conversations-Lexikon Bd. 7. Amsterdam 1809, S. 77.
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