Blauholz

[261] Blauholz heißt das zum Blaufärben benutzte Holz des Campechebaums, das ursprünglich nur aus der Campechebai im mexican. Meerbusen nach Europa kam. Der Campechebaum, welcher später auch auf den Antillen angepflanzt worden ist, wird über 20 F. hoch, hat einen dünnen, meist krummen Stamm, dessen Splint weiß, das Kernholz aber blutroth ist, daher es auch Blutholz genannt wird. Das gefällte Holz wird nach und nach fast schwarz, hat einen etwas veilchenartigen Geruch, ist sehr hart und schwer, sodaß es im Wasser untersinkt, und nimmt eine schöne Politur an, wird aber vom Tischler selten verarbeitet. Es kommt in ganzen Stücken, allein auch geraspelt und gemahlen in den Handel und wird am meisten wegen des durch Abkochen der klein geraspelten Späne mit Wasser erhaltenen Färbestoffes geschätzt, der mit verschiedenen Fällungsmitteln gelbliche, braunrothe, violetfarbige, blaue, purpurrothe und andere Niederschläge gibt. Man färbt damit alle Arten gewebte Stoffe, doch nicht gleich echt, und namentlich wird das mit Campecheholz gefärbte Blau durch Licht, Luft und schwache Säuren zerstört.

Quelle:
Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, Band 1. Leipzig 1837., S. 261.
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