Dolz

[580] Dolz (Joh. Christian), ein um Erziehung und Unterricht höchst verdienter Mann, geb. 1769 zu Golßen in der Niederlausitz, erhielt auf dem Lyceum zu Lübben seine Vorbildung und studirte zu Leipzig von 1790 an Theologie. Er war Willens, sich dem akademischen Lehrfache zu widmen, als seine Verbindung mit Plato, dem verdienten Director der damals gestifteten Rathsfreischule zu Leipzig, und dem dasigen Superintendenten Rosenmüller ihn dem Schulfache zuführte, zu welchem D. schon auf der Schule Neigung gefühlt und auch an einigen seiner Lehrer die schönsten Vorbilder in dieser schweren Kunst gehabt hatte. Er ward daher 1793 freiwilliger Lehrer an gedachter Rathsfreischule, 1800 Vicedirector derselben und bekleidet seit dem im Apr. 1833 erfolgten Tode Plato's die Stelle des Directors dieser Anstalt, indem er, alle von auswärts an ihn gelangenden Anträge ausschlagend, dieser Schule, die mit sein Werk war, getreu blieb. Nicht nur als Schriftsteller über Erziehung hat er durch viele, in zahlreichen Auflagen verbreitete und auch in fremde Sprachen übersetzte Werke weithin für sein Fach Großes gethan, sondern auch durch persönliche Unterweisung vieler jungen Männer, die an der genannten Schulanstalt als Hülfslehrer zuerst für ihren Beruf sich bildeten. Außerdem hat er durch Jugendschriften und von 1806–24 durch die Herausgabe der von ihm gegründeten »Jugendzeitung« in seinem Geiste rühmlich gewirkt; auch an dem Gesangbuche für die Stadt Leipzig und an den Religionsgesängen für Bürgerschulen hat er gearbeitet und mehre verdienstliche Lehrbücher für den Vortrag der Geschichte, sowie eine »Darstellung des Lebens und Wirkens F. G. Rosenmüller's« (Lpz. 1818), und einen »Versuch einer Geschichte der Stadt Leipzig« (Lpz. 1818) geliefert und steht noch jetzt im hohen Alter seiner Schulanstalt rüstig vor.

Quelle:
Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, Band 1. Leipzig 1837., S. 580.
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